Mindset

Hier findest Du einige gekürzte Zusammenfassungen:

Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

1) Was bedeutet Ent-Elterung:

  • Die eigenen Eltern (oder primäre Bezugspersonen) aus der Elternrolle zu entlassen und Dich selbst aus der Rolle des Kindes
  • Ein Bewussteren von unangemessenem Verhalten innerhalb der Familie
  • Verhaltensweisen zu erkennen und zu würdigen, die in der Kindheit hilfreich waren und sie auf ihren Nutzen in der Gegenwart hin zu überprüfen
  • Aus einer ungesunden, hinderlichen emotionalen Verstrickung mit den eigenen Eltern auszusteigen _auch Schwiegereltern, Geschwister (kann auch für andere Beziehungen hilfreich sein)

Die Differenzierung des Selbst ist ein vom amerikanischen Psychotherapeuten Murray Bowen geprägter Begriff und ein Grundpfeiler der nach ihm benannten psychologischen Bowen-Theorie. Die "Differenzierung des Selbst" ist ein Gradmesser für die Fähigkeit eines Menschen,
    1    Emotion und Rationalität sowie
    2    Intimität und Autonomie in Beziehungen zu anderen auszubalancieren.

2) Häufige Dynamiken in Familien

 

- Die ungerechten Eltern
Eltern, die z. B. ein Lieblingskind haben und das auch - direkt oder indirekt - zeigen

 

- Die nicht eingestimmten Eltern
Das sind Eltern, denen es nicht gelingt, die gleiche oder die zweite Stimme zum gleichen Lied ihres Kindes zu finden. Sie „singen das Lied“ falsch oder ein ganz anderes Lied = emotionale Disharmonie. Reaktion des Kindes ist, die eigene Musik noch lauter zu drehen; Kinder werden lauter um gehört zu werden und Kontakt herzustellen oder das Kind vergisst die eigene Melodie und singt das Lied der Eltern. In einer nicht eingestimmten Familie sind alle anwesend, aber unerreichbar. Es herrscht eine ausgesprochene Unverbindlichkeit, ein emotionales Nebeneinander. Die einzelnen Familienmitglieder bewegen sich wie Trabanten im Weltraum. Jede/r ist für sich, es gibt keinen Kontakt - nur manchmal heftige Zusammenstöße.


- Gefühle vom Tisch wischen / nicht ernst nehmen
Die Wahrnehmung der erwachsenen Kinder bestimmen wollen und ihr Handeln kontrollieren wollen; schlechtes Gewissen vermitteln: „Das siehst Du falsch“, „Das ist gar nicht so“, „Stell dich nicht so an“.

- Aufwachsen mit sich aufopfernden Bezugspersonen
z. B. ungewollt und ungefragt Dinge tun, Aufgaben an sich reissen, Hilfe aufdrängen, Vorwürfe machen, „Ich mach doch so viel für Dich/Euch“, „Dann musst Du mir aber auch danken“.

- Elterlicher Perfektionismus
„Ich muss perfekt sein“, im Beruf, in der Partnerschaft, bei den Kindern, Hobbys, beim eigenen Körper. Über diesen Perfektionismus vergessen Eltern, was wirklich wichtig ist - WER wirklich wichtig ist. Perfektionismus ist eine gute Gelegenheit, vor sich selbst und den Nächsten davon zu laufen. Da bin ich so mit mir selbst beschäftigt, mir selbst und meinen Ansprüchen hinterher zu laufen, dass ich dabei genau das Gegenteil davon erreiche, was ich eigentlich anstrebe. Nicht wirklich im Kontakt mit anderen sein. Dauerstress, physisches oder mentales Dauerflüchten vor der Wahrnehmung von emotionalen Schmerzen.

- Die Tochter als beste Freundin
Mutter vereinnahmt die Tochter, will alles mit ihr besprechen, sie in alles einbeziehen und in ales einbezogen werden wollen. Bei allem mitreden und mitbestimmen wollen, zu allem befragt werden wollen, etc. > Beste Freundin als Symbolbild, weil das auch in einer Freundschaft nicht funktionieren würde

- Rollenumkehr zwischen Kind und Eltern: Parentifizierung
Oft unsichtbare Verstrickung - Kinder wirken vernünftig, sogar überlegen. Die Eltern wirken wie Kinder, gehen gern in die Rolle des Opfers und unterstreichen diese Position noch mit Krokodilstränen. Diese Kinder hatten nie erwachsene Eltern - somit keine Eltern, an denen sie sich orientieren konnten.

Ent-elterung ist nicht etwas, das einfach nebenher passiert, sondern ein aktiver Prozess. Die Eltern innerlich auf die Position der Älteren stellen und sich so auf sie zu beziehen, nicht wie auf kleine Kinder - kann ein Schritt aus der Dynamik sein. Alle sind erwachsen und können auf sich selbst aufpassen. Kinder brauchen Eltern - Erwachsene HABEN Eltern.

Reflexionsfragen:

  • Verbringst Du Zeit mit deinen Eltern, obwohl du lieber etwas anders tun würdest? Tust du das auch mit anderen Menschen? Wer sind diese Menschen und warum tust du das?
  • Tust du dauerhaft Dinge in Bezug auf deine Eltern, die Du nicht wirklich tun willst? Mache eine Liste.
  • Gibt es Dinge, die du nur aus Angst tust, weil du denkst, sonst würdest du deine Eltern verärgern oder es würde deinen Wert in den Augen  deiner Eltern mindern? Was tust du aus Angst? Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
  • Gibt es Zeiten, in denen du deinen Eltern ggü immer wieder vorgibst, glücklicher oder interessierter zu sein, als du es wirklich bist? Warum tust du das? Was willst Du damit erreichen oder vermeiden?
  • Sagst Du deinen Eltern jemals Dinge, von denen du weißt, dass sie nicht wahr sind oder Dinge, die Du nicht wirklich so meinst? Was sagst Du?

 

3) Mentalog + Reflexionsfragen

Oftmals laufen Gespräche zwischen Kindern und Eltern für beide Seiten unbefriedigend oder enttäuschen ab. Um diese Gepäche voran zu treiben, hilft die Technik „Mentalog“. Mentaloge sind geschriebene innere Gespräche, in denen du deinen Eltern (auch anwendbar auf andere Personen) in deinem geistigen Universum begegnest und deine Position, deinen Zustand änderst - und dich so immer wieder in den regulierten Menschen wandeln kannst, der du nicht nur deinen Eltern gegenüber sein willst. Gespräche, die wirklich passiert sind, wo du etwas verändern möchtest oder Gespräche, die Du schon länger führen willst bzw. Gespräche vorstellen, wenn du sie führen würdest.

Bist du mental fit genug, kann die Zeit kommen, auch im realen Leben mit deinen Eltern längst überfällige Gespräche zu führen oder sie mit neuen Reaktionen auf alte Trigger zu überraschen.

Was nutzt das?
- Du kannst die erwachsene Tochter/Sohn vorstellen, die du sein willst, zu der du dich entwickeln willst (und das üben)
- Wichtig: Nicht jede/r wird das gut finden, damit einverstanden sein
- Du spürst deine eigenen blinden Flecken auf

Fragen dazu:
1. Was willst Du von deiner Mutter, deinem Vater? Mache eine Liste.
2. Auf welche Weise hast du versucht, die Art zu beeinflussen, wie dich dein Vater, deine Mutter wahrgenommen hat? Mach eine Liste.
3. Welchen besonderen Eindruck wolltest du bei deinem Vater oder deiner Mutter hinterlassen. Mache eine Liste.
4. Hast Du gelogen oder übertrieben? Nenne Beispiele. Was hast du gesagt?
5. Hast du deinem Vater, deiner Mutter wirklich zugehört? Oder ging es dir mehr darum, dass er oder sie erkannte, wie interessant, attraktiv, klug du bist?
6. Was hat dir bei der Suche nach Liebe und Anerkennung nicht gefallen? Mach eine Liste
7. Was hat dir gefallen, als du darauf verzichtet hast, nach Liebe und Anerkennung zu suchen?

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Inhalt

Teil 1 - (Menschliche) Entwicklung

Teil 2- Alter

 

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Teil 1 - (Menschliche) Entwicklung


(Entwicklungs-)Psychologische Perspektive
Entwicklungsphasen werden in der Psychologie als bestimmte Zeiträume im menschlichen Lebenszyklus definiert, in denen spezifische physische, emotionale, kognitive und soziale Änderungen auftreten. Sie sind durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet und von vorhergehenden und nachfolgenden Phasen distinkt.
Die Entwicklungsphasen unterscheiden sich vor allem in den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erlernt werden. Das macht jede Phase einzigartig und wichtig für die individuelle Entwicklung.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass sich der Entwicklungsprozess nicht linear vollzieht, sondern in Zyklen mit Progression und Regression stattfindet.
Jeder Mensch durchläuft die gleichen Entwicklungsphasen, allerdings kann das Tempo und das Ausmaß der Veränderungen von Person zu Person variieren. Der Begriff "Spätentwickler" wird oft verwendet, um jemanden zu beschreiben, der sich im Vergleich zu seinen Altersgenossen langsamer entwickelt hat,

 

>> Unterteilung Lebensalter: Frühe Kindheit (Kleinkind) 3-6. LJ, Kindheit 6-11 LJ, Jugend 12 - 19 LJ, Erwachsenenalter ab dem 19 LJ.

Pädagogik
Verschiedene Kompetenzen werden für verschiedene Altersstufen beschrieben:
- Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung
- Sprache, Sprachverständnis
- Feinmotorik
- Grobmotorik
- Persönlich. Entwicklung/soziela Entwicklung
- Emotionale Entwicklung
- Spiel- und Lernverhalten

Was würde passieren, wüssten wir nicht, wie alt jemand ist? (1. Das eigene Kind, 2. Generell ein Mensch) Dann gäbe es keine Referenz was früh, genau richtig oder spät ist.

Was bedeutet erwachsen sein?

  • Physische Reife: Eine erwachsene Person hat typischerweise eine ausgereifte körperliche Entwicklung erreicht, die mit dem Ende der Adoleszenz einhergeht. Dies umfasst Aspekte wie das Erreichen der körperlichen Größe und Stärke, die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale und die Reife des Gehirns.
  • Emotionale Reife: Erwachsensein kann auch bedeuten, eine reife emotionale Stabilität zu erreichen, die es einer Person ermöglicht, angemessen mit ihren Gefühlen umzugehen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und sich selbst und andere zu unterstützen.
  • Soziale Verantwortung: Als Erwachsene übernehmen Menschen typischerweise soziale Verantwortung für sich selbst und oft auch für andere, sei es in Form von Familie, Beruf, Gemeinschaft oder anderen sozialen Beziehungen. Das beinhaltet die Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen, finanzielle Verantwortung zu übernehmen und Beziehungen aufrechtzuerhalten.
  • Unabhängigkeit: Erwachsensein kann auch bedeuten, eine gewisse Unabhängigkeit von Eltern oder anderen Betreuern zu erreichen und in der Lage zu sein, eigenständige Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen dieser Entscheidungen zu tragen.
  • Selbstreflexion und Selbstbestimmung: Erwachsensein beinhaltet oft auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstbestimmung, was bedeutet, sich seiner eigenen Werte, Ziele und Träume bewusst zu sein und aktiv daran zu arbeiten, sie zu erreichen.


Wer genau soll jedoch im Folgenden als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener gelten? Aus gesetzlicher Perspektive bestehen in diesem Zusammenhang eindeutige Altersabgrenzungen. Personen zwischen 14 und einschließlich 17 Jahren gelten demnach als Jugendliche, Personen ab 18 bis 27 Jahren werden hingegen als junge Volljährige bzw. junge Menschen angesehen (vgl. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz 1990). Erwachsen sein kann nicht/nur schwer an einer Zahl fest gemacht werden

Metaphysische Perspektive (z. B. Astrologie und Human Design)


Teil 2 - Alter

Postkarten mit Sprüchen zum Geburtstag
„Schon wieder 29. Du Wunder der Natur“
„Ich bin nicht alt. Ich bin nur schon ein bisschen länger jung als andere“
„Frauen wollen, dass man ihr Alter vergisst, aber immer an ihren Geburtstag denkt“
„Ich weiß, wie alt du wirklich wirst“
„40 ist wie 21 mit 19 Jahren Erfahrung“

Welche Arten von Alter gibt es?

  • Biologisches Alter: Dies bezieht sich auf die physiologischen Veränderungen im Körper im Laufe der Zeit, die mit dem Altern verbunden sind. Dazu gehören Veränderungen auf zellulärer und molekularer Ebene sowie im Immunsystem, Stoffwechsel, Hormonhaushalt und anderen biologischen Prozessen.
  • Chronologisches Alter: Chronologisches Altern bezieht sich auf das tatsächliche Alter einer Person in Jahren, das seit ihrer Geburt vergangen ist. Es ist die am häufigsten verwendete Form des Alterns und wird oft als primäre Methode zur Bestimmung des Alters verwendet.
  • Soziales Alter: Diese Form des Alterns bezieht sich auf die Veränderungen in den sozialen Rollen, Beziehungen und Verantwortlichkeiten einer Person im Laufe ihres Lebens. Dazu gehören Übergänge wie der Eintritt in den Ruhestand, Veränderungen in der Familienstruktur und der sozialen Integration.
  • Psychologisches Alter: Psychologisches Altern bezieht sich auf die Veränderungen in kognitiven, emotionalen und psychischen Funktionen im Laufe der Zeit. Dies kann Veränderungen im Gedächtnis, der Aufmerksamkeit, der emotionalen Regulation und der Persönlichkeit umfassen.
  • Funktionales Alter: Funktionales Altern bezieht sich auf die Veränderungen in der körperlichen Funktionsfähigkeit und Leistungsfähigkeit im Laufe der Zeit. Dazu gehören Veränderungen in der Mobilität, Kraft, Ausdauer, Gleichgewicht und anderen körperlichen Fähigkeiten.

Warum ist für manche Menschen älter werden ein Problem?

  • Gesellschaftliche Erwartungen: In vielen Gesellschaften wird Jugendlichkeit und Schönheit oft idealisiert, während das Altern oft mit negativen Stereotypen wie körperlichem Verfall und Verlust von Attraktivität verbunden wird.
  • Verlust von Fähigkeiten: Mit dem Alter können physische und kognitive Fähigkeiten abnehmen, was für viele Menschen beängstigend sein kann. Der Verlust von Unabhängigkeit und Selbstständigkeit kann besonders belastend sein.
  • Sterblichkeit und Endlichkeit: Das Altern erinnert uns oft daran, dass unsere Zeit begrenzt ist und dass der Tod unausweichlich ist. Diese Realisierung kann Ängste und Unsicherheiten hervorrufen.
  • Veränderungen in sozialen Rollen: Das Älterwerden kann Veränderungen in den sozialen Rollen und Beziehungen mit sich bringen, wie z.B. der Übergang in den Ruhestand oder der Verlust von Freunden und Familienmitgliedern. Diese Veränderungen können zu Gefühlen von Einsamkeit und Verlust führen.
  • Kulturelle Normen und Vorurteile: In einigen Kulturen werden ältere Menschen möglicherweise als weniger wertvoll oder weniger relevant angesehen, was zu Vorurteilen und Diskriminierung führen kann.

 

Relativität von Alter

  • In jungen Jahren ist Alter/älter werden wichtig: „Ich bin schon 9 Jahre". Wenn Du mit 16 auf 14 Jahre geschätzt wirst, ist das für viele sicherlich nicht so toll.
  • Später: Ich will jünger sein, jünger geschätzt werden; das gilt als Kompliment
  • Es macht einen größeren Unterschied ob Du 11 oder 16 Jahre alt bist und einen geringeren Unterschied ob Du 41 oder 46 Jahre bist.
  • Ab einem gewissen Punkt verliert es für viele Menschen dann an Wichtigkeit? Es hat weniger Relevanz für den Menschen ob er/sie 81 oder 86 Jahre wird (i. S. v. mehr im Hier und Jetzt leben)

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

1. In welchen Phasen läuft eine Trennung ab?
2. Gefühle im Trennungsprozess  
3. Was erschwert das Loslassen/eine Trennung?
4. Wie beeinflussen Gedanken den Trennungsprozess?
5. Buchtipps

Ziel: Das Phänomen "Liebeskummer" besser verstehen; keine Tipps oder Hacks, wie Du damit umgehst

Der Schmerz einer Trennung wird oft herunter gespielt. Trennungen sind nicht nur Liebes-, sondern auch Lebenskrisen. Zukunftspläne, Existenzen und oftmals die eigene Identität sind betroffen. Das sind hochbelastete Phasen, in denen viele Veränderungen abverlangt werden.

Psyche und Körper: Broken Heart Syndrom bezeichnet eine Herzmuskelerkrankung infolge von grossem emotionalem oder auch körperliche Stress. Ursache ist psychosomatisch. Die Kombination aus Dauerbelastung und emotionalem Ausnahmezustand führen zu einem Zusammenbrauch. Menschen haben ähnliche Symptome, wie bei einem Herzinfarkt.


1. Vier Phasen der Trennungsverarbeitung / Trennungserfahrung

  1. Trennung nicht wahrhaben wollen
  2. Gefühle brechen aus
  3. Trennung akzeptieren / Neuorientierung
  4. Leben neu gestalten / Neues Lebenskonzept

1. Schock, Gefühle sind aufgewühlt, schwierig einen klaren Gedanken zu fassen, Alltag wird wie in Trance erledigt, oft Hoffnung, dass es doch nicht zu einer Trennung kommt, dann Enttäuschung, wenn das Gegenüber bei Trennungswunsch bleibt

2. Wenn die Erkenntnis einsickert, dass Trennung wirklich passiert und nicht nur eine Phase ist, intensive und auch ambivalente Gefühle: Wut, Trauer, Verzweiflung, Einsamkeit, Angst, Selbstzweifel, Hilflosigkeit, Schuldgefühle. Alles fühlt sich schwer an, Erinnerungen kommen hoch, jemals wieder glücklich sein, scheint nicht möglich, das eigene Leben/die eigene Person wird hinterfragt. Wer hat Schuld? Was hätte ich anders machen können/müssen/sollen? Gedanken drehen sich sehr und die Ex-Beziehung

3. Nach und nach wird Trennung akzeptiert, langsam Blick aus der Vergangenheit lösen und in die Zukunft blicken, Gedanken lösen sich von Ex-Beziehung, Perspektive erweitert sich, Tätigkeiten und Erlebnisse beginnen - auch ohne Ex Partner/in - wieder Spaß zu machen, neue Plänen werden geschmiedet, innere emotionalen und gedanklichen Verstrickungen können sich lösen

4. Beziehung ist verarbeitet, die Beziehung liegt in der Vergangenheit und bleibt ein Teil des Lebens, doch es wird das eigene Leben wieder in die Hand genommen, sich gestärkt fühlen und Erkenntnisse aus der ehem. Beziehung ziehen können bzw gezogen haben, Leben wieder genießen können

Der trennende Part durchläuft die Phase schon während der Beziehung.

Trennung- und Ablöseprozess dauert unterschiedlich lange.  Hängt vom Charaktertyp ab, Intensität des Trennungsschmerzes und von der Beziehung an sich und den Gefühlen zum Ex Partner / zur Ex Partnerin. Es kann gut 2-4 Jahren dauern bis sich die Partner mehr oder weniger wohlwollend und neutral ohne Stechen im Herzen begegnen. Manchmal dauert es weniger lang oder länger oder es wird nie möglich sein.


2. Gefühle im Trennungsprozess 
 
Oftmals Erleben eines breiten Gefühlsspektrums; intensive, Teils ambivalente Gefühle; Wut, Trauer, Verzweiflung, Einsamkeit, Angst, Selbstzweifel, Hilflosigkeit, Schuldgefühle. Jeder Mensch erlebt Gefühle anders, geht anders damit um. Darauf achten, welche Strategien habe ich, nutze ich? Können auch "Strategien" sein, wie z. B. Flucht in Alkohol, Medikamente, andere flüchtige Bekanntschaften, etc.

Viele Menschen haben grundsåtzlich nicht gelernt mit Gefühle umzugehen. Auch: Bloß weil ich Strategien habe und einen konstruktiven Umgang mit Gefühlen entwickelt habe, kann eine solche Ausnahmesituation alles Gelernte über den Haufen werfen.

Akzeptieren, dass die Gefühle da sind. Verantwortung für Gefühle übernehmen und auf unschädliche Weise ausdrücken. Sich selbst und dem /der Ex PartnerIn vergeben; evtl. professionelle Hilfe suchen. Jedes Gefühl macht auf etwas anderes aufmerksam bzw braucht etwas anderes.

 


3. Was erschwert das Loslassen? Was hindert uns daran?

  • Idealisierung
  • Der gescheiterte Lebenstraum
  • Schuldzuweisungen und Vorwürfe
  • Hoffnung auf Rückkehr des Partners

 

4. Wie beeinflussen Gedanken den Trennungsprozess?

 

Oft kommt es zu Kognitiven Verzerrungen (KVT, Aaron Beck), z. B.:

  • Katastrophendenken / Katastrophisieren
  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Übertriebene Verantwortung / Personalisieren

Das Katastrophendenken -  negative Ereignisse oder Situationen als extrem katastrophal zu betrachten; das Schlimmste erwarten; Schwierigkeiten, positive Möglichkeiten zu erkennen, z. B. dass die Trennung katastrophale Konsequenzen für einen haben wird

Schwarz-Weiß-Denken -  die Welt in absoluten Kategorien sehen und keinen Raum für Zwischentöne oder Nuancen lassen; Dinge entweder als absolut richtig oder als absolut falsch ansehen, z. B. in Auseinandersetzungen sich selbst als absolut im Recht zu sehen ("Ich mache alles richtig und Du machst alles falsch")

Übertriebene Verantwortung -  sich übermäßig verantwortlich für negative Ereignisse oder Situationen fühlen, auch wenn es objektiv betrachtet keinen direkten Grund dafür gibt, d. h sich selbst die Schuld für die Trennung geben und für alles Negative, das damit verbunden ist, die Verantwortung auf sich nehmen

5. Buchtipps

  • Annette Cina, Liebeskummer, lass mich los! Umgang mit Schmerz, Trauer und Wut
  • Doris Wolf, Wenn der Partner geht: Trennungsschmerz und Liebeskummer bewältigen
  • Hans Jellouschek, Trennungsschmerz und Neubeginn

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Einige Inhalte sind aus dem Buch "Späte Versöhnung" von Dorothee Döring. Bestimmte Ereignisse sollten (Familien-)therapeutisch begleitet werden.

1. Versöhnung bedeutet, friedvolle Beilegung von Streitigkeiten oder Zerwürfnissen; entgegenkommende Verständigung mit Gegnern oder Feinden

2. Ursachen für Beziehungskonflikte zwischen Eltern und Kindern
- Erwartungen der Eltern an sich selbst
(1) „Das Kind soll immer im Mittelpunkt der Familie stehen“; auch: Sich für die Kinder aufgeben oder aufopfern. Eltern haben auch Bedürfnisse und sollten auf diese achten. (2) „Elternliebe soll bedingungslos und grenzenlos sein“; bedingungslose Liebe bedeutet nicht, dass Kinder von vorne bis hinten bedient und umsorgt werden müssen. (3) „Eltern sollen immer geduldig und gelassen sein“; auch Eltern kann mal der Geduldsfaden reissen.

- Erwartungen der Eltern an ihre Kinder
Manche Eltern hegen Vorstellungen, wie ihr/e Kind/er sein sollten: Es sollte gesund, intelligent, gut aussehend sein, viele Freunde haben, im Kindergarten, in der Schule, auf der Uni zu den besten gehören, Karriere machen, den/die richtige Partnerin finden, usw. Das Kind als Projektionsfläche.

- Erwartungen der Kinder an ihre Eltern
Kinder wünschen sich -abhängig vom Alter - von ihren Eltern akzeptiert und anerkannt werden, dass die Eltern liebevoll und gefühlvoll sind, dass sie immer für sie da sind, Verständnis zeigen und gelassen sind, auf dem schulischen Weg die richtigen Weichen stellen, dass sie gerecht sind, besonders in Bezug auf Geschwister.

>> Häufig ist es für Kinder schwierig ihren Eltern mit Gelassenheit zu begegnen und für Eltern ist es häufig schwierig die Kinder als freie, erwachsene und selbstbestimmte Menschen wahrzunehmen. Was Kinder als Freiheit verstehen, interpretieren ihre Eltern oftmals als Rebellion. Aber auch: Eltern haben oft das Gefühl es nicht recht machen zu können. Entweder fühlen sich die Kinder überbehütet /nie losgelassen oder nicht genug geliebt /vernachlässigt.

3. Was Kindern ihren Eltern oftmals vorwerfen:
- von den Eltern nicht genug geliebt worden zu sein
- mit den Gefühlen der Kinder nicht richtig umgegangen zu sein
- von den Eltern nicht verstanden worden zu sein
- mangelnde Dankbarkeit, wenn Eltern gepflegt werden
- ungleiche Verteilung der Liebe auf die Kinder
 
4. Befreiung aus den Fesseln der Vergangenheit
Erster Ansatzpunkt aus einer negativen Haltung ggü den Eltern herauszufinden ist sich zu fragen: Was haben meine Eltern gut gemacht?
Was auch helfen kann, sich mit der Biografie der Eltern zu beschäftigen.

> Aus Opferrolle heraustreten: „Das alles ist zwar passiert, aber es darf nicht den Rest meines Lebens bestimmen. Ich nehme mein Leben in die Hand. Ich will nicht passiv bleiben. Ich will nicht Opfer bleiben. Ich tue etwas.“

Ein Versöhnungsweg ist anstrengend, weil er das Höchste fordert, was ein Mensch geben kann: Einen anderen gelten lassen, obwohl man durch ihn/sie zurückgewiesen wurde, einen anderen annehmen, bowl man durch ihn/sie Kränkung erlitten hat. Die Versöhnung ist letztlich mehr für die Person, die sich versöhnen will. Es geht darum eine Last abzulegen, die Last der Vorwürfe,Versäumnisse und Schuldzuweisungen. Die meisten Menschen vermeiden die Auseinandersetzung mit ihren Eltern/mit schwierigen elterlichen Themen. Emotionen und Schmerz wird verdrängt, in der Hoffnung, dass sie damit weg sind.  Auch der Tod der Eltern befreit das Kind nicht von seiner Herkunftsgeschichte und stellt nicht automatisch den gewünschten (inneren) Frieden her. Der Tod der Eltern ist auch ein Abschied von Hoffnungen und Illusionen, von der Liebe und der Sehnsucht des Kindes in uns ist.

5. Schritte auf dem Weg zur Versöhnung

  • Die Auseinandersetzung mit sich selbst; Aussöhnung mit dem inneren (verletzten) Kind. Wie gehe ich mit mir um? Habe ich mit mir selbst Frieden geschlossen?
  • Perspektivwechsel; Versuchen die Eltern (deren Biografie) zu verstehen. Wie schauen sie auf die Welt?
  • Relativierung; Das Verhalten der Eltern neu zu bewerten und nachsichtiger zu sein. Wo kann ich mehr Verständnis entwickeln? Wo erkenne ich Verhalten meiner Eltern bei mir selbst?
  • Biografie der Eltern; Traumata, Geheimnisse, Legenden, Mythen in der Familie

- In welcher Zeit haben meine Eltern während ihrer Kindheit und Jugend gelebt?
- Wie waren ihre Lebensbedingungen und wie haben sie sich selbst gesehen und erlebt (Selbstbild)?
- Was waren ihre Vorbilder? Von welchem Zeitgeist wurden sie beeinflusst?
- Wie war die Bez. meiner Eltern zu ihren Eltern? Welche seelische Mitgift erhielten sie?
- Mit welchem Geschlechter - bzw Rollenverständnis sind sie aufgewachsen?

6. Versöhnung am Sterbebett
Manchmal kommt die Versöhnung erst am Sterbebett. Eltern wollen reinen Tisch machen, wissen manchmal jedoch nicht wie. Kinder ahnen, dass mit dem Tod der Eltern sich die schwierigen Themen nicht plötzlich in Wohlgefallen auflösen werden. Manchmal haben sich Konflikte über die Jahre verselbstständigt; beruhen vielleicht auf kleinen  Anlässen. Manchmal wissen die Eltern gar nicht, was die Kinder ihnen vorwerfen.

Versöhnung kann man nicht verordnen. Voraussetzung für eine späte Versöhnung am Sterbebett besteht darin, den Anspruch auf Rache und Genugtuung aufzugeben, in dem man anderen ihr schuldhaftes Verhalten nicht mehr übel nimmt.  Versöhnung ist harte Arbeit, die hohe Anforderungen an Menschen stellt, denn es geht darum, sich selbst unter die Lupe zu nehmen, um zur Einsicht zu komme, dass es bei Konflikten nie nur einen Schuldigen geben kann.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der zweiten Episode:

 

Oft besteht ein großer Wunsch nach Harmonie in einer Beziehung. Heißt dass, dass immer Harmonie bestehen soll? Oder nur manchmal? Oder wie oft? Wenn gelegentlich gestritten wird, heißt das ja nicht, das keine Harmonie besteht.


Häufig heißt es: „Dann herrscht dicke Luft und wir sprechen nicht miteinander“. Dem auszuweichen bedeutet oftmals Gefühle nicht aushalten zu können. In Konflikten streiten häufig nicht die Erwachsenen sondern die inneren Kinder! Die Frage ist: Was habe ich zu Hause gelernt? Die Themen, die mich aufregen, was haben die mit mir zu tun?

Oft ist eine Schwierigkeit sich wieder zu versöhnen Warum fällt das schwer?
Versöhnen kann für Menschen aus verschiedenen Gründen schwer sein.


    1    Stolz und Ego: Stolz und das Bedürfnis, im Recht zu sein, können es schwer machen, auf die andere Person zuzugehen und sich zu versöhnen. Ein Mensch kann sich möglicherweise davor scheuen, sich zu entschuldigen oder nachzugeben, weil er Angst vor einem Gesichtsverlust hat.
    2    Verletzte Gefühle: Wenn jemand durch den Konflikt oder die Auseinandersetzung verletzt wurde, können diese Verletzungen tief sitzen und es schwer machen, Vergebung zu gewähren oder sich zu versöhnen. Die Emotionen können intensiv sein und die Bereitschaft zur Versöhnung beeinträchtigen.
    3    Misstrauen: Nach einem Konflikt kann das Vertrauen zwischen den Beteiligten erheblich erschüttert sein. Misstrauen kann es schwierig machen, wieder eine positive Beziehung aufzubauen und sich zu versöhnen.
    4    Gefühl der Ungerechtigkeit: Wenn jemand das Gefühl hat, unfair behandelt worden zu sein oder dass der Konflikt nicht gerecht gelöst wurde, kann dies die Bereitschaft zur Versöhnung beeinträchtigen. Das Gefühl der Ungerechtigkeit kann zu Groll führen.
    5    Kommunikationsprobleme: Wenn die Kommunikation zwischen den Beteiligten während des Konflikts schlecht war oder wenn es Schwierigkeiten gibt, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, kann dies die Versöhnung behindern.
    6    Wiederholte Konflikte: Wenn Konflikte in der Beziehung häufig auftreten und sich wiederholen, kann dies die Motivation zur Versöhnung verringern. Ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit kann entstehen.
    7    Schwierige Vergangenheit: Manchmal haben Menschen eine schwierige Vergangenheit mit der anderen Person, die den Konflikt ausgelöst hat. Diese vergangenen Erfahrungen können es schwer machen, sich zu versöhnen, selbst wenn der aktuelle Konflikt anders ist.

Wie geht versöhnen?
Die Versöhnung in zwischenmenschlichen Beziehungen ist ein wichtiger Schritt, um Konflikte beizulegen:


    1    Reflektion und Selbstbewusstsein: Bevor Du versuchst, Dich zu versöhnen, ist es hilfreich, Dir Zeit zu nehmen, um über Deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse nachzudenken. Versuche klar zu verstehen, was Du in der Situation empfunden hast und was Du Dir von der Versöhnung erhoffen.
    2    Kommunikation: Der erste Schritt zur Versöhnung ist oft die offene und ehrliche Kommunikation mit der anderen Person. Versuche in einem ruhigem Ton zu sprechen und verwende "Ich"-Aussagen, um Deine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Zum Beispiel: "Ich habe mich verletzt gefühlt, als das passiert ist."
    3    Zuhören: Hören aufmerksam zu, wenn die andere Person spricht, und versuche zu verstehen, wie sie sich fühlt und warum sie gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Aktives Zuhören ist entscheidend für eine erfolgreiche Versöhnung.
    4    Verständnis zeigen: Zeigen Empathie und Verständnis für die Perspektive der anderen Person. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass Du ihre Handlungen billigst, sondern dass Du versuchst, die Gründe dahinter zu verstehen.
    5    Verantwortung übernehmen: Wenn Du einen Fehler gemacht hast oder zu dem Konflikt beigetragen hast, sei  bereit, Verantwortung zu übernehmen und Dich zu entschuldigen. Eine aufrichtige Entschuldigung kann oft den Weg zur Versöhnung ebnen.
    6    Vergebung: Wenn die andere Person einen Fehler gemacht hat und sich entschuldigt hat, erwäge ihr zu vergeben. Vergebung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Versöhnung und hilft dabei, alte Wunden zu heilen.
    7    Gemeinsame Lösungen finden: Nachdem Du Deine Gefühle ausgedrückt hast und die andere Person gehört wurde, arbeite  zusammen, um Lösungen für das Problem oder den Konflikt zu finden. Ziel ist es, eine Vereinbarung zu treffen, die für beide Seiten akzeptabel ist.
    8    Geduld haben: Versöhnung kann Zeit in Anspruch nehmen, besonders bei schwerwiegenderen Konflikten. Versuche geduldig zu sein und gib der Versöhnung Zeit sich zu entwickeln.

2 Konflikt Modelle
Die Vier Reiter der Apokalypse
Dieses Modell wurde von Dr. John Gottman entwickelt und beschreibt vier destruktive Verhaltensweisen, die in Konflikten in Partnerschaften besonders schädlich sind: Kritik, Verachtung, Abwehr und Steinigung (Stonewalling). Diese Verhaltensweisen können zu einer Eskalation von Konflikten führen.

  • Kritik (criticism) - äußern von Vorwürfen oder negativen Urteilen über den Partner/die Partnerin (beinhaltet oft persönliche Angriffe)
  • Verachtung (contempt) - besonders destruktive Form der Kritik (Herabsetzen des Partners/der Partnerin)
  • Abwehr (Defensiveres) - Abwehr tritt auf, wenn eine Person auf Kritik oder Vorwürfe mit Verteidigung reagiert, anstatt Verantwortung zu übernehmen oder auf die Bedenken des Partners einzugehen.
  • Steinigung (Stonewalling) - Steinigung bedeutet, dass ein Partner in einer Konfliktsituation emotional abblockt oder sich zurückzieht. Dies kann durch Schweigen, die Vermeidung von Augenkontakt oder das Ignorieren des Partners ausgedrückt werden


Schema Modell
Dieses Modell besagt, dass Menschen in Beziehungen oft unbewusste Schemata oder Muster aus ihrer Kindheit und früheren Erfahrungen mitbringen, die ihr Verhalten in Konflikten beeinflussen. Die Identifizierung und das Verständnis dieser Schemata können helfen, die zugrunde liegenden Ursachen von Konflikten zu verstehen. Ein (Mit)Begründer des Modells ist Dr Jeffrey Young.

Elterliche Schemata - was habe ich von den Eltern gelernt?
Auslöser - Bestimmte Situationen und Verhaltensweisen können Schemata aktivieren/starke Emotionen hervorrufen
Kognitive Verzerrungen - Schemata können zu kognitiven Verzerrungen führen, die Menschen Informationen in einer Weise interpretieren lassen, die ihre negative Schemata bestätigen
Wiederholungsmuster - Muster aus Kindheit wiederholen
Selbstkonzept - Negatives Selbstbild kann dazu führen, dass ein Mensch in Konflikten defensiv oder zurückgezogen reagiert

 

Schemas oder Schemata sind sogenannte Lebensfallen, welche aus Erinnerungen, Gefühlen, Gedanken und Körperwahrnehmung bestehen
Schemata sind z. B. Unterwerfung: In Beziehungen den anderen stets die Oberhand lassen; starke Tendenz, sich unterordnen, um gefürchtete negative Konsequenzen (z. B. Verlassen werden, Wut, Ärger von anderen) zu vermeiden.
Selbstaufopferung: Überzeugung, stets für andere da sein und  sich intensiv um sie zu kümmern zu müssen. Eigene Bedürfnisse werden nicht unterdrückt oder verleugnet. Entwicklung von Schuldgefühlen, wenn eigene Bedürfnisse wahrgenommen werden.
Emotionale Gehemmtheit: Angst davor haben, angenehme oder unangenehme Gefühle wahrzunehmen, zu zeigen oder spontan zu sein.

Wie geht streiten?
Streiten kann auf verschiedene Arten angegangen werden, und es gibt Möglichkeiten, Konflikte auf konstruktive und respektvolle Weise zu lösen. Hier sind einige Schritte und Techniken, um effektiv zu streiten:

  • Wähle den richtigen Zeitpunkt und Ort: Suche einen ruhigen und privaten Ort, um über das Problem zu sprechen. Vermeide in der Hitze des Moments zu streiten.
  • Versuche ruhig zu bleiben und starke aufbrausende Emotionen unter Kontrolle zu halten. Emotionale Ausbrüche können den Konflikt verschlimmern.
  • Aktives Zuhören: Höre aufmerksam zu, wenn die andere Person spricht, und versuche zu verstehen, was sie sagt. Stelle sicher, dass Du ihre Perspektive verstehst, bevor Du reagierst.
  • Vermeide Schuldzuweisungen: Anstatt die Schuld auf die andere Person zu schieben, konzentriere Dich auf Deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Verwende "Ich"-Aussagen, um Deine Gedanken und Gefühle auszudrücken, z.B. "Ich fühle mich verletzt, wenn..."
  • Vermeiden von Verallgemeinerungen: Spreche über spezifische Vorfälle und Verhaltensweisen, anstatt Verallgemeinerungen wie "immer" oder "nie" zu verwenden.
  • Bleibe beim Thema: Konzentriere Dich auf das konkrete Problem oder den Konflikt, den Du lösen möchten, und weiche nicht auf andere Themen aus.
  • Suchen nach Lösungen: Statt den Konflikt endlos zu diskutieren, konzentriere Dich auf die Suche nach praktischen Lösungen.
  • Kompromissbereitschaft: Sei bereit, Kompromisse einzugehen und auf die Bedürfnisse und Wünsche der anderen Person einzugehen.
  • Lernen aus dem Konflikt: Nutze den Streit als Gelegenheit, um mehr über Dich selbst und Deine Beziehung zur anderen Person zu erfahren. Überlege wie ähnliche Konflikte in Zukunft vermieden werden können.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der ersten Episode:

 

Streit bezogen auf enge, vertraute Beziehungen z. B. Partnerschaft, in der Familie oder einem guten Freund/ einer guten Freundin - wo Du Dich bzw. Dein inneres Kind sich sicher fühlt.


Welche Arten von Streit gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Streittypen, die auf unterschiedlichen Ursachen, Merkmalen und Mustern beruhen. Hier sind einige der häufigsten Streittypen:


    1    Machtstreit: In einem Machtstreit geht es darum, wer die Kontrolle oder die Autorität in einer Beziehung oder Situation hat. Dies kann in persönlichen Beziehungen, am Arbeitsplatz oder in sozialen Gruppen auftreten.
    2    Beziehungskonflikt: Beziehungskonflikte betreffen die Dynamik zwischen Menschen und können auf Vertrauensproblemen, Eifersucht, Misstrauen oder anderen Beziehungsherausforderungen beruhen.
    3    Arbeitsplatzkonflikt: Diese Art von Konflikten tritt am Arbeitsplatz auf und kann auf Unterschieden in Arbeitsstilen, Hierarchie, Rollen und Verantwortlichkeiten beruhen.
    4    Familienkonflikt: Familienkonflikte sind oft komplex und können verschiedene Ursachen haben, einschließlich persönlicher Differenzen, Erbschaftsstreitigkeiten, Erziehungsfragen oder Interessenkonflikten innerhalb der Familie.
    5    Nachbarschaftsstreit: Diese Konflikte können in Wohngegenden auftreten und sich auf Themen wie Lärm, Grundstücksgrenzen oder unterschiedliche Lebensstile beziehen.

Welche negativen Strategien gibt es mit Streit umzugehen?
Es gibt verschiedene negative Strategien, mit denen Menschen auf Konflikte und Streit reagieren können. Diese Strategien können dazu führen, dass Konflikte eskalieren und Beziehungen belastet werden. Hier sind einige häufige negative Strategien im Umgang mit Streit:


    1    Vermeidung: Menschen, die Konflikten aus dem Weg gehen, versuchen, Konfrontationen zu vermeiden, indem sie das Problem ignorieren oder zurückhalten, was sie wirklich denken oder fühlen. Dies kann dazu führen, dass unbehandelte Konflikte sich im Laufe der Zeit verschlimmern.
    2    Passive Aggressivität: Bei dieser Strategie drücken Menschen ihren Ärger oder ihre Unzufriedenheit indirekt aus, oft durch subtile Bemerkungen, Sarkasmus oder passives Verhalten. Dies erschwert die Konfliktlösung, da die eigentlichen Probleme nicht offen angesprochen werden.
    3    Schuldzuweisung: Einige Menschen neigen dazu, die Schuld für Konflikte ausschließlich auf andere abzuwälzen, anstatt Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen. Dies führt oft zu einem gegenseitigen Schuldzuweisungsspiel, das den Konflikt verschärft.
    5    Schweigen und Abweisung: In dieser Strategie ziehen sich Menschen emotional zurück, schweigen und weisen die Bedürfnisse oder Gefühle der anderen Person ab. Dies kann dazu führen, dass die andere Person sich unverstanden und ungeliebt fühlt.
    6    Ultimatum stellen: Das Setzen von Ultimatums kann den Konflikt eskalieren lassen und die andere Person unter Druck setzen, eine Entscheidung zu treffen, die sie vielleicht nicht treffen möchte.
    7    Übermäßige Kritik: Konstantes Kritisieren und Herumhacken auf Fehlern der anderen Person kann zu einem destruktiven Muster führen, das das Selbstwertgefühl und das Vertrauen beeinträchtigt.
    8    Rückzug und Isolation: Manche Menschen ziehen sich in sozialer Isolation zurück, um Konflikten zu entgehen. Dies kann zu sozialer Entfremdung führen und das Problem nicht lösen.
    9    Manipulation: Manipulative Taktiken, wie Schuldgefühle erzeugen oder Lügen, um den Konflikt zu verbergen oder die andere Person zu beeinflussen, sind inakzeptabel und führen selten zu einer positiven Lösung.
    10    Sturheit: Das Festhalten an einer festen Position und die Unwilligkeit, Kompromisse einzugehen, können den Konflikt verlängern und die Beziehung belasten.

Warum ist streiten für viele Menschen schwierig?
Streiten ist für viele Menschen schwierig aus einer Vielzahl von Gründen:


    1    Emotionale Belastung: Streitigkeiten können emotional belastend sein. Konflikte lösen oft Stress, Angst, Wut und Frustration aus, was unangenehm sein kann. Viele Menschen scheuen diese negativen Emotionen und versuchen, Konfrontationen zu vermeiden.
    2    Angst vor Ablehnung: Menschen fürchten oft, dass ihre Meinungen oder Gefühle im Streit abgelehnt oder nicht respektiert werden. Diese Angst vor Zurückweisung kann dazu führen, dass sie Konflikte vermeiden, um die Harmonie in Beziehungen aufrechtzuerhalten.
    3    Kommunikationsfähigkeiten: Nicht jeder verfügt über die notwendigen Fähigkeiten, um konstruktiv zu streiten. Es erfordert eine effektive Kommunikation, um Meinungsverschiedenheiten zu klären und Lösungen zu finden. Viele Menschen haben Schwierigkeiten damit, ihre Gedanken und Gefühle klar auszudrücken.
    4    Konfliktvermeidung: Einige Menschen neigen dazu, Konflikte zu vermeiden, weil sie glauben, dass es einfacher ist, Probleme zu ignorieren, anstatt sie anzugehen. Sie fürchten, dass der Streit die Situation nur verschlimmern wird.
    6    Mangelnde Kompromissbereitschaft: Ein weiterer Grund für Schwierigkeiten beim Streiten kann die mangelnde Bereitschaft zur Kompromissfindung sein. Wenn eine Person stur auf ihrer Meinung beharrt und nicht bereit ist, auf die Bedenken oder Ansichten anderer einzugehen, wird der Konflikt oft intensiver.
    7    Angst vor Eskalation: Einige Menschen haben Angst davor, dass ein Streit eskaliert und in einen aggressiven oder gar gewalttätigen Konflikt übergeht. Diese Angst vor physischer oder emotionaler Gewalt kann dazu führen, dass Konflikte vermieden werden. (Physische und psychische Gewalt ist immer abzulehnen!)

Jeder Streit bietet Dir die Möglichkeit Dich weiterzuentwickeln oder etwas über Dich zu erkennen!  Es gilt: Interessiert nachzufragen! Den anderen verstehen zu wollen! „Gesundes Streiten“ setzt auch Bewusstheit über die eigenen Themen voraus! Warum regt mich das auf? Viele Menschen sagen: „Das regt mich auf“ oder „Ich will das so und so“,  können das aber nicht weiter ausführen oder begründen.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Einige Inhalte und Ideen stammen aus dem Buch "Wut und Böse" von Ciani-Sophia Hoeder.

 

Entstehungstheorien von Wut

  • Aggressionstrieb nach Sigmund Freud; Wut als angeborener Trieb, der sich entladen muss
  • Frustrations-Aggressions-Theorie/Hypothese nach Dollard & Miller; Wut entsteht aus Frustration, wenn Ziele blockiert oder Bedürfnisse nicht befriedigt werden.
  • Lerntheorie nach Albert Bandura (Wut als erlerntes Verhaltensmuster)
  • Allgemeines Aggressions-Modell (General Aggression Model) Anderson und Bushman; multifaktorielles Modell, verschiedene Faktoren (z.B. Persönlichkeit, situative Merkmale, biologische Einflüsse) beeinflussen die Entstehung von Aggression.

Wut und Aggression ist nicht das gleiche; Wut = heftiger, unbeherrschter, durch Ärger o. Ä. hervorgerufener Gefühlsausbruch, der sich in Miene, Wort und Tat zeigt.

 

Aggression = durch Affekte ausgelöstes, auf Angriff ausgerichtetes Verhalten des Menschen.

Dorsch Lexikon der Psychologie: Aggression = eine Klasse von sozialen Verhaltensweisen, die mit der Absicht ausgeführt werden, eine Person zu schädigen; Gewalt ist eine Unterform von Aggression

 

Wut wird sehr häufig als „negative“ oder schlechte Emotion bezeichnet; Gesellschaftliche Prägungen beeinflussen, was als positive und was als negative Emotion wahrgenommen wird. Wut wird häufig als schlecht für die Gesundheit angesehen; Frage: Macht Wut krank? Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass unterdrückte Wut sich irgendwann Bahn bricht und das kann sich auch gesundheitlich zeigen/auswirken.

 

Wut ist nicht das Problem sondern unsere Konventionen. Konventionen = Regel des Umgangs, des sozialen Verhaltens, die für die Gesellschaft als Verhaltensnorm gilt.  „Sie beeinflussen, wie wir unsere Gefühle zeigen, was wiederum durch unsere Gesellschaft beurteilt wird, und das verändert unsere Selbstwahrnehmung."

 

Insbesondere der Blick auf die „wütende Frau“ darf neu gedacht werden. Wütende Frauen gelten als schwierig, kompliziert, hysterisch; eine Zicke, Furie; umprofessionell, angespannt. Unterschiedliche Wertung bei Männer und Frauen. Wütende Frauen sind schwierig und wütende Männer sind stark und eigensinnig.

 

Die Wut von Frauen wurde über die Jahrhunderte unterdrückt, negativ bewertet. Das liegt u. a. (lt. Psychologin Teresa Bernardez) an der gesellschaftlichen Stellung der Frau als Untergebene und der Rolle des „weiblichen Ideals“, das sowohl Unterordnung als auch das Dienen und Kümmern enthält.

 

Weibliche Wut - wann verlernen wir sie? Häufig wird Jungs mehr Wut zugestanden oder es wird von den Eltern mehr darauf eingegangen. Bei Mädchen wird sie eher übersprungen oder ausgespart. Die Frage: Wie sollen Frauen und Mädchen sein? Lieb und nett. Frieden stiften. Sich kümmern.

 

Self-Silencing (nach Dana Crowley Jack) bedeutet, dass Frauen sich aufgrund der geschlechtsspezifischen Erwartungen unserer Gesellschaft innerhalb intimer Beziehungen selbst zensieren und einschränken (Forschung zu psychosozialen Faktoren hinter weiblicher Depression).

 

„Wut ist theoretisch neutral. In der Realität allerdings nicht. Viele verschiedene Faktoren kommen zusammen, um weibliche Wut strukturell abzuwerten. Das vereinfacht es, sie zu ignorieren und zu verwerfen."

 

"Wir leben in einer patriarchalischen Welt. Dieser müssen Frauen sich anpassen. Um darin zu bestehen, lernen wir früh, diese Welt zu navigieren und unser Verhalten anzugleichen.“

Frauen in Business Welt - Wenn sie wütend sind, sind sie Zicken. Wenn sie zu wenig wütend sind, zu lasch.  Wut ist egoistisch. Frauen sollen selbstlos sein.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Zur Podcastfolge gibt es ein übersichtliches Mindmap zum Download.

1) Was ist überhaupt ein Ziel?

Wikipedia sagt: „Von einer Person selbst gesetzter oder vorgegebener Soll-Zustand, der durch Handeln oder Unterlassen angestrebt wird.“

 

Die Aufgabe ist die Investition. Das Ziel ist das Ergebnis. Also die Aufgabe ist der Input und das Ziel der Output. Wenn Dein Ziel ist von einer Insel zur nächsten zu rudern, dann ist es Deine Aufgabe Dich ins Boot zu setzen und zu rudern.

Sehr einfaches Beispiel - im echten Leben wesentlich komplexer

 

Was ist wenn ich nicht weiß, was ich will?

„Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“

 

 

 

 

2) Nach welchen Kriterien kann man Ziele unterscheiden? (Arten von Zielen)

Zeithorizont: Kurzfristige, langfristige Ziele, Etappenziele

Ziele nach Lebensbereiche: Berufliche /akademische, finanzielle gesundheitliche Ziele, Beziehungsziele

Übergeordnet: Lebensziel

 

3) Was ist die Funktion von Zielen?

  • Richtungsweisend - Ziele bieten eine klare Richtung und helfen dabei, den Fokus auf bestimmte Aktivitäten, Projekte oder Lebensbereiche zu lenken.
  • Motivierend- Das Setzen von Zielen kann intrinsische Motivation fördern. Die Aussicht auf Erreichung motiviert Menschen bspw. Hindernisse zu überwinden.
  • Förderung der Selbstregulation: Menschen entwickeln die Fertigkeiten, ihre Zeit zu organisieren, Prioritäten zu setzen und ihre eigenen Fortschritte zu sehen/zu erkennen.
  • Verbesserung der Leistung - Ziele können die Leistung steigern, indem sie klare Erwartungen setzen, das Engagement erhöhen und ein Gefühl der Verantwortlichkeit schaffen.
  • Stressbewältigung: Klare Ziele können Stress reduzieren, indem sie Unsicherheit minimieren und ein Gefühl der Kontrolle über die eigenen Handlungen und Ergebnisse vermitteln.

4) Warum setzen manche Menschen Ziele und manche nicht?

  1. Motivation und Persönlichkeit: Menschen haben unterschiedliche Grade an intrinsischer Motivation. Einige sind von Natur aus zielorientiert und suchen aktiv nach Herausforderungen, während andere weniger motiviert sind, bestimmte Ziele zu verfolgen.
  2. Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen: Menschen, die an ihre Fähigkeit glauben, Ziele zu erreichen (Selbstwirksamkeit), neigen eher dazu, sich Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Selbstvertrauen und die Überzeugung, dass Anstrengungen tatsächlich zu Erfolg führen können, sind wichtige Faktoren bei der Zielsetzung.
  3. Umwelt- und Kulturkontext: Der kulturelle Hintergrund und die Umgebung, in der Menschen aufwachsen oder leben, können die Einstellung zur Zielsetzung beeinflussen. Kulturelle Werte und soziale Normen können einen Einfluss haben.
  4. Bildung und Erfahrung: Menschen, die über Bildung und Erfahrungen verfügen, die ihre Fähigkeit zur Zielsetzung stärken, neigen möglicherweise eher dazu, sich Ziele zu setzen.
  5. Äußere Anreize und Belohnungen: Einige Menschen setzen sich Ziele, wenn sie klare Anreize oder Belohnungen sehen. Wenn die Umgebung positive Verstärkung für das Erreichen von Zielen bietet, kann dies die Motivation erhöhen, sich Ziele zu setzen.
  6. Psychische Gesundheit: Psychische Gesundheitsprobleme können die Fähigkeit beeinträchtigen, Ziele zu setzen und zu verfolgen.
  7. Lebensumstände: Externe Faktoren wie finanzielle Schwierigkeiten, familiäre Probleme können die Fähigkeit und den Wunsch, Ziele zu setzen, stark beeinträchtigen.

5) Wann sind Ziele sinnvoll und wann nicht?

Ziele sind sinnvoll, wenn…

1) sie motivierend und sinnstiftend sind: Ziele können Motivation und einen Sinn im Leben bieten. Sie können eine klare Richtung vorgeben und dazu beitragen, dass Menschen sich auf etwas konzentrieren, das für sie wichtig und erfüllend ist.

2) sie die persönliche Entwicklung fördern: Ziele sind nützlich, wenn sie die persönliche Entwicklung fördern. Das Setzen von Zielen, die auf das Lernen neuer Fähigkeiten und auf persönliches Wachstum ausgerichtet sind, können bereichernd sein.

3) sie einen Fokus geben: Ziele ermöglichen es, den Fokus zu schärfen und Ressourcen effizienter zu nutzen. Sie dienen als Leitlinien für Prioritäten und Handlungen.

 

Ziele sind möglicherweise nicht sinnvoll, wenn sie...

1) zu ständiger Unzufriedenheit beitragen: Wenn das Streben nach Zielen zu anhaltender Unzufriedenheit führt, weil sie bspw. unrealistisch sind oder phasenweise zu intensiver Unzufriedenheit führt

2) eine Fixierung auf externe Bewertung mit sich bringen: Wenn Ziele ausschließlich auf externen Bewertungen basieren und nicht mit persönlichen Werten und inneren Motivationen übereinstimmen

3) übermäßigen Stress auslösen: Wenn die Verfolgung von Zielen zu übermäßigem Stress, Angst oder gesundheitlichen Problemen führt

4) eine mangelnde Anpassungsfähigkeit vorliegt: Starrheit in Bezug auf Ziele kann zu Problemen führen, wenn sich die Lebensumstände ändern oder neue Prioritäten entstehen

 

6) Ziele im Kontext von leistungsgesellschaftlichen Ansprüchen

Leistungsgesellschaftliche Ansprüche: Produktivität, Effizienz, Wettbewerb, Steigerung des BSP

Prägung nach Zielvorgaben: Bessere Noten, höhere Einkommen, strafferer Bauch

 

Ziele sind oft eng mit den Ansprüchen einer Leistungsgesellschaft verbunden.

1)  Individuelle Leistungsbewertung: In einer Leistungsgesellschaft wird der individuelle Wert oft durch persönliche Leistungen und Erfolge gemessen.

2) Wettbewerb und Vergleich: Ziele in einer Leistungsgesellschaft werden oft in einem kontextuellen Rahmen des Wettbewerbs und Vergleichs gesetzt.

3) Karriereentwicklung: In beruflichen Kontexten sind Ziele häufig mit der persönlichen Karriereentwicklung verbunden. Der Drang nach beruflichem Erfolg und Aufstieg ist eine charakteristische Eigenschaft einer Leistungsgesellschaft, und Ziele dienen als Mittel, um diese Ambitionen zu erreichen.

4) Ökonomische Ziele: Leistungsgesellschaften setzen oft starke Anreize für wirtschaftlichen Erfolg.

5) Selbstverwirklichung und Selbstwertgefühl: In einer Leistungsgesellschaft kann das Erreichen von persönlichen Zielen ein Mittel zur Selbstverwirklichung und zur Steigerung des Selbstwertgefühls sein.

6) Fokus auf Produktivität: Ziele sind oft darauf ausgerichtet, die Produktivität zu steigern und Ergebnisse zu erzielen.

Exkurs: Vorurteile ggü Menschen, die keine Ziele haben

 

7) Kritik an Zielen

>> Über Ziele das leben kontrollieren wollen; „Ich will das Leben kontrollieren“, „es soll so laufen, wie ich das will“, „das gibt mir Sicherheit“ - all das, kann übermäßig werden

 

Ziele sind auf die Zukunft ausgerichtet vs. Ich bin im Jetzt, Ich bin im Flow

Dürfen Dinge auch so bleiben wie sie sind ?

Muss es immer höher, schneller, weiter sein?

Anspruch sich immer weiter entwicklen müssen überdenken

Wenn es ein Thema für Dich ist: Kannst Du Dir Phasen ohne Ziele erlauben?

 

1) Fixierung auf Ergebnisse statt Prozesse: Einige Kritiker argumentieren, dass das Festlegen von Zielen dazu führen kann, dass Menschen sich zu sehr auf das endgültige Ergebnis konzentrieren und den Prozess der Arbeit oder des Lernens vernachlässigen.

2) Verlust der Freude an der Aktivität: Das zwanghafte Verfolgen von Zielen kann dazu führen, dass Menschen die Freude an einer Aktivität oder einem Projekt verlieren.

3) Entmutigung bei Nichterreichen von Zielen: Wenn Ziele nicht erreicht werden, kann dies zu Enttäuschung, geringem Selbstwertgefühl und dem Gefühl des Versagens führen. Dies kann besonders problematisch sein, wenn die Ziele unrealistisch oder zu ambitioniert gesetzt wurden.

4) Risiko der Vernachlässigung anderer Lebensbereiche: Die Fixierung auf berufliche oder finanzielle Ziele kann dazu führen, dass andere Lebensbereiche vernachlässigt werden, wie z.B. Gesundheit, Beziehungen oder Freizeit. Dies kann zu einem unausgewogenen Lebensstil führen.

5) Festhalten an ungeeigneten Zielen: Manchmal halten Menschen an Zielen fest, auch wenn sich die Umstände geändert haben oder die Ziele nicht mehr relevant sind. Dies kann zu einer Verschwendung von Ressourcen und Energie führen.

6) Stress und Angst: Der Druck, bestimmte Ziele zu erreichen, kann Stress und Angst verursachen. Insbesondere wenn die Ziele unrealistisch sind oder externe Erwartungen erfüllt werden müssen, kann dies zu erheblichem Druck führen.

7) Nicht-Berücksichtigung von unvorhersehbaren Ereignissen: Das Leben ist oft von Unsicherheit geprägt, und das Festhalten an festen Zielen kann Schwierigkeiten bei der Bewältigung unvorhersehbarer Ereignisse mit sich bringen.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Einige Ideen dieser Folge stammen aus dem Buch „111 Mental Hacks“ von Antje Heimsoeth. Zur Podcastfolge gibt es eine Grafik, die Inhalte verdeutlicht.

 

Annäherung an das Thema aus dem Blickwinkel von Sportlerinnen/Leistungssportlerinnen/ Extremsportlerinnen. Bspw. Extremsportlerin: Anja Blacha erreichte in 2019 als erste Frau ohne externe Hilfe den Südpol.

 

Andere Extremsportarten: Klettern/Bergstiegen/Free Soloing, Ultramarathons, Triathlon um die Welt. Mögliche Motivationen dafür: Grenzen erfahren, Titelgewinn, Weltranglisten Erste/r sein, Rekordhalter/in sein, sich selbst überwinden.

 

Wie trainieren sie dafür und was kann Mensch daraus lernen?  Disclaimer: Mentale Stärke für den Alltag, alltägliche Herausforderungen; bezieht sich nicht auf Ausnahmesituationen. Da kann sie natürlich auch helfen, das ist hier aber nicht gemeint.

 

Was ist Mentale Stärke?

„Mentale Stärke bedeutet sein Leistungsspektrum ungeachtet von Widrigkeiten und inneren und äußeren Störfaktoren am Tag X voll und ganz ausschöpfen zu können.“ Synonyme für mentale Stärke = Grit, Ausdauer, Beharrlichkeit, Durchhaltewillen, Resilienz, Entschlossenheit, innere Stärke

 

Mentale Stärke entsteht durch den Einklang

zwischen Sein und Handeln,

zwischen Wunsch und Wirklichkeit ,

zwischen Wollen und Tun.

 

Mentale Stärke ist nicht angeboren, sondern von jedem Menschen erlernbar.

 

Wozu ist mentale Stärke gut?

Mentale Stärke hilft dabei Druck und Widrigkeiten Stand zu halten. Mentale Stärke hilft bei Stress und belastenden Situationen Gelassenheit, Ruhe und einen klaren Kopf zu bewahren. Mentaltraining wirkt sich positiv auf Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwert aus; auf selbstsicheres Auftreten, auf Konzentration und Motivation, auf die Fähigkeit zur Entspannung und Regeneration. Sie hilft dabei Blockaden zu überwinden, die Nach- und Auswirkungen eines Fehlers zu begrenzen, unter Druck Leistung abzurufen, sowie Gedanken und Emotionen zu kontrollieren.

 

Das 4 C-Modell (Modell von Peter Clough + Keith Earle)

Mentale Stärke lässt sich u. a. auch anhand folgender 4 Merkmale definieren:

Confidence, Challenge, Control und Commitment (Vertrauen, Herausforderung, Kontrolle und Hingabe)

Das Modell beschreibt 4 Faktoren der „Mental Toughness“

  1. Control (Kontrolle): Das Ausmaß, in dem eine Person das Gefühl hat, die Kontrolle über ihr Leben und ihre Umstände zu haben, einschließlich der Emotionen. Die innere Überzeugung, Einfluss und Kontrolle über das eigene Leben zu haben.
  2. Commitment (Hingabe): Das Ausmaß, in dem jemand bereit ist, Ziele zu setzen, unbeirrbar an den gesetzten Zielen festzuhalten. Es geht also um Ziele setzen, Zielstrebigkeit und Leistung/Entschlossenheit.
  3. Challenge (Herausforderung): Das Ausmaß, in dem jemand motiviert und anpassungsfähig ist. Herausforderungen werden nicht gescheut, sondern bewusst angenommen und auch aktiv gesucht. Lernen aus Erfahrungen, Aufgaben als Herausforderung sehen
  4. Confidence (Vertrauen): Persönliche Überzeugung, Fähigkeiten und Stärken zu besitzen, um erfolgreich Dinge umzusetzen bzw. etwas wirksam bewegen zu können; Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.
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Gekürzte Zusammenfassung der Episode: 


In dieser Folge geht es um die Themen Unsicherheit, Ungewissheit und Nicht-Wissen.

>> Wichtig:  An wen richtet sich diese Episode? Sie richtet sich an Menschen, die etliche  Privilegien genießen, z. B. ein sicheres zu Hause haben, von einem geringeren Risiko von Krieg, Vertreibung und Armut betroffen sind, notfalls auf ein Sicherheitsnetz von z. B. Arbeitslosengeld zurück greifen könnten, etc. Es gibt auf dieser Erde große Unterschiede und Ungerechtigkeiten in Sachen Sicherheit/Unsicherheit und Ungewissheit/Gewissheit.

Interessant ist, da aufgrund der relativen Sicherheit, doch so viele Menschen Unsicherheit empfinden. Welche Ereignisse oder Lebensphasen können Unsicherheit/Ungewissheit auslösen? Allgemein: Umbrüche, Neuanfänge, z. B. durch Umzug; Zwischenphasen (ein Job geht zu Ende, ein neuer ist noch nicht da), Jobverlust oder Neuer Job; Business starten / bspw. Cafe oder Yogastudio eröffnen; Auswandern; Heirat; Kind(er) bekommen.

Grundsätzlich - meine Annahme - leben wir alle mit einer relativen Unsicherheit und zwar der, dass wir nicht wissen, wie lange wir leben werden. Oder geliebte Menschen leben werden. Ich denke, das ist die größte von allen.

 

Inhalte aus Rike Pätzold's Buch "Ohne festen Boden":
Unsicherheit und Ungewissheit sind nicht dasselbe; keine Synonyme. „Ungewissheit (ist) zunächst einmal nur der Zustand der Nicht-Gewissheit. Des Nicht-Wissens. Da steckt noch kein Gefühl drin, keine emotionale Wirkung. (...) Unsicherheit (hingegen) beschreibt, wie man sich fühlt - nämlich nicht sicher.“
Da Ungewissheit und Unsicherheit keine Synonyme sind, ist Sicherheit auch nicht das Gegenteil von Ungewissheit.  Es ist möglich Sicherheit in der Ungewissheit herzustellen. Es geht also um das Gefühl der Sicherheit. Dieses Gefühl entsteht im Inneren. Also, das was ausserhalb unseres Verständnisses liegt, die Unbekannte in der Gleichung, gilt es anzuerkennen. Fehlende Gewissheit wird erst zum Problem, wenn wir uns dadurch verunsichern lassen.

Komplex und kompliziert ist nicht das gleiche. Wir leben in einer unübersichtlichen Welt, mit Globalisierung und steigenden Entscheidungsmöglichkeiten. Darin ergibt A nicht immer gleich B. Das ist ein lineares System und es ist dabei abzusehen, was passiert. Eine Spülmaschine ist ein lineares System; Geschirr rein, Spültab rein, anmachen, sauber. Ich weiß, was passieren wird, wenn ich sie anstelle.
Komplexe Systeme sind dagegen nicht linear. Es gibt kein klares Ursache-Wirkung-Prinzip. Dinge stehen in Wechselwirkung und es ist eine Gleichung mit Unbekannten. Das Ergebnis lässt sich nicht vorausberechnen, so z. B. bei einem Fußballspiel. Nichtlineare Dynamik bedeutet, wir wissen, dass etwas passieren wird, aber nicht was.  D. h. bei komplexen Problemen gibt es nicht die eine richtige Antwort oder Lösung.  Leben und alles lebendige ist komplex und bewegt sich unentwegt am Rand des Chaos. Berechenbarkeit und Vorhersagbarkeit sind letztlich bloß Geschichten.

In Situationen großer Unsicherheit halten wir meistens uns an UNSEREN Wahrheiten fest. Ungewissheit kann Angst machen, aber auch Kreativität freisetzen. Es ist in Ordnung und kann befreiend sein, nicht alles zu wissen und nicht zu allem eine Meinung zu haben. Zeiten von Unsicherheit ermöglichen Anpassung - zwingen vielleicht auch dazu.  Widersprüchlichkeiten auszuhalten zu lernen, erleichtert es, mit Ungewissheit zu leben.

Gelegentlich das Navi ausschalten, denn Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Die meisten Ängste haben einen Grund, was aber nicht heißt, dass man sie oder ihre Ursprünge nicht hinterfragen sollte. Risiken eingehen kann man üben.

Inhalte aus Estelle Frankels Buch "The Wisdom of Not Knowing":
Nicht-Wissen/das Unbekannte - Für die meisten von uns ist das Unbekannte sozusagen Freund und Feind zugleich. Zu bestimmten Zeiten oder Phasen kann das Unbekannte eine Quelle von Vitalität, Wachstum und Abenteuer sein. Und zu anderen Zeiten, löst es Furch und lähmende Angst aus.

Menschen haben ein Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Aber genauso ein Bedürfnis nach Neuartigkeit und Abenteuer. Sicherheit und Kontrolle können uns daher auch im Weg stehen, unsere Zufriedenheit und Lebensqualität betreffend.

Negative Fähigkeit (negative capability) ist ein literaturtheoretischer Begriff, der durch den englischen Dichter John Keats geprägt wurde. Er bezeichnet die Fähigkeit, zu akzeptieren, dass nicht jeder komplexe Sachverhalt aufgeklärt werden kann.

„Alle Straßen haben geheime Ziele, von denen der Reisende keine Ahnung hat.“
„All Journeys have secret destinations of which the traveler is unaware.“
Martin Buber österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph

Oftmals versuchen wir uns auf die Vergangenheit zu stützen. Was habe ich in einer ähnlichen Situation schon einmal entschieden? Wir ziehen Heuristiken heran. Das kann hilfreich sein. Sich zu sehr auf die Vergangenheit stützen zu wollen, aus vergangenen Erfahrungen heraus Entscheidungen treffen und diese Erfahrungen als Grundlage für die Zukunft nehmen wollen, kann uns behindern. Analogie: Beim Autofahren immer in den Rückspiegel schauen (das kann hilfreich sein, aber es ist auch wichtig nach vorne zu schauen!)

Zukunft ist nicht Gegenwart 2.0. Zukunft is offen. Zukunft ist gestaltbar.

Zwischenräume sind wichtig, z. B. in der Raumgestaltung. Das Spiel von Möbeln und dem Raum dazwischen, die Leere dazwischen.
Oder Grafik Design: Die Leere zwischen einzelnen Zeilen/Worten ist wichtig für das gesamte Bild; sie sind bewusst, absichtlich leer geblieben („White Space“). Als »White Space« wird die informationsfreie Flächen im Design bezeichnet. Analogie fürs Leben: Zwischenräume sind wichtig.

Der negative Raum, ein Begriff aus Kunst und Design. Wird auch als „die andere Seite des Lichts“ bezeichnet. Denn Unsicherheit/Ungewissheit werden oft als dunkle Phasen erlebt. Der negative Raum kann auch als der Raum zwischen den Dingen, im Gegensatz zur festen Materie bezeichnet werden.
Der negative Raum definiert die Raumgrenzen. Oder in Geschichten: Wie wichtig ist der „negative Raum“?
Pausen zwischen dem gesprochenen Wort, in der Mitte einer Geschichte, die Spannung oder Emotionen erzeugen.
Pausen geben den ZuhörerInnen die Möglichkeit aufzunehmen, was gesagt wurde und wo sie sich in der Geschichte sehen oder wiederfinden

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Ziel dieser Folge ist es, das Phänomen besser greifen zu können. Die Episode bietet keine Lösungs- oder Handlungsimpulse. Grundlage der Episode ist das Buch „Working with Spiritual Struggles in Psychotherapy“ von Pargament und Exline.

Was ist eine spirituelle Krise?
Im Englischen heißt es„ Spiritual Struggles“, manchmal auch „Spiritual Warfare“. Eine Spirituelle Krise ist eine Erfahrung von Spannung, Konflikt, Belastung, Anspannung in Bezug darauf, was Menschen als heilig/geheiligt (engl. sacred) erachten.

Eine Spirituelle Krise kann stattfinden im Bereich des

  1. Übernatürlichen (Supernatural)
  2. Interpersönlichen
  3. Intrapersönlichen / intrapsychischen


zu 1) Übernatürlich (Supernatural) meint Gott, Götter, Dämonen oder andere übernatürliche Entitäten
zu 2) Interpersönlich meint Beziehung mit einzelnen Personen, Familie, Gruppen, Organisationen, Institutionen
zu 3) Intrapersönlich ist bezogen auf die eigenen Überzeugungen, Werte, Gefühle und Vorgehensweisen

6 Arten von Spirituellen Krisen

  • Divine struggles/ Göttliche Kämpfe  - Wut auf oder enttäuscht sein von Gott und dem Gefühl von Gott bestraft , verlassen oder ungeliebt zu sein.  
  • Demonic struggles/ Dämonische Kämpfe - Sorgen, dass die eigenen Probleme von dämonischen Kräften oder dem Teufel verursacht werden/wurden / Gefühl (vom Teufel) angegriffen oder gequält zu werden
  • Interpersonal spiritual struggles/ Interpersönliche Kämpfe - Konflikte mit anderen Menschen oder Institutionen über heilige/geheiligte/religiöse Inhalte/Themen; Wut auf Organisationen; Gefühl verletzt worden zu sein, schlecht behandelt oder beleidigt zu werden in Bezug auf Religion und spirituelle Inhalte
  • Struggles with doubt / Kämpfe mit Zweifel - gezeichnet von durcheinander oder verwirrt sein bezüglich religiöser/spiritueller Überzeugungen, aufgewühlt sein von Zweifeln und Fragen bezüglich Religion und Spiritualität
  • Moral struggles / Moralische kämpfe - Spannung und Schuldgefühle bezogen darauf, die eigenen moralischen Standards nicht erreichen oder einhalten zu können und dem Ringen moralische Prinzipien einzuhalten
  • Struggles of ultimate meaning / Kämpfe mit der grundsätzlichen Bedeutung menschlichen Lebens - Fragen, ob das eigene Leben eine tiefere Bedeutung hat und ob es wirklich zählt.

Struktur/Rahmen um spirituelle Krisen zu verstehen:

  • Orientierungssystem durch das ein Mensch blickt; allgemeine Glaubenssätze über das Leben, die Welt, etc.; Einstellungen, Gewohnheiten, Erfahrungen, Coping Skills, Persönlichkeitseigenschaften
  • Ereignis / Lebensereignis / etwas passiert (z. B. Krankheitsdiagnose)
  • Was zu einer spirituellen Krise führt/führen kann
  • Was zu Bedrängnis, empfundener Not/Qual, Verwirrung oder Unorientiertheit führt

Das Durchleben bzw. Durchstehen kann führen zu Ganzheit und Wachstum (Wholeness / Growth) oder Gebrochenheit, Niedergang/Abbau (Brokenness, Decline). Am Ende dieses Rahmens steht die Bedeutung und Wichtigkeit der Erlebnisse, Erfahrungen. Also die Bedeutung, die dem Ganzen beigemessen wird bzw. dass es eine Bedeutung hat.

Im Kapitel „Wie spirituelle Krisen in der Psychotherapie untersucht werden können“ finden sich Reflexionsfragen, die ich gerne teilen möchte:

  • Was sind die tiefsten/bedeutungsvollsten Fragen, die diese Situation für Dich hervorgebracht hat?
  • Was verursacht für Dich die größte Qual oder das größte Leiden?
  • Wie hat Dich diese Erfahrung auf einer tiefen Ebene verändert/beeinflusst?
  • Was hast Du über Dich herausgefunden, was Du beunruhigend oder aufwühlend findest?
  • Inwiefern hat diese Situation Deinen Glauben erschüttert?
  • Was hat Dich diese Erfahrung gelehrt, was Du wünschtest nie erfahren zu haben?
  • Was würdest Du in Deinem Leben genre fähig sein loszulassen?
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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Grundlage ist das gleichnamige Buch „Vererbtes Schicksal“ von Sabine Lück.

Belastende Familienmuster überwinden; erkennen, dass das Einfluss hat. Ja, jeder Mensch ist ein Individuum, wird aber vom Familiensystem beeinflusst.
Einzelne Familienmitglieder sind häufig Symptomträger für das Familiensystem (z. B. was nicht gesehen werden will, Konflikte, die unter der Oberfläche schwelen).   

    •    Schicksal bezeichnet ein oder mehrere Ereignisse im Leben eines Menschen, die den Lauf seines Lebens beeinflussen und die durch eine höhere Macht bestimmt werden.
    •    Transgenerationales Trauma bezeichnet die Übertragung und den Einfluss von schmerzvollen, nicht verarbeiteten Erfahrungen unserer VorfahrInnen auf die folgende Generationen (dabei können Generationen übersprungen werden).
    •    Epigenetik - Umwelt, Beziehungen und Erfahrungen können so prägend sein, dass die entsprechende Erfahrung die Funktion unserer Gene dauerhaft beeinflussen. Sie werden als epigenetische Markierungen an folgende bzw. spätere Generationen weitergegeben.

5 Heilungswege des Kindes
Das Konzept des Generation-Code beschreibt u. a. den vom Kind ausgehenden Heilungsimpuls, der Treuevertrag genannt wird. Das Kind ersetzt den Eltern fehlende Personen, wie z. B. Partner/Partnerin oder Eltern, die nicht da waren oder spiegelt den Eltern unbearbeitete Themen und übernimmt verleugnete Anteile, in dem es sie stellvertretend auslebt. In der Kette der Generationen wird das „Lebensthema“ der AhnInnen weitergereicht. Kinder haben schon früh ein tiefes Gespür für das, was ihren Eltern fehlt und möchte diese für erlittenes Leid entschädigen. Im Umgang der Eltern mit ihrem Kind und seinen Bedürfnissen offenbaren sich deren unerfüllte Sehnsüchte und unbewusst senden sie Botschaften und Aufträge an ihre Kinder, die schon oft an sie weitergereicht wurden. Dabei geht es nicht um Schuld !

1. Das innere unversorgte Kind
Wie die Themen von den Eltern zu den Kindern gelangen: Über Projektive Identifizierung (Psychodynamik), d. h. die von den Eltern abgespaltenen Anteile, werden auf die Kinder übertragen. Das Kind „erhält“ sozusagen die unverarbeiteten Erfahrungen und Emotionen - auch aus epigenetischer Sicht. Ein Beispiel: Eine Mutter hat in ihrer Kindheit Vernachlässigung erlebt. Sie hat das selbst nicht aufgearbeitet und hat jetzt den Wunsch eine bessere Mutter zu sein. Das Kind stellt sich als „unversorgtes inneres Kind“ der Mutter zur Verfügung. Das Kind entwickelt - ohne ersichtlichen Grund, weil es ja besser und behütet aufwächst -  z. B. Trennung- und Verlustängste. Die Mutter kann sich in ihrer Tochter als Kind sehen und so die Mutter sein, die sie früher gebraucht hätte. Diese Dynamik hat (negative) Auswirkungen für Kind und Mutter, insbesondere wenn das Kind älter wird. Die starken Verlustängste (triggern) berühren über die Zeit die Mutter, die mit ihrem eigenen Schmerz konfrontiert wird.

2. Sich selbst Eltern sein, um die Eltern nicht zu beanspruchen
Kinder belasteter Eltern passen sich oft an deren Bedürfnisse an und zeigen sich nicht mehr mit ihren eigenen Nöten und Sorgen. Z. B. bei einem depressiven Elternteil, das in der Paardynamik übervorsichtig behandelt wird, von dem alles fern gehalten wird, alles abgenommen wird; bemerkt/lernt/schließt das Kind: „Ich halte meine Sorgen besser zurück“. Das Kind entwickelt eine scheinbare Bedürfnislosigkeit. Ein sich selbst „beelterndens“ Kind. Das Kind entwickelt eine sog. Scheinidentiät zum Schutz des eigenen Selbst. Die Eigenwahrnehmung ist dann z. B. „ Ich bin immer fröhlich, selbstlos, unkompliziert“.

3. Eltern für die Eltern sein
Begriff „Parentifizierung“, damit ist Rollenumkehr zwischen Eltern und Kind gemeint. Eltern, die ihre Kinder in die Rolle eines Erwachsenen bringen, benutzen ihre Kinder für die eigenen Bedürfnisse. Z. B. bekommen ältere Geschwisterkinder die Aufgabe der Versorgung jüngerer Geschwister über das normale Maß hinaus. Kinder füllen Lücken im Familiensystem, ersetzen also Personen. Ist eine Mutter ohne Mutter aufgewachsen, weil sie früh verstorben ist, übernimmt das Kind instinktiv die Rolle einer Mutter für die Mutter

4. Vorbild für die Eltern sein
Kinder entwickeln genau die Qualitäten und Fähigkeiten besonders gut, die ihre Eltern gebraucht hätten, um sich frei entfalten zu können. Sie sind ihren Eltern Modell, fordern sie auf diese Weise auf, es ihnen gleichzutun; in der Hoffnung die Eltern auf diese Weise in ihre Reifung und Kompetenz zu bringen. Also hat ein Kind z. B. beobachtet, dass die eigene Mutter immer wieder zu kurz kommt, weil sie nicht selbst für sich eintritt und sich stets bescheiden zurückhält, kann es sein, dass das Kind genau die Qualitäten entwickelt, die der Mutter fehlen. Vielleicht durch dominantes, forsches, bestimmendes Verhalten.

5. Hüterin des Bösen - Das introjiziierte Introjekt
Wenn Ahnen Täter waren oder zu Täterfamilien gehörten, geben sie ihre traumatischen Erfahrungen ebenso weiter, wie die Ahnen, die Opfer waren. Wir waren alle schon Opfer und Täter! Bezogen auf die deutsche Geschichte; Verdrängte Gefühle früherer Generationen durch die Schuld des Mitmachen, die Scham des Wegsehens, den Hass auf sich und andere, die Angst vor Vergeltung und die Trauer über das Grauen und Sinnlosigkeit dieses Krieges; all das wird weitergegeben. Ein Introjekt ist ein Täter Anteil eines anderen, den Menschen in ihre Psyche aufgenommen haben. Kinder nehmen z. B. Täteranteile ihrer Eltern in sich auf.Das Kind „verkapselt“ sozusagen ein Täter Introjekt der Eltern, damit das Böse nicht mehr in der Welt ist. Die Täteranteile wirken in Menschen/in dem Kind  weiter und fügen ihnen selbst (z. B. durch eine Essstörung), aber auch anderen Schaden zu.

Treuevertrag der Tochter mit ihrer Mutter entschlüsseln bzw. Treuevertrag des Sohnes zum Vater entschlüsseln (gleichgeschlechtlich)
Worin darf ich meine Mutter, in Beziehung zu ihr stehend, nicht überrunden?
Worin darf ich meinen Vater, in Beziehung zu ihm stehend, nicht überrunden?
Überrunden meint den Überholvorgang auf einer sich geschlossenen Laufbahn. Es gibt keinen Anfang oder Ende und ein überrunden bedeutet nicht zwangsläufig, dass man Erste im Ziel ist, wie das bei einer geraden Strecke der Fall wäre.

Wie fühlt es sich in der Position an? Welche Gefühle und Gedanken tauchen auf?
Welche Botschaft hast Du als Tochter für deine Mutter?
Und welche erhältst Du als Tochter von deiner Mutter?

Und umgekehrt aus der Position der Mutter:
Welche Botschaft sendet Du als Mutter an deine Tochter?
Was kommt bei Dir als Mutter von Seiten der Tochter an?

Treuevertrag der Tocher mit dem Vater entschlüsseln (gegengeschlechtlich)
Worin darf ich meinen Vater, in Beziehung zu ihm stehend, nicht enttäuschen?

Welche Botschaft sendest Du als Tochter an Deinen Vater und welche Botschaft kommt von ihm aus zu dir?
Aus Position des Vaters: Was denkst Du über Deine Tochter? Welche Botschaft hast Du für Deine Tochter und welche kommt von ihr bei Dir an, wenn Du in der Vaterrolle bist?

Treuevertrag des Sohnes mit der Mutter entschlüsseln (gegengeschlechtlich)
Worin darf ich als Sohn meine Mutter, in Beziehung zu ihr stehend, nicht im Stich lassen?

Treuvertrag mit Geschwistern

Worin darf ich, in Beziehung mit meiner Schwester bzw. meinem Bruder stehend, NICHT mit ihr bzw. ihm in Konkurrenz gehen?

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

In dieser Folge geht es darum Bewusstsein für das Thema Scham zu schaffen. Es erwarten Dich anregende Reflexionen, jedoch keine 5 Schritte Anleitung (die es meines Erachtens allgemeingültig nicht gibt).

 

Als Grundlage der Folge dient die NARM Methode bzw. NARM Ansatz. NARM steht für Neuro Affective Relational Model. Auf Deutsch: Neuroaffektives Beziehungsmodell. Dies ist ein auf somatischen Grundlagen basierender psychotherapeutischer Ansatz, entwickelt von Laurence Heller.

NARM zeigt auf, wie der Körper, einschließlich des Gehirns und des Nervensystems, die Gefühle und die Beziehung zu sich selbst und zu anderen, wechselseitig aufeinander einwirken und zu dem Menschen machen, der wir sind. Es fließen verschiedene Elemente verschiedener Ansätze mit ein: Aus der humanistischen Psychotherapie, Gestalttherapie, Tiefenpsychologie (Psychodynamik), Körperpsychotherapeutischen Ansätzen.


Wie entwickelt sich Scham?
Scham entsteht wenn zentrale Bedürfnisse als Kind nicht ausreichend erfüllt sind
und wir als Kind an der Bindungsbeziehung festhalten. Denn für die Erfüllung bestimmter Bedürfnisse sind wir von Bezugspersonen abhängig, wir brauchen diese Bindung und halten daran fest.

 

Wichtig: Es geht hier darum ein Bewusstsein zu schaffen! Es geht nicht darum - wenn Du selbst Mutter oder Vater bist oder ein Kind in anderer Form begleitest - Scham und Schuld auszulösen. „Ich mach doch schon so viel“, „wird es je genug sein“, usw. Perfektion gibt es nicht, d. h. immer und ständig alle Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Viel mehr geht es darum zunächst für Dich zu erkennen, was bei Dir eigentlich los ist. Es beginnt bei Dir.

Was für Bedürfnisse können das sein? Es werden 3 Bedürfnisgruppen beschrieben:

  1. Sicherheit, Geborgenheit, Angenommen sein, Zugehörigkeit; Sich entwickelnde Glaubenssätze, wenn nicht erfüllt: Ich gehöre nicht dazu, die Welt ist gefährlich, ich verstecke mich lieber.
  2. Emotionale Zuwendung, Interesse und Respekt; Glaubenssätze: Ich bin minderwertig, ich werde nicht gesehen, ich fühle mich leer, ich versuche irgendwie Aufmerksamkeit zu bekommen
  3. Erkundung und Eigenständigkeit; Glaubenssätze: Ich bin schwach und klein, ich kriege das nicht hin, ich traue mich nicht, ich bin abhängig, ich bin ängstlich

Der Glaubenssatz „Ich bin unfähig“ gilt bei allen 3 Bedürfnis-Gruppen.

3 Entstehungsweisen der Scham
Dabei gibt es 3 Mechanismen, wie sich Scham entwickelt bzw. 3 „Scham-Arten“
1. Ich bin falsch, 2. Ich bin unfähig, 3. Ich bin schlecht
Wir halten als Kind um jeden Preis an der Bindung zu unseren Eltern/Bezugspersonen fest, da wir auf sie vollständig angewiesen sind.

Der „Scham-Kreislauf“ ist wie folgt: Bedürfnisse tauchen auf, die nicht den Botschaften unserer Eltern entsprechen. Wir kommen in einen inneren Konflikt und haben Angst die Bindung zu verlieren. Als Überlebensstrategie drücken wir unsere Bedürfnisse und Gefühle weg. Dadurch entwickeln wir eine schambasierte Identifikation von „Ich bin falsch“, „Ich bin unfähig“ oder „Ich bin schlecht“

Wie kann ein Weg heraus aussehen? Der „Heilungs-Kreislauf“ oder die „Heilungs-Spirale“

    •    Identifikationen zu erkunden
    •    Dabei stößt Du auf weggedrückte Gefühle und Bedürfnisse
    •    Als Erwachsene kannst Du diese annehmen
    •    Der kindlichen Angst die alte Bindungsbeziehung zu verlieren, kannst Du mit Verständnis und Mitgefühl begegnen
    •    Dadurch wird möglich Dich neu für Deine Bedürfnisse und Gefühle zu entscheiden
    •    Dann kann sich die Scham z. B. „falsch zu sein“ auflösen
    •    Neue Freiheit „Ich bin richtig, so wie ich bin“

Es werden 5 NARM Überlebensstile beschrieben:
1. Ich bin nicht willkommen
2. Ich bekomme nicht das, was ich brauche
3. Ich vertraue niemandem
4. Ich bin loyal und zuverlässig, indem ich mich zurücknehme und Konflikte vermeide
5. Ich muss Leistung oder Attraktivität zeigen, um geliebt zu werden

Ein paar NARM-Prinzipien der Heilung und des Wachsens
    •    Offenes und achtsames Erkunden
    •    Verstehen, Selbstannahme und Selbstmitgefühl
    •    Gefühle und Empfindungen wollen etwas Wichtiges mitteilen
    •    Fähigkeit entwickeln, Bedürfnisse zuzulassen
    •    Dem eigenen Körper vertrauen
    •    Achtsames Gewahren zulassen
    •    Vertrauen ins Hier und Jetzt

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Anlass für diese Folge war ein Gespräch, das Scham auslöste. Ich bin mit dem Gefühl gesessen und habe anschließend einen Emotions Flow gemacht. Dies ist eine von mir entwickelte transformierende Körperpraxis, um Gefühle loszulassen.

Was fühle ich eigentlich? Wohin mit dem Gefühl?
Damit "sitzen" ist der erste wichtige Schritt. Manchmal fehlt mir dann jedoch der Release - das Loslassen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Ich frage mich dann: "Okay, jetzt hab ich’s gefühlt und jetzt?"

Wichtig ist einen Zusammenhang herzustellen zwischen Deinen Gefühlen und Deinem Verhalten. Weichst Du Gefühlen aus, z. B. durch Essen, Alkohol, Arbeiten, Handy? Manche Menschen haben den Wunsch sich aus Gefühlen „raus zu denken“. Es gilt emotionale Kompetenz zu entwickeln. Wie kann ich mit diesem Gefühl umgehen? Auf eine gesunde und nachhaltige Weise.

Zur emotionalen Kompetenz gehört ebenfalls die emotionale Sprechfähigkeit, d. h. über Emotionen sprechen und Gefühle benennen können. Eine Analyse und das (kognitive) Verstehen eines Gefühls hat seine Berechtigung, ersetzt jedoch nicht das Fühlen des Gefühls.  

Emotionen über den Körper loslassen, z. B. mit Sport.

Sport als Outlet ist gesellschaftlich akzeptiert. Wenn wir uns geärgert haben, gehen wir bspw. auf’s Laufband oder Joggen oder werden ermutigt, das zu tun. Häufig handelt es sich dabei um Emotionen wie Wut oder Ärger.  Somit deckt das nur ein geringes Spektrum an Gefühlen ab! Was ist mit Scham, Schuld, Bitterkeit, Angst, Neid, Verzweiflung, Eifersucht? Wie lasse ich die „raus“? Gehe ich mit der Scham ins Fitnessstudio aufs Laufband? Gefühle stehen meist nicht allein in der Psyche rum, sondern kommen in Kombination mit anderen Gefühlen; meist wie ein „Gefühlsregen“.  

Es ist wichtig die Verknüpfung von Emotionen und Gedanken (und umgekehrt) zu erkennen. Gedanken, die mit bestimmten Gefühlen verknüpft sind.  Früher dachte ich, dass die Gedanken, die mit dem Gefühl einhergehen, wahr seien. Mittlerweile gibt es in mir ein Gegengewicht. Stimmen, die den destruktiven Gedanken etwas entgegensetzen.

Was passiert auf körperlicher Ebene?

Es ist hilfreich zu beobachten, was im Körper bei bestimmten Gefühlen passiert. Wie drückst sich da aus? Weinen ist ja schon ein körperlicher Ausdruck oder eine zusammengesunkene Haltung oder Schwere im Körper. Häufig ist es für Menschen schwierig wahrzunehmen, wie Körper und Emotionen miteinander verknüpft sind.  

Im Emotions Flow wird ein bewusster Raum geschaffen, um ein Gefühl zu fühlen. Manchmal wissen wir schon: Wenn ich mich damit beschäftige oder dieser Person begegne, dann kommt meist dieses Gefühl hoch. Es ist hilfreich das zu entkoppeln. Also die Verknüpfung von "dieses Thema löst dieses Gefühl aus". Zudem ist es wichtig negativen Gedanken ein Gegengewicht gegenüberzustellen.  

Im Emotions Flow werden Gefühle gefühlt und körperlich ausgedrückt. Wie soll Scham sich körperlich ausdrücken? Für Menschen, die sehr kognitiv unterwegs sind, kann das schwierig sein. Gefühle können sich ganz unterschiedlich ausdrücken, z. B. durch die Bewegung „Den Weg freischlagen“ oder „Durch den Strom schwimmen“ oder „Das Gefühl/den Gedanken zerschmettern“. Diese sind Teil der Praxis des Emotion Flows.
Die meisten Menschen haben Angst vor diesem intensiven Gefühlsausdruck. Sie haben es nicht gelernt. Es kann sein, dass ein Gefühlsausdruck als Kind unterbunden oder reglementiert wurde.

Es gibt verschiedene Praktiken, um Gefühle auszudrücken, z. B. kreative Ausdrucksformen von Emotionen durch Tanz; körperbasierte Übungen, z. B. Yoga (speziell Hüftöffner); körperorientierte Therapieansätze, wie z. B. Hakomi; die TCM mit den Energieleitbahnen/Meridiane und zugehörigen Emotionen (bspw. werden Zorn, Wut, Aggression der Leber zugeordnet und Traurigkeit, Kummer Melancholie  der Lunge).

Im Emotions Flow werden Gefühle gefühlt und dafür ein bewusster Raum geschaffen. Anschließend geht es darum, das Gefühl loszulassen (bspw. aus dem Körper ausstreichen/ausschütteln). Danach ist die Frage: Was will ich einladen? Welches Gegengewicht kann ich zu den negativen Gedanken setzen? Was soll den frei gewordenen Raum füllen? Nach der Praxis stellt sich ein Gefühl der Ruhe, des Friedens und der Losgelöstheit ein.

 

Mehr zur transformierenden Körperpraxis "Emotions Flow" erfährst Du hier.
 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode; Teil 2 von 2:

 

Die Inhalte sind inspiriert von Miranda Grey’s Arbeit und ihren Büchern „Roter Mond“ und „Erweckung der weiblichen Energie“. Im zweitgenannten Buch spricht sie ausführlich über Womb Blessing (zu Deutsch: Gebärmuttersegnung oder Schoßsegnung). Das beschreibt sie als persönlichen und spirituellen Weg der Heilung und Entwicklung.

Die Themen der Folge:
1. Ebenen des Bewusstsein, die Du während des Zyklus durchläufst
2. Was macht den Schoßraum so wertvoll?
3. Weibliche Archetypen

1. Ebenen des Bewusstseins, die Du während des Zyklus durchläufst
Jeder Zyklus ist eine aufregende Reise durch die verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung.

 

Ebenen des Bewusstseins

  1. Der denkende Geist: Dominiert die Phase vor dem Eisprung und wird oft als Zeit des besonders rationalen und positiven Denkens und der geistigen Kreativität empfunden
  2. Der fühlende Geist: Dominiert die Zeit des Eisprungs, in der meist intensive Gefühle und Empathie sowie praktische Kreativität erlebt werden
  3. Der unterbewusste Geist: Dominiert die prämenstruelle Phase, also die Tage vor der Blutung und wird oft als Zeit besonderer Verhaltens- und Gefühlsmuster sowie intensiver Intuition und inspirierter Kreativität wahrgenommen
  4. Seelen-Geist: Dominiert die Menstruationsphase, wenn Menstruierende in einem tief empfundenen Gefühl des Einsseins, des Verbundenseins und der spirituellen Weisheit ruhen

2. Was macht den Schoßraum so wertvoll?
Der Mond in Deinem Inneren - Verbinde Dich mit dem Mond im Energiezentrum in deinem Schoß

Moderne Wissenschaften und die Medizin haben maßgeblich das Gefühl für den Schoßraum geprägt. Die letzten Jahrzehnte nahm eine wissenschaftsgeleitete Sichtweise auf den weiblichen Körper zu, ebenso wie die Entwicklungen der 60er/70er Jahre durch die Pille. Dadurch konnte Einfluss auf den weiblichen Zyklus genommen werden. Häufig ging es darum: Den Zyklus zu kontrollieren und/oder zu reparieren. Das hat die folgenden Generationen mitunter vom Zyklus und der weiblichen Energien entfremdet .

Bei der Frage „Inwiefern hat die moderne Wissenshaft Frauen von ihrem Zyklus entfremdet?“ kommt Chat GPT zu einem anderen Schluss:
Die moderne Wissenschaft hat Frauen nicht von ihrem Menstruationszyklus entfremdet, sondern im Gegenteil, sie hat dazu beigetragen, das Verständnis und die Kontrolle über den weiblichen Zyklus zu vertiefen. Historisch gesehen wurde die Menstruation oft missverstanden, stigmatisiert und tabuisiert. Moderne wissenschaftliche Forschung und medizinische Fortschritte haben dazu beigetragen, dieses Missverständnis zu klären und Frauen mehr Wissen und Kontrolle über ihren eigenen Körper zu geben.

3. Weibliche Archetypen  
Ein Archetyp ist ein allgemeines, universelles Symbol oder Muster, das in den Mythen, Märchen, Religionen verschiedener Kulturen vorkommt.
Archetypen sind grundlegende psychische Strukturen oder Vorstellungen, die tief im kollektiven Unbewussten der Menschheit verankert sind.
Sie sind gemeinsame Erfahrungen oder Bilder, die über Generationen hinweg weitergegeben werden und in verschiedenen Formen auftreten können.

Miranda Grey beschreibt 4 Archetypen:
    •    Junge Frau (dynamisch)
    •    Mutter (sanft, nährend)
    •    Zauberin (dynamisch, reif)
    •    Alte Frau (Weise, eigenständig)
Alle diese Energien sind in Frauen vorhanden.

Archetypen in Bezug auf den weiblichen Zyklus und auf die Zyklen im Jahresverlauf gesehen:
    •    Junge Frau - Frühling - Phase vor dem Eisprung - Die Reise beginnt
    •    Mutter - Sommer - Phase des Eisprungs - Fülle und Ganzheit
    •    Zauberin - Herbst  - Prämenstruelles Syndrom - Schritt in die Dunkelheit
    •    Alte Frau - Winter  - Phase der Menstruation

Die Archetypen in sich  annehmen  - in jedem Alter:

Junge Frau in sich annehmen
Junge Frau steht für Neuanfänge, Unabhängigkeit, Lebendigkeit, Verspieltheit. Um die Aspekte der Jungen Frau zu harmonisieren, darfst Du die Fähigkeit
Deines „denkenden Geistes“ annehmen und ausdrücken (z. B. Aktivitäten planen, Strukturen schaffen, Neues lernen).


Mutter in sich annehmen
Um diese Aspekte zu harmonisieren, benutzt du Deinen „fühlenden Geist“. Archetyp Mutter mit der Fähigkeit zu lieben und sich einzufühlen;
auf andere zugehen und in einfachen Worten und Taten Zuneigung zeigen und die Beziehung pflegen.
Archetyp der Mutter ist unabhängig davon, ob die Person jung oder alt ist, Kinder hat oder nicht.
Zauberin in sich annehmen


Zauberin steht für Abkehr von alltäglichen Wünschen und Bedürfnissen; für einen Rückzug in tiefere, spirituelle Bereiche des Lebens (z. B. durch kleine Rituale im Alltag, sich selbst mehr Liebe entgegenbringen und vor allem in der von Aktivitäten getriebenen Welt sich zurück zu ziehen)
Alte Frau in sich annehmen


Die alte Frau schenkt uns einen meditativen Zustand der Seelenverbindung, der Heilung und Erholung. Das geht über Innehalten, ruhen, in der Stille sein. Das Leben kann passieren, ohne dass Du dem Fluss des Lebens in die Quere kommst. Die alte Frau schenkt die Fähigkeit sich jeden Monat zu erneuern.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode; Teil 1 von 2:

Einige Ideen stammen aus dem Buch „Know your Flow“ von Rena Föhr.

Periode
Immer noch ist für manche Menschen die Periode etwas schambehaftetes. Oder etwas sachliches oder etwas medizinisches  oder etwas von sich abgetrenntes. Das drückst sich häufig schon durch die Worte aus, die gewählt werden, um über dieses Thema zu sprechen.
Vielleicht kennst Du die Begriffe: „Erdbeerwoche“, „Tante Rosa ist zu Besuch“ oder „Ich habe meine Sache“.

Häufig habe ich das Gefühl, dass über die Periode fast nur negativ gesprochen wird („Ich habe meine Tage“, „Oje“). Sie wird als etwas einschränkendes, lästiges und störendes wahrgenommen. Ich selbst habe viele Jahre so gesprochen. Natürlich gibt es körperliche und medizinische Indikationen, die dieses Thema schwierig machen können. Doch auch Menschen, die davon nicht betroffen sind, sprechen häufig negativ von ihrer Periode.  
In manchen Kulturen wird es gefeiert, wenn Mädchen das erste Mal bluten! Die Frage ist, wie wird in unserem Kulturkreis damit umgegangen?

Heutzutage gibt es wesentlich mehr Hygieneprodukte, die Periode betreffend, als noch vor einigen Jahren. Es gibt: Binden, Tampons, Menstruationstassen, Periodenunterwäsche, Free bleeding, und noch mehr.

Zyklus
Die Inhalte zum Thema Zyklus beziehen sich auf einen natürlichen Zyklus, d. h. ohne den Einfluss von synthetischen Hormonen (bspw. durch die Pille). Die Blutung, die Menschen während der Pilleneinnahme haben, ist keine reguläre Blutung, sondern eine Abbruchblutung oder Hormonentzugsblutung. Mit der Pille ist der natürliche Zyklus „ausgeschaltet“. Es besteht keine Möglichkeit den Körper ohne synthetische Hormone wahrzunehmen.

Wie Rena Föhr sagt: „Es braucht Zykluswissen, das über Schwangerschaft und Periode hinaus geht“.

Modell der 4 Zyklusphasen
    •    Menstruationsphase - Winter
    •    Follikelphase - Phase vor dem Eisprung - Frühling
    •    Eisprungphase - Sommer
    •    Lutealphase - Herbst

Wissen über den eigenen Zyklus ist so wertvoll! Es ist hilfreich den eigenen Zyklus auf unterschiedlichen Ebenen zu beobachten - z. B. Energieebene, Gefühlslage, Gesundheit, Sexualität, Träume, nach außen gerichtete Ausdrucksform. In den verschiedenen Zyklusphasen empfinden Frauen häufig große Unterschiede in Sachen Kommunikation, Leistungsfähigkeit, Konzentration, Lust, Sexualität und Wunsch nach Rückzug. Einen Zykluskalender zu führen und den Zervixschleim zu beobachten ist ebenfalls hilfreich. Interessant ist auch die Unterscheidung - eher spirituelle Natur - in einen weißen und roten Zyklus. Das bedeutet, bei einem weißen Zyklus findet der Eisprung zu Vollmond statt (Blutung zu Neumond) und beim roten Zyklus ist der Eisprung bei Neumond (Blutung bei Vollmond).

Aufklärung von Mädchen und Jungs
Es geht hiebei nicht um Bashing des Sexualkundeunterrichts. Es hat sich die letzten Jahre in diesem Bereich einiges getan. Gleichzeitig ist noch Luft nach oben. Zudem findet Aufklärung nicht nur an Schulen statt, sondern auch bspw. zu Hause.

Zitate dazu aus Rena Föhrs Buch:
„Oft wird gesagt, Jungs bekommen ihren ersten Samenerguss, Mädchen ihre Periode“
Zugespitzt lässt sich formulieren, dass das eine wird gefeiert und das andere „diskret erledigt“ wird, in dem eine Packung Binden oder Tampons bereit gelegt werden. Kann natürlich auch anders laufen. Zudem lassen sich diese Ereignisse nicht wirklich miteinander vergleichen.

„Wenn die Quintessenz am Ende 'Jungen masturbieren, Mädchen menstruieren' ist, ist es jedenfalls kein Wunder, dass viele Mädchen schon vor der ersten Blutung denken, sie hätten die Arschkarte gezogen“.

„Bei Mädchen ist der Übergang zur Pubertät oft mit widersprüchlichen Botschaften über Sexualität, Jungfräulichkeit, Fruchtbarkeit und Weiblichkeit markiert“.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

In dieser  Folge geht es um das Thema Paardynamik. Eine romantische Beziehung bzw. Partnerschaft ist für die allermeisten Menschen ein Thema von großer Bedeutung.
Sie sind in einer Partnerschaft oder wünschen sich eine oder lösen sich aus einer.
Diese Thematik ist für sehr viele Menschen relevant und kommt auch immer wieder in meinen Coachings vor. Gerade romantische Partnerschaften bieten großes Lern- und Entwicklungspotenzial.

In dieser Folge soll es insbesondere um herausfordernde Paardynamiken gehen.

Was ist eine Paardynamik?
Eine Paardynamik bezieht sich auf die komplexen Wechselwirkungen, Muster und Interaktionen zwischen den PartnerInnen in einer romantischen Beziehung. Paardynamik beschreibt, wie sich zwei Menschen in einer Partnerschaft gegenseitig beeinflussen, miteinander kommunizieren, Konflikte bewältigen, Intimität teilen und ihre individuellen Bedürfnisse und Erwartungen innerhalb der Beziehung ausdrücken.

Paardynamiken können positiv oder herausfordernd sein und entwickeln sich aufgrund der Persönlichkeiten, Erfahrungen, Werte und Verhaltensweisen der PartnerInnen. Paardynamik umfasst eine Vielzahl von Aspekten, einschließlich emotionaler Bindung, Kommunikationsstil, Rollenverteilung, Konfliktmuster, Intimität, gemeinsame Ziele und individuelle Wachstumsprozesse.

Welche Paardynamiken gibt es?

  • Kooperative Dynamik:  Bei einer kooperativen Dynamik arbeiten beide PartnerInnen zusammen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Es besteht ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, gegenseitiger Unterstützung und Kompromissbereitschaft. Die Kommunikation ist offen und respektvoll, und beide PartnerInnen fühlen sich gehört und verstanden.
  • Konfliktreiche Dynamik: In einer konfliktreichen Dynamik gibt es häufige Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen den PartnerInnen. Die Kommunikation kann aggressiv oder defensiv sein, und es kann Schwierigkeiten geben, Kompromisse zu finden. Es fehlt oft an Verständnis und Respekt für die Bedürfnisse und Gefühle des anderen.
  • Abhängige Dynamik: In einer abhängigen Dynamik ist ein Partner/eine Partnerin emotional oder anderweitig (z. B. finanziell) von der anderen Person abhängig. Ein Partner/Partnerin kann sich unsicher fühlen und ständig Bestätigung oder Zustimmung von der  anderen Person suchen. Es kann ein Ungleichgewicht in der Macht und Entscheidungsfindung geben, was zu Ungleichheiten und Spannungen führt.
  • Distanzierte Dynamik: In einer distanzierten Dynamik gibt es eine emotionale Distanz zwischen den PartnerInnen. Die Kommunikation kann begrenzt sein, und es kann Schwierigkeiten geben, sich emotional zu öffnen oder Intimität herzustellen. Jeder Partner/jede Partnerin kann sich isoliert oder vernachlässigt fühlen, was zu einer Entfremdung führen kann.
  • Dominanz-Unterwerfungs-Dynamik: In dieser Dynamik gibt es eine Person, die dominanter und kontrollierender ist, während die andere Person sich unterwirft und nachgibt. Es gibt ein Ungleichgewicht in der Machtverteilung, und der dominante Partner/die dominante Partnerin trifft oft die Entscheidungen. Dies kann zu Unterdrückung, mangelnder Autonomie und Frustration führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Paardynamiken komplex und vielschichtig sein können, und Beziehungen können verschiedene Dynamiken zu unterschiedlichen Zeiten aufweisen. Welche Dynamik kommt Dir bekannt vor? Wann zeigt sich diese? In welchen Situationen? In welchen Phasen?

 

Streitkultur in Partnerschaften
Viele Menschen wünschen sich eine Beziehung, in der nur Harmonie besteht. Es ist die Frage, ob das erstrebenswert ist? Sehr oft geht das - psychodynamisch ausgedrückt - mit Aggressionshemmung einher. Es werden Gefühle unterdrückt und auf eine passiv-aggressive Art kommuniziert.
Wie stehst Du zum Thema streiten? Welche Streitkultur besteht in Deiner Beziehung? Hat die sich „einfach so“ entwickelt oder hast Du bzw. ihr sie bewusst kultiviert?

Exkurs: Negatives Konfliktverhalten:

  • Schuldzuweisungen: PartnerInnen können sich in häufigen und destruktiven Streitigkeiten verwickeln, bei denen sie sich gegenseitig Schuld zuschieben und Anschuldigungen machen.
  • Schweigen und Vermeiden: Eine Person könnte Konflikten aus dem Weg gehen, indem er/sie Konflikte ignoriert oder sich emotional zurückzieht. (Auch in Zusammenhang mit einem „Silent Treatment“ oder Ignorieren der Bedürfnisse des/der anderen).
  • Kritik und Abwertung: PartnerInnen können gegenseitig kritisieren, abwerten oder herabsetzen. Solche negativen Äußerungen können das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und das Vertrauen in die Beziehung untergraben

Versteckte Wünsche, Bedürfnisse, Ansprüche, Muster
Diese können bewusst oder unbewusst sein. Meist sind sie unbewusst. Oftmals wiederholen sich Muster aus frühkindlicher Prägung oder Beziehungsmuster, die Du als Kind/Jungenliche erlebt hast.

Was können das für Wünsche, Bedürfnisse, Ansprüche oder Muster sein?
    •    Ich will, dass Du mich liebst, so wie ich Dich liebe
    •    Ich bin lieb und nett, bitte liebe mich dafür (hinter Mr. oder Mrs. Nice Guy verstecken)
    •    Ich verlasse, bevor ich verlassen werde
    •    Ich will diejenige oder derjenige welche sein (I want to be THE ONE)
    •    Ich weiß gar nicht, was ich wirklich will (Ich will Dich, ich will Dich nicht)
    •    Ich will Dich retten
    •    Ich will Mitleid, Ich bin das Opfer
    •    Bitte glaub mir (sich immer wieder erklären)
    •    Nimm mich (sich erniedrigen, um gewählt zu werden)
    •    Das wird schon gut werden (immer an das Gute glauben und sich selbst dafür aufgeben)

Gründe warum Menschen in einer unglücklichen Beziehung bleiben
    •    Angst vor Veränderung
    •    Kinder und familiäre Verpflichtungen
    •    Geringes Selbstwertgefühl
    •    Hoffnung auf Veränderung
    •    Finanzielle Abhängigkeit

Häufigen Vorwürfe in einer Beziehung
    •    Mangelnde Unterstützung
    •    Kommunikationsprobleme
    •    Vernachlässigung
    •    Unzufriedenheit in der Sexualität
    •    Finanzielle Angelegenheiten

>> Reflexionsfragen zum Abschluss der Episode, Buchtipps in der Infobox der Folge

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

Diese Folge geht der Frage nach: Was brauchst Du, um über Persönliches zu sprechen? D. h. persönliche und auch emotionale Erlebnisse oder Erfahrungen. D. h. In welchem Setting und auf welchen Kommunikationswegen  kannst Du am leichtesten über Persönliches und Gefühle sprechen.

In dieser Folge geht es um folgende Kommunikationswege:
1. Persönliches Treffen (zu Hause, in einem Café, im Park, etc.)
2. Videotelefonie
3. Telefonat (klassisch)
4. Sprachnachrichten  oder Textnachrichten (Instant Messenger)

Die ersten 3 Kommunikationswege sind synchron. Punkt Nr. 4 ist asynchrone Kommunikation. Dies meint, dass senden und empfangen von Daten findet zeitlich versetzt stattfindet. D. h. eine Person schickt eine Nachricht, die andere antwortet zeitversetzt darauf.

Was brauchst Du um Dich zu öffnen? Um über Gefühle/Persönliches  zu sprechen? 4 Fragen dazu:

1. Hat Du generell guten Zugang zu Deinem emotionalen Erleben? Kannst Du dieses direkt/unmittelbar in Worte fassen? Oder brauchst Du dafür Zeit? Natürlich kannst Du eine Weile darüber nachdenken und dann in einem persönlichen Gespräch darüber sprechen.
Gleichzeitig kann es ein Faktor sein, was Du brauchst bzw. was Dir liegt.

Für viele ist es eher ein Mysterium, was in ihnen vor sich geht. Sie tun sich mitunter schwer die passenden Worte zu finden. Das kann mit Erfahrungen aus Kindheit und Jungend zusammen hängen. Vielleicht hast Du als Jugendliche/r die Erfahrung gemacht, dass andere nicht verstanden, was Du sagen willst. Oder dass Du Deine Botschaft nicht übermittelt bekommst, so wie sie in Deinem Kopf ist. Oder Du bekamst die Rückmeldung, dass Bezugspersonen Deinen Gedanken/Deinem emotionalem Erleben nicht folgen können.
Menschen sind in Sachen „emotionale Sprechfähigkeit“ unterschiedlich kompetent. Diese Prägungen können dazu führen, dass es Dir bei synchroner Kommunikation schwerer fällt unmittelbar über Persönliches zu sprechen.

2. Brauchst Du den persönlichen Kontakt? D. h. offline, vor Ort, in „real life“. Körperkontakt kann beim Wunsch nach Offline-Treffen eine sehr wichtige Rolle spielen. Vielleicht hilft Dir eine Umarmung oder kleine Berührung Dich zu öffnen.

3. Ist Dir eine unmittelbare Reaktion wichtig? Also vor allem bei einer persönlichen Begegnung oder bei einem Videotelefonat. Etwas eingeschränkter beim klassischen Telefonat, da Gestik und Mimik fehlen. Hier kann der Wunsch nach einer authentischen und ungeschönten Reaktion dahinter stehen. Ebenso kann das unmittelbare Feedback einer Person ermöglichen sich selbst zu erkennen oder zu spüren.

4. Brauchst oder willst Du keine unmittelbare Reaktion? Dies ist z. B. bei Sprachnachrichten möglich. Bei dieser Form der asynchronen Kommunikation erfolgt keine direkte Reaktion. Manche Menschen empfinden das als sicheren Raum, in dem sie erst einmal sagen dürfen/können - ohne Unterbrechung, Nachfragen oder Reaktionen. Je nach Thema kann es schwierig sein, mit der Reaktion des anderen umzugehen oder umgehen zu müssen.

Die Reaktion der anderen Person bzw. des Gegenübers kann gleichzeitig Geschenk und Herausforderung sein. Z. B. wenn der andere beschwichtigt „Ach komm, nicht so schlimm“ oder versucht aufzumuntern „Kopf hoch! Das wird schon“ oder wenn ungebetene Ratschläge geäußert werden. Es fühlt sich für Menschen mitunter nicht sicher an, eine direkte Reaktion von einem Menschen zu bekommen.
In solchen Situationen kann das eigene Erleben bzw. können die eigenen Gefühle als nicht valide, nicht korrekt oder als beurteilt erlebt werden. Der Gedanke kann aufkommen: „Ich sollte anders fühlen“. Manchmal fühlt sich das Gegenüber mit Deinen Emotionen unwohl und dreht das Gespräch, so dass es plötzlich um die andere Person geht.

Oftmals wird es als wenig emphatisch empfunden, wenn der andere „keine Reaktion“ zeigt. Es stehen Annahmen, Wünsche oder Forderungen im Raum, wie z. B. „Du musst den anderen doch trösten“, etc. Dabei ist es oft viel wertvoller der anderen Person seinen oder ihren Raum zu lassen. Natürlich braucht jeder Mensch etwas anderes. Ganz oft gilt jedoch: Du musst mit den Gefühlen anderer nichts machen. Ein Gespräch ist kein Auftrag an Dich, etwas „wegzumachen“.

Ein guter Weg ist einfach mal zu fragen: Was brauchst Du gerade? Soll ich einfach zuhören und nichts sagen? Möchtest Du eine Umarmung? Möchtest Du einen konkreten Lösungsvorschlag? etc.

Für mich persönlich (als Senderin und Empfängerin) funktioniert asynchrone Kommunikation (Sprachnachrichten) sehr gut. Dabei kann ich in Ruhe alles zu durchfühlen, ich kann meine Gedanken sortieren und darüber nachdenken, worum es wirklich geht (zum wesentlichen vorzudringen).

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

In dieser Folge geht es um das Thema Schuldgefühl. Das kennen sicherlich fast alle Menschen. Viele Ideen und Impulse aus dieser Folge sind aus dem Buch „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl.

Schuldgefühle kommen oft mit folgenden Aussagen:
    •    Ich will mir nichts zu schulden kommen lasen
    •    Ich will mir nichts vorwerfen
    •    Ich will nichts schuldig bleiben
    •    Ich war das nicht! Ich habe keine Schuld

Wie fühlt sich ein Schuldgefühl an?
Ein Schuldgefühl geht oft einher mit: Bedrücktheit, Unruhe, dem Wunsch nach Wiedergutmachung/Entschuldigung. Ein Gegenangriff, eine rechtfertigende Schuldabwehr oder Vorwürfe lassen vermuten, dass ein Schuldgefühl da ist, aber abgewehrt werden muss.

Schuldgefühle stehen nicht allein in der Psyche rum. Oft gehen sie einher mit selbstquälenden Gedanken, Wahrnehmungsveränderung i. S. v. den eigenen Anteil als übergroß zu sehen; Erinnerungen an frühere Verfehlungen tauchen auf, ein innerer Film läuft ab, was Du schlimmes verursacht haben (könntest).

Der Begriff Schuld wird in der deutschen Sprache überaus großzügig verwendet, also wenig differenziert. Ein Beispiel hierfür: Wenn ein Mensch ein juristisches Gesetz bricht  oder ein Mensch eine sozial-familiäre Regel bricht („Das macht man nicht“), wird beides Mal von Schuld gesprochen. Er/Sie hat Schuld. Dabei sind die Situationen recht unterschiedlich.

Menschen sind oft auf der Suche nach einem Schuldigen und/oder suchen einen Kausalzusammenhang; Wer hat Schuld? So einfach ist es sehr oft nicht. Ein Beispiel für die Suche nach einem Schuldigen im Aussen. Stell Dir vor Du stolperst über den Standfuß eines Baustellenschild. Vielleicht fragst Du Dich direkt verärgert: „Wer hat das dahin gestellt?!“

Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen können situationsabhängig sehr unterschiedlich sein. Hier bei spielen äußere und innere Gesetze ein Rolle.
Ein äußeres Gesetz ist z. B. die Höchstgeschwindigkeit Landstrassen. Wenn Du schneller fährst als erlaubt, verstößt Du gegen ein Gesetz, eine Vorschrift aus der StVO. Stell Dir vor, das wäre passiert. Hättest Du ein schlechtes Gewissen? Viele Menschen hätten kein schlechtes Gewissen. Das liegt daran, dass ein schlechtes Gewissen nur dann auftaucht, wenn Du dieses Gesetz als gültig und richtig übernommen hast.  Wenn es ein „inneres Gesetz“ geworden ist.

Ursache Nr. 1 für die Entstehung eines Schuldgefühls: Du übertrittst ein inneres Gesetz. Ein inneres Gesetz könnte sein: Ich muss pünktlich sein. Das gehört sich so. Wenn Du dann unpünktlich bist, hast Du ein schlechtes Gewissen/Schuldgefühle. Denn Du bewertest Unpünktlichkeit z. B. als Respektlosigkeit, Gleichgültigkeit oder Provokation. Oder Du hast Schuldgefühle, wenn Du z. B. den Geburtstag eines wichtigen Menschen vergessen hast. Ich habe ein inneres Gesetz (Es ist wichtig lieben Menschen zum Geburtstag zu gratulieren) verletzt.

Weitere Beispiele:

  • Ich treffe mich lieber mit Freundin X als mit Freundin Y. Ich habe ein schlechtes Gewissen ggü Freundin Y, weil alle sollen gleichbehandelt werden.
  • Als erwerbstätige Mutter fühle ich mich schuldig, weil ich nicht genug Zeit mit meinem Kind verbringen. Verletzt inneres Gesetz: Als „gute Mutter“  verbringe ich viel Zeit mit meinem Kind.
  • Ich habe jemand angelogen. Verletzt Inneres Gesetz: Man lügt nicht.
  • Ich wurde von meiner Nachbarin eingeladen, jetzt muss ich sie auch einladen. Inneres Gesetz: Ich muss immer gleichwertig zurück geben.


Woher kommen diese inneren Gesetze?
Familiäre, gesellschaftliche, kulturelle, moralische, religiöse Prägungen, Regelungen, Gesetze, Ge- und Verbote.
Die Wertesammlung oder Moralvorstellung einer Familie oder Gruppe wird meist erst bemerkt, wenn jemand sie übertritt. Das zeigt sich dann häufig durch Konflikte und/oder Schuldzuweisungen. Schuldgefühle entstehen oft auf Basis von selten klar definierten oder bewussten Gesetzen („Das tut man nicht“).

Schuldgefühle und die dahinter stehenden Regeln können - in manipulativer oder in guter Absicht - eingeredet werden. Manches ist ein simples Missverständnis, verursacht durch Ungenauigkeiten unserer Sprache. Wir lernen früh: Schuld ist schlecht, denn sie verursacht Wiedergutmachung oder Strafe. Wer im Sandkasten das Förmchen klaut, hat Schuld und muss sich entschuldigen. Das geht mich unangenehmen Gefühlen einher und vielleicht schimpfen wichtige Bezugspersonen, etc.

Die Frage „Warum hast Du das getan?“ ist im Erwachsenenalter oft meist rhetorischer Natur, ohne dass wirklich Interesse besteht, die tieferen Ursachen zu erforschen. Es ist eher eine vorwurfsvolle Warum-Frage. Was macht die Frage mit Dir: Warum kommst Du so spät? Hast Du die Tendenz vermeintliche Schuldzuweisungen heraus hören? Hinterfrage Verallgemeinerungen mit z. B. „immer“ oder „nie“: Immer bin ich schuld. Das passiert immer nur mir.

Schuldthemen in partnerschaftlichen Beziehungen beziehen sich oft auf
1) Enttäuschte Erwartungen
2) Gebrochene Vereinbarungen
Manchmal sind diese gar nicht klar vereinbart oder kommuniziert.

Oft wird in Konfliktsituationen mit Schuldgefühlen Gerechtigkeit als Aushängeschild genommen („Ich will doch nur Gerechtigkeit“). Dabei geht es ganz oft nur um  das „Recht haben und gewinnen wollen“.

Wege raus aus den Schuldgefühlen:

  • Ich mach es wieder gut (Wiedergutmachung)
  • Ich werde es nie wieder tun (daraus lernen)  
  • Es tut mir leid (Entschuldigung)
  • Ich verändere mein inneres Gesetz (Gesetzesänderung)
  • Ich erkenne das wahre Gefühl dahinter (Schutzmantel)

 

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Gekürzte schriftliche zusammenfassung:

 

In dieser Folge geht es um die Erwartung, Forderung und Prägung als Frau lieb und nett zu sein. Dazu will ich meine Gedanken teilen und bin selbst auf einem Lernweg.

Wenn Frauen nicht lieb und nett sind, werden sie oft mit spezifischen Zuschreibungen konfrontiert. D. h. wenn sie resolut, sehr entschlossen den eigenen Willen, die eigenen Wünsche und Vorstellungen durchsetzen, werden sie oft als "schwierig" bezeichnet. Nicht lieb und nett sein, bedeutet übrigens nicht, respektvoll und freundlich mit anderen Menschen umzugehen.

Diese Folge geht 5 Fragen nach:

1) Welche negativen Adjektive werden besonders häufig für Frauen verwendet?
2) Welche negativen Auswirkungen hat die Erwartung lieb und nett zu sein für Frauen?
3) Woher kommt die Forderung an Frauen lieb und nett zu sein?
4) Mit welchen Zuschreibungen werden Frauen klein gehalten?
5) Warum ist es wichtig für Frauen eben nicht (nur) lieb und nett zu sein?

 

 

1) Welche negativen Adjektive werden besonders häufig für Frauen verwendet?
Leider gibt es immer noch eine Vielzahl von negativen Adjektiven und Stereotypen, die besonders häufig auf Frauen angewendet werden. Diese Stereotypen sind oft unfair und tragen zur Diskriminierung von Frauen bei. Hier sind einige Beispiele für häufig verwendete negative Adjektive für Frauen:

  • Zickig: (Synonyme: launisch, streitsüchtig, überspannt) Oft im Zusammenhang wenn Frauen ihre Meinung äußern oder für ihre Rechte einstehen.
  • Hysterisch: Im Laufe der Geschichte wurde der Begriff "hysterisch" verwendet, um Frauen abwertend zu beschreiben, die als überemotional, irrational, unkontrolliert oder reizbar wahrgenommen wurden.
  • Dramatisch: Frauen, die ihre Gefühle ausdrücken oder in emotional herausfordernden Situationen reagieren, können als "dramatisch" abgetan werden.

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass diese Adjektive oft auf stereotype und diskriminierende Vorstellungen über Frauen zurückzuführen sind.


2) Welche negativen Auswirkungen hat die Erwartung lieb und nett zu sein für Frauen bzw. kann sie haben?
Die Erwartung, dass Frauen lieb und nett sein sollen, kann verschiedene negative Auswirkungen haben:

  • Unterdrückung von Gefühlen und Meinungen
  • Eingeschränkte Ausdrucksmöglichkeiten, z. B. Ausdruck von Wut
  • Schwierigkeiten in Beziehungen/Partnerschaften, z. B. Schwierigkeit Bedürfnisse zu äußern
  • Selbstwertprobleme: Frauen können das Gefühl haben, nicht akzeptiert oder geliebt zu werden, wenn sie nicht (immer) lieb und nett sind
  • Verstärkung von Geschlechterstereotypen

3) Woher kommt die Forderung an Frauen lieb und nett zu sein?
Die Vorstellung, dass Frauen lieb und nett sein sollen, ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels kultureller, sozialer und historischer Faktoren.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Vorstellung nicht universell ist und in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften unterschiedlich ausgeprägt sein kann.  

  • Traditionelle Geschlechterrollen: In vielen Kulturen wurden über Jahrhunderte hinweg Geschlechterrollen festgelegt, die Frauen bestimmte soziale und familiäre Aufgaben zuwiesen, wie die Fürsorge für die Familie und das Zusammenhalten der Gemeinschaft .
  • Erziehung und Sozialisation: Bereits in der Kindheit werden Mädchen oft dazu ermutigt, sich "brav" und "lieb" zu verhalten, während Jungen oft mit Begriffen wie "stark" und "mutig" in Verbindung gebracht werden. Diese Sozialisation beeinflusst, wie sich Menschen später in ihrem Leben verhalten und wie sie sich selbst und andere wahrnehmen.
  • Geschlechterstereotype: In den Medien, in der Literatur und anderen kulturellen Darstellungen werden häufig stereotype Geschlechterrollen verstärkt. Frauen werden oft als sanftmütig, fürsorglich und emotional dargestellt, während Männer eher als dominant, mutig und rational erscheinen.
  • Soziale Erwartungen und Belohnungen: Frauen, die sich den traditionellen Geschlechtererwartungen entsprechen, werden oft positiv belohnt und erhalten Anerkennung und Zuneigung. Dies kann dazu führen, dass Frauen sich bemühen, diesen Erwartungen zu entsprechen, um Akzeptanz und Zustimmung zu erfahren.

4) Mit welchen Zuschreibungen werden Frauen klein gehalten?
Frauen werden durch verschiedene Zuschreibungen und Stereotypen klein gehalten, die ihre Fähigkeiten, ihre Rolle in der Gesellschaft und ihr Selbstbewusstsein (negativ) beeinflussen können.

  • Emotional und irrational: Frauen werden oft als emotionaler und irrationaler dargestellt, was bedeutet, dass ihre Entscheidungen und Meinungen als weniger rational und durchdacht angesehen werden.
  • Auf äußeres Erscheinungsbild reduziert
  • Passiv, weniger aktiv, nach vorne gehend (negativ gewertet)
  • Unterrepräsentation in Führungspositionen: Frauen werden oft in Führungspositionen unterrepräsentiert, was die Wahrnehmung verstärkt, dass sie nicht die gleichen Fähigkeiten oder das gleiche Potenzial wie Männer haben, um diese Rollen auszufüllen.
  • Geschlechterstereotype in der Berufswahl: Frauen werden häufig auf bestimmte Berufe oder Branchen festgelegt 
  • Schuld und Scham in Bezug auf Sexualität: Frauen können mit Schuld und Scham belastet werden, wenn es um ihre Sexualität geht, da in vielen Gesellschaften immer noch Doppelmoral und sexistische Vorstellungen existieren, die Frauen für ihre sexuellen Entscheidungen kritisieren oder verurteilen.

Es ist wichtig, diese Zuschreibungen zu erkennen und zu hinterfragen, da sie dazu beitragen können, Geschlechterungleichheit und -diskriminierung aufrechtzuerhalten.

5) Warum ist es wichtig für Frauen eben nicht (nur) lieb und nett zu sein?  

  • Authentizität und Selbstausdruck: Frauen sollten die Freiheit haben, ihre Gefühle, Meinungen und Bedürfnisse authentisch auszudrücken, ohne sich in ein vorgeschriebenes Verhalten zwängen zu lassen.
  • Gleichberechtigung und Selbstbestimmung: Wenn Frauen nur als "lieb und nett" definiert werden, kann dies ihre Gleichberechtigung beeinträchtigen und sie in traditionelle Geschlechterrollen zwingen.
  • Stärke und Selbstbewusstsein: Frauen sollten die Möglichkeit haben, ihre Stärken und ihr Selbstbewusstsein zu entfalten. Es ist wichtig, dass Frauen ihre eigenen Ziele verfolgen, Herausforderungen meistern und sich in der Gesellschaft durchsetzen können, ohne „schwierig“ oder „zickig“ abgestempelt zu werden.
  • Rollenvielfalt: Die Gesellschaft profitiert von der Vielfalt der Rollen, die Frauen einnehmen können. Frauen können einfühlsam und fürsorglich sein, aber sie können auch furchtlos, entschlossen und durch setzungsfähig sein.
  • Gesellschaftlicher Fortschritt
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Gekürzte, stichpunktartige Zusammenfassung der Episode:

 

Dies ist eine Folge, um Dich und Deine Annahmen zu hinterfragen. Die Folge ist Human Design einsteigerfreundlich und richtet sich insbesondere an Menschen, die Kinder/Jugendliche begleiten.

Definition von Gesellschaft: Größere Gruppe von Menschen, die (organisiert) unter bestimmten, politischen, ökonomischen, sozialen und sonstigen Verhältnissen innerhalb eines räumlich begrenzten Gebiets zusammenleben. Gesellschaft prägt Familien und Familien prägen Gesellschaft.

Durch Human Design ist es möglich andere Menschen besser zu verstehen; ihre Motive, Bedürfnisse und Denkweisen. D. h. nicht, dass ich alles gut heiße - schon gar nicht Problematisches. Aber gerade Eigenschaften, Bedürfnisse und Verhaltensweisen, die mir fremd sind, kann ich so viel besser nachvollziehen. Gerade auch Qualitäten, die von vielen Menschen als negativ bewertet werden, z. B. egoistisch, naiv, unentschieden, sprunghaft, schludrig.

Es ist wichtig zu erkennen, dass wir immer durch unsere eigene „Brille“ schauen. Oft haben wir die Annahme: Ich bin so, dann müssen die anderen auch so sein bzw. dann sind/denken/handeln die anderen auch so. Wenn wir Dinge nicht verstehen, fragen wir uns: Warum macht er/sie das so? Wir sagen vielleicht: „Mach das doch so“. Oder geben Ratschläge: „Das ist gut für Dich, das hat mir geholfen“.  Manchmal steckt der (unbewusste) Wunsch dahinter, dass Menschen so wie man selbst sein sollen. Oder so wie alle. Oder so wie die Gesellschaft oder die Familie es gut findet.

Ein einfaches Beispiel: Die Eltern eines Kindes spielen Volleyball und wollen/wünschen/gehen davon aus, dass das Kind auch Volleyball spielt. Dabei will das Kind viel lieber Tennis spielen. Die „energetische Grundausstattung“, die durch das Human Design erkennbar ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Was diese Grundausstattung mit sich bringt, weicht häufig von familiären und gesellschaftlichen Erwartungen und Forderungen ab. Insbesondere wenn Du ein Kind/Kinder/Jungendliche begleitest (in den verschiedenen Formen), bietet das Human Design wertvolle Information. Ganz allgemein in Bezug auf alle Menschen; Familienmitglieder/FreundInnnem/Arbeitskolleginnen. Gerade in Situationen in denen Du denkst: „Hä?! Das ist doch so!“ kann das Human Design für mehr Verständnis sorgen.

Wichtig anzumerken ist, dass ich für diese Episode einzelne Aspekte heraus gegriffen habe! In der Betrachtung der „energetischen Grundausstattung“ ist es natürlich wichtig, das Zusammenspiel des ganzen Charts zu sehen. Bestimmte Aspekte variieren in verschiedenen Kontexten und Situationen. Dabei gilt: Nichts ist besser oder schlechter und in keinem Chart „fehlt“ etwas. Mit dieser Episode will ich gerne Fragen aufwerfen und zum Nachdenken anregen.

1) Die sakrale Freude - das definiertes Sakral
GeneratorInnen und Manifestierende GeneratorInnen (MG)

Erlaubst Du Dir der Freude zu folgen? Das ist simpel, aber nicht einfach. Fragst Du Dich manchmal: Darf ich das? Viele Menschen eifern (bewusst/unbewusst) einer protestantischen Ethik nach bzw. wurden über frühere Generationen dahingehend geprägt. Es geht u. a. um harte Arbeit, sowie Fleiß und Preussische Tugenden, die in eine ähnliche Richtung gehen. Was ist Deine Perspektive darauf?

Es kann herausfordernd sein als MG zu hören: „Du musst das durchziehen“. Ist es in Ordnung etwas nicht weiter zu verfolgen, auf das Du keine Lust mehr hast? Durchziehen ist oft eine Forderung der Gesellschaft und/oder der Familie. Ein Beispiel dafür: Spiele spielen als Kind oder Jugendliche. Als erstes kommt der Impuls „Au ja, ich habe Lust ein Spiel zu spielen“. Wenn es dann aufgebaut ist, ist die Lust evtl. weg. Was denkst du darüber? Was sind Deine Gedanken, Deine Bewertung?

2) Ego/Herz
Was ist die gesellschaftliche Bewertung von Egoismus. Wann ist Egoismus „gut“? Wann „schlecht“?
Oftmals besteht die Erwartung und/oder Forderung: Du musst wissen was Du willst. Ist es in Ordnung, wenn Mensch nicht weiß, was er/sie will? 
Du musst mit Willenskraft durchziehen. Was sind Deine Gedanken wenn jemand keine/"zu wenig" Willenskraft hat?
„Ich will und ich werde“ Einstellung wird gepriesen. Was ist wenn jemand diese Einstellung nicht hat?
Sind die Ziele, die Du hast, Deine eigenen oder die anderer?
Was denkst Du über die Forderung „Du musst Dir große Ziele stecken“?  Kommen „große Ziele“ aus Dir oder ist das eine Forderung/Wunsch von jemand anders? Auch im Kontext einer beruflichen Zusammenarbeit; eine Person will sich große Ziele stecken, die andere nicht.

3) Wurzel
Die definierte und undefinierte Wurzel gehen unterschiedlich mit Druck, Zeitdruck und Stress um.
Bei der definierten Wurzel darf sich ein gewisser Druck aufbauen, damit sie ins Handeln kommt, z. B. durch Deadlines. Im Zusammenhang mit Schulkinder kommt vielleicht der Vorwurf: „Du machst Sachen auf den letzten Drücker“, „Warum fängst Du so spät an?“, „Du bist faul“. Das kann sich natürlich auch auf Hausarbeiten im Studium beziehen oder To-Dos in einem Projekt bei der Arbeit. 

4) Kehle
Die definierte Kehlte hat kontinuierlich eigene Energie. Das kann sich durch freies mitteilen und nach außen gewandte Kommunikation zeigen.

Bei einer undefinierten Kehle sieht das anders aus. Vielleicht hört das Kind mit undefinierter Kehle „Kind, sprich doch!“ Hier besteht kein konstanter Ausdruck. Der Ausdruck kommt spontan, es besteht wenig/keine „Kontrolle“ darüber was ausgedrückt wird. Das kann sich auch zeigen durch Schwierigkeiten sich auszudrücken, wenn z. B. eine definierte Kehle im Raum ist. Das Kind kann - bei all den lauten Stimmen - das Gefühl bekommen „Ich werde nicht gehört bzw. nicht gesehen“.

Kann auch in Verbindung gebracht werden mit Extraversion und Introversion, entgegensetzten Pole einer Persönlichkeitseigenschaft. Oft in der Bewertung, dass Extraversion gut sei und Introversion nicht so gut.

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Diese Folge soll anregen Überzeugungen zu hinterfragen und Unbewusstes bewusst zu machen. In der Episode kommen folgende Begriffe vor: Diätkultur, Fettfeindlichkeit (Fat Shaming), Gewichtsdiskriminierung, Body Positivity Neutrality und Body Shaming (abwertende Äußerungen über das Aussehen Anderer).

Die Folge unterteilt sich in 3 Teile:
1) Diätkultur / gesellschaftliche Prägungen
2) Körper kommentieren
3) Gesundheit

Es ist gut, dass darüber gesprochen wird, dass Dinge in Frage gestellt werden und dass Dinge bewusst gemacht werden! Denn die Diät-, Fettweg- und Abnehm-Industrie erwirtschaftet Millionen und prägt u. a. mit ihren Vorstellungen und ihrem Marketing, wie Menschen über ihren Körper denken. Allein sog. „Frauenzeitschriften“ präsentieren sehr regelmäßig Diäten auf ihren Covern. Das suggeriert, dass das ein relevantes Thema für Frauen ist. Ist es das?

1. Diätkultur / gesellschaftliche Prägungen
= Diätkultur ist ein System von Glaubenssätzen, das Schlankheit einen überlegenen moralischen Wert zuordnet. Dabei gilt Schlankheit gleichzeitig als Synonym für Gesundheit.

Das westliche Schönheitsideal ist schlank, jung, weiß. Das wird mit positiven Eigenschaften assoziiert, z. B. schön, gesund, erfolgreich, diszipliniert, etc. Dicke Körper werden abgewertet und negativ assoziiert, z. B. hässlich, dumm, krank, unsportlich, ungepflegt, etc.

Das Wort „dick“ oder „fett“ gilt immer noch als Beleidigung. Das lässt sich häufig schon bei Kinder beobachten. Ein Kind sagt im Streit: „Du bist blöd“. Das andere: „Und Du bist dick“. Wichtig dabei ist: Kinder lernen das! Kein Kind kommt mit der Überzeugung auf die Welt, dass dick sein schlecht ist. Sie lernen das (direkt oder indirekt) im Elternhaus, in der Familie, durch die Gesellschaft und/oder durch Medien.

Wir sind alle tief geprägt von Diätkultur, Fettfeindlichkeit und kulturellen Schönheitsidealen. Die allermeisten Menschen hinterfragen das nicht. Für sie gilt nach wie vor: Schlank = gut. Ist das wirklich so? Diese tiefliegende Überzeugung hören wir in Aussagen wie: „Das hat Du Dir verdient“. Die Frage ist: Muss ich mir einen Nachtisch verdienen? Oder: „Das kannst Du ja wieder abtrainieren“. Die Frage ist: Muss ich einen Nachtisch abtrainieren? Das sind sehr häufig Aussagen, die unbewusst getätigt werden und mit auf der Überzeugung „schlank = gut“ fußen. Es gilt sich selbst genauer zu zuhören. Auch wenn Du selbst mit Dir und Deinem Körper im Reinen bist, bist Du sehr wahrscheinlich durch die o. g. Dinge geprägt.

2. Körper kommentieren
Grundsätzliche Frage vorab: Ist es notwendig andere Körper zu kommentieren? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

Ungeachtet vom Gewicht eines Menschen, werden Körper in jeglicher Form kommentiert, z. B. „Du schwitzt sehr stark.“ Was soll mit einer solchen Aussage bezweckt werden? Der Umstand des Schwitzens wird der Person bewusst sein und ihr selbst wahrscheinlich unangenehm sein. Oder (aus jahrelanger eigener Erfahrung) „Du bist so weiß.“ Das ist in den allermeisten Fällen nicht neutral, als reine Tatsachenfeststellung gemeint, sondern enthält offen oder versteckt die Botschaft, das ist nicht gut, das sollte anders sein bzw. die Person sollte gebräunt sein. Das westliche Schönheitsideal ist zwar „weiß“, aber bitte nicht „zu weiß“.

Weitere Kommentare, die vermutlich eher negativ konnotiert sind: „Du bist so klein“ oder „Du bist ein Strich in der Landschaft“, etc. Die Liste ließe sich ewig fortführen. Für die allermeisten Menschen ist es völlig normal und akzeptiert, dass Körper kommentiert werden. Eine gute Faustregel ist, nichts zu kommentieren, was sich nicht innerhalb von 5 Minuten ändern lässt, z. B. Petersilie zwischen den Zähnen oder verschmierte Wimperntusche.

Was ebenfalls gerne kommentiert wird, ist das Essverhalten anderer, z. B. durch „Willst Du wirklich noch eine zweite Portion?“ Dürfen Menschen selbst entscheiden, wie viel sie auf den Teller wollen? Was ist das Motiv dahinter, Essverhalten zu kommentieren?
Im Gegensatz zur Portionsgröße, die für manche „zu groß“ erscheint, wird dann oft ein „Nein“ nicht akzeptiert. Es wird als Beleidigung aufgefasst einen Nachschlag abzulehnen. Entrüstet wird gefragt: „Schmeckt es dir denn nicht?“ Oftmals hat das einen emotional erpressenden Unterton, da für manche Menschen Essen mit Liebe und Liebesentzug verknüpft ist.

Was ebenfalls gerne kommentiert wird sind schwangere Menschen; „Dein Bauch ist aber groß“ oder „Dein Bauch ist aber klein“. Nach der Geburt wartet dann schon die After-Baby-Body-Industrie, die suggeriert, dass Menschen schnell wieder ihre „alte Figur“ zurück wollen. Ist das denn so?

Als letztes Beispiel möchte ich hier noch den sogenannten Summer-, Bikini- oder Beach Body erwähnen. Die allermeisten Menschen haben ein recht übereinstimmendes Bild davon, was das sein soll. Es gilt zu reflektieren, was dieses Konzept genau sein soll, woher es stammt und wer letztlich davon profitiert? Genauso das Wort „Problemzone“. Dieses Wort wird ganz selbstverständlich von Menschen verwendet. Was genau soll das sein, eine Problemzone? Warum ist ein bestimmter Bereich am eigenen Körper ein Problem? Es gilt, das alles tiefer zu hinterfragen.

3. Gesundheit
Dies ist immer wieder ein „heißes Eisen“ in dieser Diskussion. Als erstes ist es wichtig, darüber zu sprechen, was Gesundheit eigentlich ist. Als zweites darüber, was ein gesunder Körper ist? Unterschiedliche Disziplinen werden hier zu unterschiedlichen Antworten kommen. Alte und kranke Körper werden in unserer Gesellschaft häufig als weniger wert angesehen.

Dahinter steckt die Überzeugung: Schlank = gesund; dick = ungesund. Die Frage, die sich anschließt: Können schlanke Körper ungesund sein? Können dicke Körper gesund sein?

Die Aussage „Du hast abgenommen“ wird in den allermeisten Fällen als etwas positives bewertet. Allein die Frage bzw. Vermutung: „Hast Du abgenommen?“ ist positiv konnotiert! Abnehmen wird als lobens- und anerkennenswert gesehen. Es ist die Frage, ob es möglich ist, Komplimente zu geben, die nichts mit dem Körper zu tun haben? Wie könnte ein solches Kompliment lauten?

Zur These „schlank = gesund“ kann ich persönliche Erfahrungen teilen. Immer wieder wurde mein schlanker Körper bzw. mein „Abnehm-Erfolg“ als lobens- und erstrebenswert kommentiert. Was viele nicht wussten, ich habe durch schädigendes Verhalten viel an Gewicht verloren. Das was ich gemacht habe, war alles andere als gesund bzw. mein schlanker Körper war nicht gesund. Ich war essgestört, zeigte also pathologisches Verhalten. Im Zuge dessen habe ich folgende Substanzen missbraucht: Nikotin bzw. Zigaretten und ihre appetithemmende Wirkung, zudem Appetitzügler, Diuretika (entwässernde Medikamente), Laxativa (Abführmittel) und chemische Drogen. In vielen Fällen können wir nicht sehen, was hinter verschlossenen Türen passiert. Es gilt ernsthaft zu hinterfragen, ob die Gleichung schlank = gesund stimmig ist?

Als letzte Anmerkung, will ich anregen den BMI (Body Mass Index) zu hinterfragen. Der BMI ist eine rein mathematische Formel, die deshalb viele Faktoren nicht mit einberechnet. Z. B. unterschiedliche Fettverteilung bzw. Muskel- und Fettmasse, Alter, Geschlecht und Amputationen. Die Frage lautet, welche Aussagekraft der BMI wirklich hat?

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Das Unausgesprochene im Leben kann sein…
Wünsche, Erwartungen, Annahmen, Forderungen, Bedürfnisse, Gedanken, Probleme, Vereinbarungen, Peinlichkeiten, Regeln, uvm.

Synonyme können sein…
Angedeutet, implizit, mitgemeint, mitschwingen, unterschwellig, versteckt, im Subtext, uvm.

Wenn Du Dich mit dem Unausgesprochenen im Leben befasst, gilt es die Perspektive bzw. den Denkbereich, in dem Du Dich befindest, zu berücksichtigen. Schaust Du durch die Brille von: Geschichte, Theater, Psychologie, Philosophie, …?

 

Implizite bzw. unausgesprochene  Vereinbarungen
Unausgesprochene Vereinbarungen sind Varianten der Kommunikation, bei denen eine oder beide Parteien davon ausgehen, dass die Vereinbarung klar genug und keine weitere Erklärung erforderlich sei. Zum Beispiel, wenn Dir Dein Partner/Deine Partnerin aus dem Obergeschoss zuruft, dass jemand an die Tür klopft. Dann weißt Du offensichtlich, was das bedeutet: Mach der Person die Tür auf. Du kannst die Nachricht zwischen den Zeilen lesen, indem du sie aus dem, was tatsächlich gesagt wurde, ableitest. Passend hierzu das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun mit den verschiedenen Ebenen: Appell, Sach, Beziehung und Selbstoffenbarung. Einige Leute machen jedoch den Fehler, anzunehmen, dass es eine Vereinbarung gegeben habe, ohne dass die andere Partei diese bestätigt hätte. Zum Beispiel kann es sein, dass Du davon ausgehst, wenn Du Dich jedes Jahr an den Geburtstag einer Person erinnerst, dass diese sich auch immer an Deinen erinnern würde.

Unausgesprochene Regeln (in der Familie, im FreundInnenkreis, in der Firma, …)
Wenn das Unausgesprochene regelnd wirkt. In verschiedenen Systemen kann es unausgesprochene Regeln geben, die nicht offen kommuniziert werden. Erst bei einem Regelverstoß gibt es einen Hinweis, z. B. „Bei uns wird das so gemacht“ oder „Das darfst Du hier nicht sagen“. Wenn Du z. B. in einer neuen Firma anfängst, gibt es oft solche Regeln. Über die Zeit, durch Deine Beobachtungen, können Dir diese auffallen. In Teamentwicklungsprozessen gilt es daher das Unausgesprochene in bzw. zur Sprache zu bringen.

In solchen Systemen kann es auch zu Phänomenen kommen wie „Endlich sagt jemand, was alle denken“. Das heißt, eine Person spricht aus, was sich die anderen nicht trauen. Der berühmte „Elefant im Raum“. Dieser Elefant steht für ein Problem, das zwar für eine Gruppe von Menschen klar erkennbar und bedeutsam ist, aber von diesen nicht thematisiert wird. Die Gründe für das Schweigen können vielfältiger Natur sein, beispielsweise die Angst vor persönlichen Nachteilen und Repressionen oder die Furcht, jemanden – womöglich Anwesende – zu verletzen, ein Tabu zu brechen oder allgemein ungeschriebene Regeln zu missachten.

Etwas Unausgesprochenes oder schon lange nicht mehr ausgesprochenes zu benennen, kann einen erleichternden Charakter haben bzw. Erlaubnis geben. Zum Beispiel ist das Wissen um Selbstfürsorge im (Berufs-)Alltag zwar sehr häufig vorhanden, wurde u. U. aber länger nicht mehr (von den KollegInnen) thematisiert. Somit kann ein Gespräch darüber in der Kaffeeküche oder Pause Erleichterung bringen und die Tür für weitere, tiefere Gespräche öffnen.

Das Unausgesprochene in der Geschichte/in einer Nation
„Das Unerzählte, was sie [die Verwandten] erlebt haben, ist eigentlich das, was die Erinnerung prägt. Das Unerzählte, was nach Jahrzehnten zum Teil ans Tageslicht kommt und ein Leben nachträglich erklärt.“ Aus: „Es ist das Unausgesprochene, was prägt“, FAZ Artikel von Virginia Reinhard.

Das Unausgesprochene in Familien
Oftmals gibt es in Familien Vorkommnisse, über die viele Menschen oder bestimmte Menschen Bescheid wissen, über die aber nicht gesprochen wird z. B. eine (verheimlichte) Adoption. Hierzu kann ich meinen Blogartikel "Familiengeheimnisse" empfehlen.
Das Unausgesprochene kann auch eine Co-Abhängigkeit innerhalb einer Familie, Partnerschaft/Ehe sein, z. B. bei Suchterkrankungen.  

Unausgesprochene Erwartungen
Häufig bestehen unausgesprochene Erwartungen in Familien. Oder sie werden am Rande in einem Nebensatz erwähnt, jedoch nicht weiter thematisiert, z. B. „Mein Kind übernimmst mal den Betrieb/die Praxis“ oder „Meine Tochter/mein Sohn wird auch mal Anwältin, so wie ich“.
Unausgesprochene Erwartungen sind ganz allgemein - nicht nur innerhalb von Familiensystemen - sehr häufig anzutreffen. Diese beinhaltet dann oft den Wunsch das Gegenüber möge Gedanken oder zwischen den Zeilen zu lesen.
Sehr hilfreich ist es hier bestimmte Kommunikationsmuster zu analysieren und sich zu fragen: Wann und wo sende ich im Subtext? Warum kommuniziere ich nicht klar und deutlich? Übernimm Eigenverantwortung für das was Du gesagt hast und was Du im Subtext gesagt hast.
Grundsätzlich gilt es zu klären welche Erwartungen an Dich gerichtet werden, aber auch welche Erwartungen Du an andere richtest.

Hierzu ein Auszug aus dem Lied „Ausgesprochen unausgesprochen“ von Anett Louisan:
„Würd’st Du mich wirklich lieben,
dann wüsstest Du genau,
wie ich gerade fühle und was ich wirklich brauch’. (…)
Hab’ überdeutlich nichts gesagt und Dir damit mein Leid geklagt. (…)
Du musst doch wissen, wenn ich schweig,
dann ist das auch Fingerzeig.
Jeder sieht doch weit und breit,
wie dieser Blick zum Himmel schreit.
Das hast Du alles nicht gehört (…)“

Zum Abschluss einige Zitate zum Thema „Das Unausgesprochene“:

  1. "Das Kostbarste zwischen den Menschen ist das Unausgesprochene, und was ausgesprochen wird, ist nicht immer das Beste". Hugo von Hofmannsthal
  2. "Manchmal schmerzt das unausgesprochene Wort mehr, als das ausgesprochene". Ole Steinkamp
  3. „Nur das Unausgesprochene ist wahr“. Jean Anouilh
  4. "Nur das Unausgesprochene bleibt genau das, was es mir bedeutet". (Buchtitel von Vesna Kondric Horvat)
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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Diese Episode unterteilt sich in 4 Abschnitte.

1) Was bedeutet es „sich zu erden“?
Im Kontext dieser Episode wird Erdung (engl. earthing oder grounding) als in den Körper kommen verstanden. Erdung kann auch als sich verwurzeln oder zentrieren beschrieben werden. Für die meisten Menschen - mich eingeschlossen - ist das oftmals eine Herausforderung.

2) Wozu brauche ich das?
In der Elektrotechnik bezeichnet Erdung die Ableitung elektrischer Ströme in die Erde. Das Prinzip der Erdung wird genutzt, um unerwünscht auftretende Ströme zu neutralisieren, also z. B. Ströme aus Blitzeinschlägen aber auch aus Kurzschlüssen in elektrischen Anlagen. Das ist ein anschauliches Bild, was Menschen erleben.Sie erleben sich unter Hochspannung, also ob mehrere tausend Volt durch sie fließen. Erdung lässt diese Überspannung abfließen.

Diese Anspannung kann sich bspw. wie folgt ausdrücken:
    •    Du fühlst Dich instabil, als ob ein leichter Wind Dich umhauen könnte (z. B. eine kleine Bemerkung)
    •    Du gerätst schnell aus der Fassung, bist leicht aus der Ruhe zu bringen
    •    Dein Geist ist völlig überreizt, Überstimulation, mit 300 km/h auf der geistigen Autobahn unterwegs sein

Es ist hilfreich zu wissen, was Dich aus der Ruhe/aus dem Gleichgewicht bringt. Für mich ist das z. B. Lautstärke/Lärm/viele Nebengeräusche. Notiere Dir einmal die Dinge, die Dich aus dem Gleichgewicht bringen.

Manchmal versuchen Menschen sich über gesteigerte Nahrungsaufnahme zu erden. Über das wohlig-schwere Sättigungsgefühl soll Erdung kreiert werden. Wie ein Luftballon, der immer wieder nach oben aufsteigen will und an den kleine Gewichte gehängt werden, um ihn zu erden. Interessant kann es auch sein, auf den Konsum von anregenden Getränken, wie z. B. Kaffee, zu achten.

3) Herausforderungen
Beim Thema Erdung ist es oft so, dass Menschen wissen, was ihnen gut tut/helfen würde, doch sie tun es nicht. Sie wissen viel, setzen aber nicht um. Wenn Dich das betrifft, frage Dich ganz liebevoll, warum das so ist. All die Empfehlungen und Tipps sind manchmal nur 1. Hilfe Maßnahmen. Sozusagen ein Pflaster, das auf eine Wunde geklebt wird. In der Wunde steckt jedoch ein Fremdkörper, der erst entfernt werden sollte. D. h. dass die Methoden und Techniken zusammen mit tiefer gehender Ursachenforschung Hand in Hand gehen dürfen, um nachhaltig zu sein.

Die Dinge nicht umzusetzen hat oft etwas mit den eigenen Prioritäten zu tun. D. h. mit der Einschätzung x ist wichtiger als y. D. h. x ist wichtiger als das eigene Wohlbefinden. Die Frage ist doch, warum sind andere Dinge wichtiger? Manchmal steht ein geringer Selbstwert dahinter mit der Überzeugung: Ich bin es nicht wert. Andere „wichtigere“ Dinge können sein:
Anerkennung und Liebe - z. B. erst die Familie, dann ich.
Perfektionismus - Ich feile weiter an dieser Aufgabe, das ist wichtiger. Dann muss Yoga heute halt wieder ausfallen.

Aus meiner Perspektive geht es darum, eine Basis, ein Fundament zu entwickeln. Ein Gefühl dafür zu entwicklen, wie fühlt es sich für Dich an, geerdet zu sein. Dorthin kommst Du dann immer wieder zurück. Du weißt, das ist Deine Mitte. D. h. Du kennst Deine Mitte und bemerkst, wenn Du Dich davon entfernt hast. Du weißt, was Du tun kannst, um in Deine Mitte zurück zu kommen. Es gibt natürlich Schwankungen in der Hinsicht, wie geerdet Du Dich fühlst und das ist vollkommen okay. Das ist sicherlich auch abhängig von verschiedenen Phasen im Leben.

4) 10 Impulse Dich zu erden
Diese Impulse dienen als Einladung, Dinge auszuprobieren und Dich an Methoden und Techniken zu erinnern. Denn es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Achte darauf, wenn Du den Gedanken hast: „Da ist ja gar nichts Neues dabei“. Bist Du immer auf der Suche nach einer „neuen, besseren Lösung“? Nach einem anderen Weg? Frage Dich: Warum ist das so? Ist das wirklich notwendig? Warum wendest Du nicht die Dinge an, die Du schon kennst?

Die 10 Impulse:

  1. In die Natur gehen (auch gärtnern)
  2. Sport
  3. Achtsame Körperübungen + Yoga
  4. Auf dem Boden sitzen
  5. Fußaktivierungen z. B. Fuß über einen Ball rollen, Fußmassage, Fußbad, Barfuß gehen
  6. Körper abbürsten mit Massagebürste oder -handschuh
  7. Über die 5 Sinne (sehen, hören, riechen, schmecken, spüren/tasten), z. B. durch Duftöle oder Frequenzen, erdende Lebensmittel
  8. Atemübungen
  9. Visualisierungen (z. B. Ein Baum der Wurzeln schlägt)
  10. Meditation  + Yoga Nidra

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

In dieser Folge geht es um das Thema "Mentales Chaos und mentale Verwirrung navigieren". Vorab will ich dazus sagen, dass sich dies auf alltägliches Geschehen bezieht und nicht auf Ausnahmesituationen, wie z. B. einen Todesfall oder auf pathologische Zustände, wie sie bspw. bei psychischen Störungen auftreten können.  

1) Chaos/Verwirrung - was ist das? Was ist die Herausforderung? Was ist das Problem damit?

Diese mentalen Zustände zeigen sich für Menschen unterschiedlich. Sie können beispielhaft, wie folgt beschrieben werden: Ein Zustand von mentalem Nebel und/oder Unklarheit. Die Gedanken rasen, die Gedanken schleichen. Als ob Du durch einen dunklen Raum läufst und den Lichtschalter suchst. Es ist dunkel und Dein Verstand will unbedingt verstehen, was vor sich geht. Er will herausfinden, warum es dunkel ist und wie es wieder Licht werden kann. Dieser Zustand kann sich ebenfalls zeigen, wenn sich Dinge nicht wie geplant entwickeln.

Ganz oft bestehen in einem solchen Zustand miteinander konkurrierende Gedanken bzw. Gefühle, z. B.:
    •    Ich habe voll den Plan und weiß wo es lang geht vs. Ich habe keine Ahnung und fühle mich völlig lost
    •    Ich fühle mich großartig und kann die Welt erobern vs. OMG, wer bin ich eigentlich und was kann ich überhaupt?
    •    Ich fühle mich angebunden und vertraue vs. Ich fühle mich hilflos und allein

Das Problem bzw. die Herausforderung ist sehr oft, dass wir im Widerstand mit dem mentalen Chaos sind. Das soll bitte weg gehen! Der Verstand wird unruhig und will verstehen, was los ist und warum das so ist! Es kann starker mentaler Druck entstehen.

2) Neue Perspektiven
Im zweiten Teil geht es darum, Deine Perspektive zu wechseln und diese Phasen neu zu betrachten.
Denn dieses mentale Chaos bedeutet ganz oft Momentum, das Du aufgebaut hast. Es zeigt Dir den Schwung auf, den Du über eine gewisse Zeit aufgebaut hast. Z. B. hast Du ein Ziel vor Augen oder willst ein Projekt finalisieren. Es kommt Dynamik und Fahrt in die ganze Angelegenheit.
            Du kannst es Dir wie den letzten Schritt vor einer Veränderung oder einem Abschluss vorstellen. Ein passendes Bild kommt aus dem Tarot, aus den kleinen Arkanas. Diese bestehen aus den Karten 1-10 plus Hofkarten. D. h. die 9 (z. B. 9 der Schwerter, Kelche, Münzen, Stäbe) ist der letzte Schritt vor dem Abschluss, der Transformation, der Veränderung. Sie kann auch den Abschluss einer Entwicklung bezeichnen.

In diesem Momentum, das aufgebaut wurde, liegt das volle Potenzial. Das Potenzial für den Abschluss, für die Transformation oder die Umsetzung von etwas. D. h. Das Chaos und die Verwirrung enthalten das ganze Potenzial von dem was Du Dir wünschst oder anstrebst. Natürlich gibt es hier auch ein Überraschungsmoment von Dingen, die Du nicht geplant hast oder auf dem Schirm hattest, die sich nun entwicklen und zeigen.
Diesem Potenzial darfst Du Zeit geben sich zu entfalten. Diese Entwicklung kann nicht gedrängt oder beschleunigt werden. Du darfst vertrauen und Dich hingeben.

Du kannst Dir diese Phase auch als Training vorstellen. Stell dir vor, Du trainierst in einem Trainingsraum, z. B. mit Gewichten oder Du bist auf auf einem Trainingsgerät, z. B. einem Laufband. Stelle Dir folgende Reflexionsfragen:

    •    Ist es möglich diesem Prozess /diesem Training etwas Gutes abzugewinnen? Wenn ja, was?
    •    Was kannst Du am ehesten annehmen in dieser Phase?

Sehr häufig sind diese Phasen eine Einladung zu Wachstum. Achte in diesen Phasen besonders auf Deine Gedanken. Vielleicht kennst Du dabei folgende:
"Diese Phase soll vorbei gehen", "Das Hindernis muss aus dem Weg geräumt werden" oder "Es soll leichter sein". Diese Gedanken kenne ich von mir selbst sehr gut. Hierzu ein (vielleicht) provokativer Impuls: Warum wünschst Du Dir, dass es leichter wird? Warum wünschst Du Dir nicht, stärker zu werden? Warum wünscht Du Dir nicht eine höher Kompetenz mit der Situation/Phase umzugehen?

Weitere Fragen, die in einer solchen Phase erkenntnisreich sein können:
    •    Wünschst Du Dir ein spezifisches Ergebnis?
    •    Warum genau dieses Ergebnis?
    •    Wird das, das das beste Ergebnis sein? Kannst Du das mit Sicherheit sagen?

Wünschen kann, wenn es für Dich anschlussfähig ist, durch beten ersetzt werden. Ich persönlich bete sehr selten um spezifische Dinge, also z. B. „Gott, bitte gib mir XY“ oder „Gott mach das bitte so und so.“ Ich bete sehr oft ergebnisoffen, z. B. „Gott, hilf mir zu erkennen, was ich nicht erkennen kann“, oder „Hilf mir mich von meinen Vorstellungen zu lösen, so dass ich für Deine Platz mache.“

Zum Abschluss habe ich noch Reflexionsfragen für Dich:
    •    Mit was genau bist Du im Widerstand? Mit welchen Anteil oder Aspekt des mentalen Chaos/der mentalen Verwirrung?
    •    Was genau soll anders sein? Warum?
    •    Hast Du eine solche Phase schon einmal erlebt? Wie bist Du damit umgegangen? Was ist daraus entstanden?

Als Empfehlung möchte ich noch auf Gene Key 64 ( hinweisen, der in der Schattenfrequenz die Verwirrung hat. Vielleicht hast Du diesen in Deinem Profil aktiviert - ich gleich 2x. ;) Mache Dir bewusst, dass in jedem Schatten ein Geschenk enthalten ist. Bei Gene Key 64 ist es die Vorstellungskraft.

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Umgang mit Kritik war lange Zeit ein herausforderndes Thema für mich. Kritik habe ich viele Jahre sehr persönlich genommen und hat meinen Selbstwert negativ beeinflusst. Zwischenzeitlich habe ich einen Weg für mich gefunden mit Kritik umzugehen und möchte gerne drei Impulse mit Dir teilen.

In dieser Episode spreche ich von konstruktiver Kritik. Es geht nicht um destruktive Kritik oder persönliche Angriffe, die unter die Gürtellinie gehen.

1. Welche Bedeutung gibst Du dem Gesagten?
Das hängt natürlich von der Situation und Person ab. Du kannst jedoch steuern, welche Bedeutung Du dem Gesagten gibst. Du bist Deinen Bewertungen bzw. Gedanken nicht ausgeliefert. Wie interpretierst Du das Gesagte? Inwiefern kannst Du Dich von dieser Interpretation lösen?
Manchmal empfiehlt sich ein Austausch mit anderen z. B. nahestehenden Personen, um Impulse zu erhalten, die weniger emotional (als Deine eigene Bewertung) eingefärbt sind.

2. Was erwartest Du von Dir, wie Du mit Kritik umgehen sollst? Welchen Anspruch hast Du an Dich?
Erwartest Du z. B. von Dir, dass Du Kritik sofort rational „übersetzen“ musst, dass Du sofort das Verbesserungspotenzial erkennen musst, dass Du es sofort sachlich und professionell nehmen musst?
Kritik sachlich und professionell zu nehmen ist sicherlich ein guter Ansatz. Dabei wird jedoch für viele Menschen ein Zwischenschritt ausgelassen - und zwar die aufkommenden Gefühle zuzulassen und zu fühlen.

3. Inwiefern habe ich Angst davor, die damit verbundenen Gefühle zu fühlen?
Z. B. Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Wut, etc. Diese Gefühle kollidieren oft mit dem Anspruch, Kritik ganz rational nehmen zu müssen. Gefühlen wird kein Raum gegeben. Anspruch: Es muss an mir abprallen. Gefühle spielen hier keine Rolle!
Die Worte, die Du hörst, machen ja aber was mit Dir. Sie können eine unterschiedlich starke Emotionalität auslösen.

Eine eigene Erfahrung: Ich habe immer schon nach Feedback gefragt, auch wenn ich Angst davor hatte. Am Anfang meiner Yogalehrtätigkeit, habe ich immer nach Feedback gefragt. Später habe ich auch danach gefragt, da war es dann viel weniger emotional eingefärbt, weil die anfängliche Unsicherheit nicht mehr da war. Gerade zu Beginn haben mich viele Rückmeldungen getroffen. Nicht, weil die Teilnehmenden etwas schlimmes gesagt hätten, sondern weil ich sie sehr persönlich genommen habe. Die Feedbackbögen habe ich - wohlwissend - zu Hause ausgewertet und bin teilweise in Tränen ausgebrochen. Trotzdem habe ich immer wieder nach Feedback gefragt, weil mir Weiterentwicklung so wichtig ist. Wichtiger als die Vermeidung bestimmter Gefühle.

Ein weiteres Beispiel: Zu einem Workshop, den ich gegeben habe, habe ich ein Workbook geschrieben. In dieses Workbook ist sehr viel Liebe und viele Gedanken geflossen. Ich habe sehr viel Zeit und Energie hinein gegeben. Nach dem Workshop fragte ich nach Feedback und eine Teilnehmerin bewertete es als „mittelmäßig“.

Es kamen Gedanken auf wie: Meine Arbeit ist nicht gut genug. Ich bin nicht wertvoll (persönlich nehmen). Ich habe versagt. Der ganze Kurs war schlecht, etc. Nach dieser Rückmeldung habe ich erst einmal 10 Minuten geheult.
Das ist okay. Ich lasse diese Gefühle zu. Der springende Punkt ist: Das weinen bedeutet nicht, dass meine Gedanken wahr sind! Lies das noch einmal. Bloß weil ich weine, heißt das nicht, dass ich z. B. dem Gedanken „Meine Arbeit ist nicht gut genug“ zustimme. Ich weine, weil es mich „emotional anfasst“ und das ist okay so.

Es hat keine Bedeutung, wenn ICH diesen Gedanken keine Bedeutung GEBE. Keine Bedeutung meint i. S. v. Gewichtung. Wenn ich sage: „Ich bin voll der Looser, weil ich jetzt 10 Min. geheult habe“, dann ist das eine Bedeutung/Bewertung/Interpretation, die ich dem Ganzen gebe! Frage: Welche Bewertung lasse ich zu? Dazu gehört auch eine gewisse mentale Disziplin. Gedanken beobachten und bemerken. Gedankenspirale durchbrechen und beenden.
Anschließend Deine Perspektive wechseln: Was kann die Kritik bedeuten? Aus welcher Perspektive könnte diese Person das gesagt haben?

Auf meine Situation bezogen: Der Teilnehmerin war ein Workbook einfach nicht wirklich wichtig. Sie hat es einmal quergelesen und auf der Bewertungsskala einfach die Mitte - „mittelmäßig“ - angeklickt.

Zum Abschluss: Manchmal ist es in der unmittelbaren Situation nicht möglich, Deine Gefühle auszudrücken oder zuzulassen. Das bezieht sich z. B. auf Situationen im Arbeitskontext bzw. in der Corporate World. Dort geht es eher rational und sachlich - zumindest oberflächlich oder erzwungen - zu. D. h. in einem Feedback- oder Quartalsgespräch ist es wahrscheinlich unpassend oder unangenehm Deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Wichtig ist, diesen Gefühlen dann in einem passenderen Rahmen - z. B. nach Feierabend - Raum zu geben.

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:


In dieser Folge geht es um den Gedanken: „Meine Arbeit bzw. meine Dienstleitung ist nicht gut genug.“ Vielleicht kennst Du diesen Gedanken?

Bei der Untersuchung des Gedankens gehe ich von einer längeren Zusammenarbeit aus, z. B.
    •    Yogakurs über 8 Wochen
    •    Steuererklärung anfertigen
    •    Osteopathie 5er Karte
    •    Neue Webseite programmieren

In den obigen Beispielen wurden Lehrberufe, Heilberufe, beratende Berufe und Kreativberufe gewählt. Natürlich kann der Gedanke ebenso auf andere Berufsgruppen bzw. berufliche Tätigkeiten bezogen werden.  

 

4 Punkte zur Reflexion:

1) Menschen länger begleiten
Lange Zeit war ich überzeugt von "Menschen wollen keine lange Zusammenarbeit." (Lang ist natürlich relativ). Ich habe mich sehr damit gestresst, dass nach 1 Session alles gelöst sein muss. Vielleicht kennst Du das auch? Wenn Du den genannten Glaubenssatz kennst, dann hinterfrage ihn. Ist das so, dass Menschen keine längere Zusammenarbeit wünschen?
Es geht um den Prozess bzw. um den gemeinsamen Weg. Dabei wird es gute und weniger gute Sessions geben. Gut und weniger gut ist total subjektiv. Was soll das sein? An welchen Kriterien machst Du das fest? Es geht vielmehr darum, wie zufriedenstellend, erfolgreich, freudvoll waren die Sessions im Mittelwert bzw. ist das Gesamtergebnis.

2) „Ich muss die Lösung haben“
Kennst Du diesen Glaubenssatz? Frage Dich: Welche Ansprüche hast Du an Deine Arbeit? Welche Erwartungen spürst Du auf Dir? Gesellschaftlich-kulturelle Erwartungen, Erwartungen an bestimmte Berufsgruppen, etc. Wie wurdest Du geprägt? Sind das Deine eigenen Ansprüche und Erwartungen oder die anderer?

3) Wie fühlt sich der Prozess/das Ergebnis für Dich an vs. Wie fühlt es sich für die Klientin/Schülerin/Mandantin an?
Kann ich als Anbieterin/als Dienstleisterin wirklich wissen, wie es sich für Die andere Person anfühlt? Unterscheide zwischen Deiner eigenen Bewertung einer Situation und der Bewertung einer anderen Person.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich bspw. nach einer Session, wo ich dachte, das war richtig gut, kaum eine Reaktion der Klientin kam. Wo ich dachte, heute in der Session ist nicht soviel voran gegangen, kam die Reaktion, dass die Session total viel bewegt hat. So unterschiedlich kann die Bewertung einer Situation sein.

4) Meine Erfahrung als Yogalehrerin
Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass SchülerInnen, die während des Unterrichts grimmig geschaut haben, hinter her zu mir kamen und gesagt haben, wie gut es ihnen gefallen hat. Es ist von aussen oft nicht zu sehen oder einzuschätzen, was im anderen vor sich geht. Was glaube ich, was in der anderen Person vor sich geht und was geht wirklich in ihr vor?

4 Reflexionsfragen zum Thema:

1. In welche Muster rutschst Du, wenn Du denkst, dass Deine Arbeit ist nicht gut genug?
    •    Aktionismus (mehr, mehr)
    •    Leid tun/aufgeben
    •    Über andere schimpfen/beschuldigen
    •    Dir selbst Vorwürfe machen/Dich runter machen
    •    Abwehr/von Dir weisen (das hat alles nichts mit mir zu tun)
2. Was läuft gut UND gleichzeitig unperfekt bzw. messy? Was ist, wenn genau das der Prozess ist? Was macht das mit Dir?
3. Habe ich diese Ansprüche (Punkt 2 „Ich muss die Lösung haben“) auch in anderen Lebensbereichen? Oder nur in einzelnen Lebensbereichen?
4. Was ist für mich wichtig, was nicht zwangsläufig für den/die andere/n wichtig ist?

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Was bedeutet es eigentlich das eigene Potenzial zu entfalten bzw. zu entwickeln? Die Frage lautet: Wer bin ich und wer könnte ich sein? In dieser Folge differenzieren wir den Begriff Potenzial ein wenig aus und schauen uns 4 Potenzialgruppen an. Zudem schauen wir auf das Thema Potenzial in der eigenen Familie bzw. der Ahn*innen. Außerdem geht es darum, inwiefern Systeme wie z. B. Human Design Menschen neutral und ohne persönliche Agenda Potenziale aufzeigen können. Zum Schluss geht es um die Frage, inwiefern wir überhaupt willens sind das eigene Potenzial zu entwicklen, wenn wir dafür evtl. einen (hohen) Preis bezahlen? Los geht's.

Wie wird Potenzial eigentlich definiert?
Definition von Potenzial (dwds.de - Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache):
„Gesamtheit der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten, vorhandene Leistungsfähigkeit, Wirkungsfähigkeit, besonders in der Technik, Ökonomie, Wissenschaft".

Interessant ist es den Begriff Potenzial mit anderen zu kombinieren, um in die verschiedenen Qualitäten hineinzuspüren. Spüre einmal in die folgenden Kombinationen hinein:
    •    Potenzial - entdeckung
    •    Potenzial - aktivierung
    •    Potenzial - entfaltung
    •    Potenzial - entwicklung

Lass uns die Begriffe Entdeckung und Entwicklung näher anschauen:

Entdeckung
    •    das Auffinden von etw. (Neuem) in Wissenschaft und Forschung, das bis dahin unbekannt war
    •    etw., das erstmals oder erneut von jmdm. (als bedeutend o. ä.) erkannt, erforscht wird
    •    das (plötzliche) Wahrnehmen, Bemerken von etw. bzw. jmdn.

Entwicklung
    •    das Vorwärtsschreiten in einem Prozess
    •    Reifeprozess des Menschen

Schauen wir uns einmal an, was Potenzialentfaltung/-entwicklung im Coaching bedeuten kann. Ich unterteile dafür in privates und berufliches Coaching.
Potenzialentfaltung im Kontext von beruflichem Coaching findet oft im Rahmen von Personal- oder Organisationsentwicklung statt. Potenzial wird dabei häufig durch die Brille der Leistungsgesellschaft gesehen, d. h. es geht darum produktiv zu sein, abzuliefern, Spitzenleistung zu bringen und/oder Meisterschaft zu erreichen. Häufig wird von High Performance Coaching gesprochen und davon der/die Beste zu werden.
Das Leistungsmotiv sehen wir aber auch im privaten Bereich oder jenseits von Erwerbsarbeit, z. B. darin ein/e „bessere/r“ Mutter/Vater zu sein oder „besser“ als der eigene Bruder/die eigene Schwester zu sein.
Im privaten Coaching oder spirituellen Coaching wird Potenzialentfaltung/-entwicklung häufig damit verknüpft den eigenen Lebenssinn/Seelenweg zu finden, Sehnsüchte der Seele zu entfalten/entdecken und/oder die eigene Bestimmung zu leben.

Was für Potenziale gibt es? Eine mögliche Aufteilung.

1.) Körperliches Potential

Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit, Koordination, Bewegung, Ausdruck

2.) Geistiges Potential

Wahrnehmen, Erfindungen, Ideen, Kreativität, lernen

3.) Seelisches Potential

Fühlen, die Absicht der Seele erkennen (was möchte sie erleben?), die Fähigkeit, sich verbunden zu fühlen mit anderen Lebewesen und der Natur, Spirituelle Entwicklung, das Streben nach Liebe, Wahrhaftigkeit, Gott

4.) Liebespotential

Die Fähigkeit Liebe zu geben und zu empfangen, sich auf nährende Beziehungen einlassen, Wachstum in der Partnerschaft, verzeihen, tiefe Kommunikation

Schreibe gerne einmal auf, wo Du Potenziale in diesen 4 Bereichen bei Dir siehst. Erkennst Du Potenziale, die Du bisher als solche nicht gesehen hast?

Dabei bleibt zu beachten: Was oder was nicht als Potenzial gesehen oder anerkannt wird, ist abhängig vom Umfeld, der Perspektive (Familie, Gesellschaft, Kultur) und (im beruflichen Kontext) der Tätigkeit an sich.

Potenzial kann sein:
    •    Das Positive in der Welt/in Menschen zu sehen
    •    Deine Freude und Begeisterung mit anderen/der Welt zu teilen
    •    Verständnisvoll und emphatisch zu sein
    •    Andere unterhalten zu können/gute Geschichtenerzählerin zu sein
    •    Angenehme, beruhigende Atmosphäre in einen Raum zu bringen

Sehr interessant und aufschlussreich im Bereich Potenzialentfaltung/-entdeckung ist die eigene Familie und das Erbe Deiner Ahnen/Ahninnen. Wenn Du Dir Deine Familie anschaust, wirst Du Potenzial entdecken, das gelebt oder unterdrückt wurde. Vielleicht gab es in Deiner Familie Künstler*innen, Handwerker*innen, Heiler*innen o.ä., die ihre Begabungen leben konnten. Oder Familienmitglieder (Mutter/Vater, Opa/Oma, Tante/Onkel), die zwar einen Traum und bestimmtes Potenzial hatten, es aber nicht leben konnten/nicht gelebt haben.

Notiere Dir welches Potenzial Deine Ahnen/Ahninnen gelebt haben – und was blockiert blieb. Welches Potenzial wurde in der Familie gelebt? Welche Potenziale waren in der Familie blockiert?

Auf unserem Lebenweg verlieren wir manchmal den Bezug zu uns. Geschichten und Gedanken anderer Menschen - mit einer eigenen Agenda - sind in unserem Kopf. Wir werden geprägt z. B. dadurch wie unsere Eltern uns sehen und was sie uns zurückmelden. Hier kann es interessant und hilfreich sein Dir folgende Fragen zu stellen:

  • Was hat mir als Kind Spaß gemacht?
  • Bin ich willens das loszulassen, was mir über mich erzählt wurde?
  • Bin ich willens mich selbst zu erkunden?

Tools, wie Human Design können Dir hierbei einen “neutralen” Blick aufzeigen, da solche Systeme keine persönliche Agenda verfolgen.

Zum Schluss gebe ich Dir einige kraftvolle Reflexionsfragen zum Theme Potenzial mit:

  • Wer bin ich, wer könnte ich sein?
  • Kann ich Potenzial leben, das unbewusst ist? Ist das möglich?
  • Müssen gewisse Potenziale bewusst gemacht werden, um gelebt werden zu können?
  • Bin ich bereit anzunehmen was in mir ist, wenn ich es vor Augen haben (z. B. durch ein Human Design/Astrologie Reading)?
  • Bin ich bereit dieses aufgezeigte Potenzial zu entwickeln?

Bestimmt werden einige Menschen die letzten beiden Fragen mit einem reflexhaften „ja“ beantworten. Potenzial entwickelt sich häufig jedoch über Herausforderungen und Schwierigkeiten. Da stellt sich die Frage: Bin ich bereit diesen Weg zu gehen? Potenzialentfaltung kann bedeuten gegen den (gesellschaftlichen) Strom zu schwimmen oder Erwartungen zu enttäuschen. Z. B. kann der Weg musikalisches Potenzial zu entfalten bedeuten, dass Menschen einen Weg gehen (müssen?), der viel Training, Übung, Entbehrung mit sich bringt.
 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode: 

 

In dieser Folge erhältst Du Impulse zu mentaler Unruhe, mentalem Druck und Chaos. Zusätzlich erhältst Du Impulse zu Human Design und den Gene Keys. Deine persönlichen Charts kannst Du Dir hier erstellen. Human Design, Gene Keys.

 

Themeneinstieg: 

Disziplin kann auf verschiedene Bereiche bezogen werden, hier ist sie auf den Verstand bezogen. Als allererstes kannst Du Dich einmal mit Deinen Assoziationen zu diesem Wort beschäftigen: 

  • Was bedeutet Disziplin für Dich? 
  • Welche Konnotation hast Du zu diesem Wort?
  • Inwiefern nutzt Du Disziplin für Dich oder gegen Dich (z. B. gegen Deine Bedürfnisse/Intuition)?

In Sachen Disziplin sind wir alle unterschiedlich geprägt - familiär, gesellschaftlich, kulturell. Wenn Du Disziplin googelst, dann findest Du Stichpunkte wie: 

(1) das Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensregeln

(2) das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle, Neigungen (mit dem Zusatz, um etwas zu erreichen)

Synonyme sind Beherrschung, Kontrolle

 

Warum habe ich dieses Thema gewählt? 

Bei mir selbst und bei Klientinnen konnte ich feststellen, dass der Verstand das Leben manchmal schwer macht - laut, unruhig, fordernd, chaotisch, überwältigend. Oftmals stellt sich die Frage: Wer leitet hier die Show? Ist der Verstand Helfer oder will er die Führung an sich reißen? 

 

Disziplin verbinden viele Menschen oft mit Härte und Strenge. Was ich meine ist eine liebevolle zugewandte Disziplin. 

 

Human Design und Gene Keys 

Im Folgenden geht es weiter mit einem Impuls zu Human Design und den Gene Keys. Wenn Du magst, kannst Du Deine Charts bereit halten und schauen, welche Aktivierungen Du dort findest. D. h. welche Tore findest Du im Ajna/im Verstand in Deinen Human Design Chart? Welche der genannten Gene Keys findest Du in Deinem Hologenetischen Profil? Dies stellt natürlich nur einen kleinen Impuls/Auszug aus diesen umfassenden Systemen dar. 

 

Jeder Gene Key findet sich in 3 Frequenzen: Schatten-, Gaben- und Siddhifrequenz. Die Schattenfrequenz findest Du unterteilt in ein reaktives oder repressives Muster. Eine Einführung in das Gene Keys System findest Du hierIm Folgenden stellte ich Dir die Schattenmuster der Gene Keys vor, die sich im Ajna/im Verstand befinden.

 

Gene Keys Schattenmuster (repressiv - reaktiv)

  • 47 Unterdrückung-  hoffnungslos - dogmatisch
  • 24 Sucht - eingefroren - ängstlich
  • 4 Intoleranz - abgestumpft - pingelig
  • 17 Meinung - selbstkritisch - rechthaberisch
  • 43 Taubheit-  sorgenvoll - geräuschvoll (i. S. v. äußerem Lärm, Reden um des Reden willens) 
  • 11 Dunkelheit -  fantasieren (für die inneren Fantasien/Bilder kein kreatives Ventil finden) - verblendet (einen falschen Traum externalisieren  und den wahren Traum unter Verschluss halten)

Wenn Du Dir im Human Design die Tore des Ajnas/Verstandes anschaust, gibt es zu jedem Tor eine spezifische Angst. Mehr dazu in der folgenden Auflistung. 

 

Human Design - Tore im Ajna und ihre Ängste 

  • 47 Angst vor Sinnlosigkeit, die Herausforderung Ereignisse aus der Vergangenheit zu verstehen
  • 24 Angst vor Unwissenheit, Angst die Antwort nicht zu kennen, das innere Wissen zu erklären 
  • 4 Angst vor (mentalem) Chaos, Fehlen von Ordnung, Angst Antworten nicht zu finden und nicht bereitstellen zu können 
  • 11 Angst vor Dunkelheit, Leere (eigene Formulierung), Angst nicht Neues und Spannendes teilen zu können
  • 43 Angst vor Ablehnung, i. S. v. die eigenen einzigartigen Ideen und Perspektiven werden abgelehnt 
  • 17 Angst vor Herausforderung, i. S. V. dass die eigene Meinung und die eigenen Ansichten nicht ausreichend mit Details und Fakten unterfüttert sind

Als letztes erhältst Du eine Übersicht zu den Archetypen, die sich hinter dem Human Design Tor bzw. dem jeweiligen Gene Key verbergen. 

 

Archetypen 

  • 47 Die Alchemistin 
  • 24 Die Erfinderin
  • 4 Die Philosophin
  • 17 Die Entdeckerin 
  • 43 Die Rebellin 
  • 11 Die Idealistin

Fragen, die zu Mentaler Disziplin auftauchen: 

  • Welche wiederkehrenden Muster erkennst Du in Deinem Denken?
  • Erzählst Du Dir immer wieder dieselben (überholten) Geschichten?
  • Hoffst Du auf einen Quick Fix anstatt Dich an die Wurzel zu begeben? 

Es ist okay alles zu denken, es geht nicht um Zensur („Oh, das darf ich nicht denken“). Denn wenn Du den Gedanken bemerkst, er ins Bewusstsein gerät, war und ist er ja trotzdem in Deinem Unbewussten. Dass er ins Bewusstsein gerät ist gut, so kannst Du ihn erkennen, damit arbeiten, ihn shiften, eine neue Spur aufnehmen und „überschreiben“. Bei mentaler Disziplin geht es um einen disziplinierten Shift Deines Fokus. Wieviel Raum, Zeit und Energie gibst Du auf einzelne Gedanken? 

 

Bild: Kleine Wichtel, die auf Dir herumspringen. Wie lange duldest Du das? In welcher Intensität erlaubst Du das? Die Wichtel eine Weile da sein lassen und zuhören. Was haben sie zu sagen? Nach einer gewissen Zeit dann wegschicken.  Wenn sie wieder kommen wollen, sagen: „Nein, jetzt nicht“. Das ist die mentale Disziplin.

 

Dieser Impuls richtet sich an Menschen, die aktuell die Kapazität für dieses Konzept haben, nicht an Menschen mit einer psychischen Erkrankung und dadurch wahrscheinlich nicht die Ressourcen dafür haben. 

 

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode: 

 

In dieser Folge geht es um Deine persönliche Beziehung zu Gott. Wenn ich von Gott spreche, meine ich einen christlichen Gott. Du kannst das für Dich ersetzen, wie es für Dich stimmig ist.

 

Über Gott zu sprechen ist oft ein heikles Thema. Ganz wichtig: Ich will mit dieser Folge niemandem etwas wegnehmen, schlecht reden oder ähnliches. You do you und triffst für Dich die besten Entscheidungen. Ich stehe auch nicht für theologische Diskussion bereit. Wenn ich bei Menschen ehrliches Interesse spüre, spreche ich gerne darüber. Wenn ich merke, Menschen wollen lediglich recht haben, lehne ich dankend ab. Gerne möchte ich vornweg geben, dass ich keine Theologin oder Religionswissenschaftlerin bin. Ich bin einfach nur ein Mensch, der glaubt und darüber spricht. Zum Thema persönlicher Glaube und wie ich zum Glauben kam, gibt es ein Storytime Video. Dieses gibt es als Podcast und Youtube Video. 

 

Was will ich mit dieser Folge erreichen? Mit dieser Folge will ich Dich inspirieren Deine Beziehung zu Gott zu hinterfragen. D. h. zu hinterfragen, was Du gelernt hast, was Dir gelehrt wurde und wie Du Glaube bisher erlebt hast. 

 

Für diese Folge habe ich zunächst 2 Definition (dwds.de) mitgebracht - zum einen wird Religion, zum anderen Glaube definiert. 

 

Die Religion 

1) Glaube an vermeintlich überirdische Mächte, Wesen, besonders Götter oder einen Gott als Schöpfer und Lenker der Welt und der Menschen, sowie die entsprechende kultische Verehrung
2) Bestimmter, durch Lehre und Satzung festgelegter Glaube, Glaubensbekenntnis (z. B. christliche Religion) 

 

Der Glaube 

1) Das auf einer inneren Überzeugung beruhende Fürwahrhalten von Dingen, Erscheinungen, die objektiv nicht bewiesen sind
2) Bekenntnis, Konfession (z. B. christlicher Glaube) 

 

Zum Thema Glaube will ich das sogenannte “Religious Trauma Syndrome“ (religiöses Trauma) anerkennen. Das ist kein offizieller Begriff aus dem Diagnosekatalog, betrifft aber viele Menschen. Dieses Syndrome bezieht sich auf Menschen, die infolge einer Indoktrination durch fundamentalistische Religionsgemeinschaften traumatisiert wurden.

Wir wissen, dass über Jahrhunderte Religion und Glaube ganze Nationen und Völker, sowie Menschen allgemein gespalten hat. Glaube hat Menschen sicherlich auch vereint. Es ist durchaus interessant darüber nachzudenken, was davon heute noch in uns schlummert. In der Institution Kirche bzw. in Glaubensgemeinschaften gab und gibt es unglaublich viele Skandale, Verfehlungen, schlimme Ereignisse, Straftatbestände. Glaube wurde institutionalisiert, um Menschen gefügig zu machen, klein zu halten und zu entmachten Ich persönlich glaube, dass das was heute größtenteils gelehrt wird, weit entfernt ist von dem, was Jesus Botschaft war. Dazu darf sich natürlich jede selbst ihre Meinung bilden. 

 

Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich Glaube aussehen kann und das innerhalb derselben Glaubensgemeinschaft, in meinem Fall der christlichen Glaubensgemeinschaft. Es gibt so viele verschiedene Ausprägungen und Herangehensweisen. Die Frage ist: Was holt Dich ab? Was hast Du bisher kennengelernt und ist das für Dich (noch) passend? Ich selbst war früher (als Kind und Jugendliche) zu den größeren Feiertagen in Gottesdiensten der Landeskirche. Das fand ich meistens recht trocken und langweilig. Es hat mich emotional meist nicht berührt und die Predigten waren für mich oftmals nicht besonders anschlussfähig.

Als Erwachsene habe ich mich dann auf die Suche gemacht, ob es auch “etwas anderes gibt”. Ich habe über meinen bisherigen “Tellerrand” hinausgeschaut und mich gefragt, "gibt es da noch mehr"? Gibt es eine andere Form Gott zu suchen bzw. nahe zu sein? Online habe ich einige “moderne” Gemeinden bzw. “moderne” Predigten gefunden. Insbesondere die Predigten, die ich online fand, empfand und empfinde ich als sehr lebensnah. D. h. darin sind Beispiele, die ich verstehe und meiner Lebensrealität ähnlich sind. Oder es geht um Situationen oder Gefühle, die ich schon so erlebt habe.  Das holt mich in einer anderen Art und Weise ab. Ich fühle mich gesehen und verstanden. Denn Bibel lesen an sich liegt mir nicht so sehr. Es ist mir in der Regel zu trocken und ich verstehe sehr oft nicht, was die eigentliche Botschaft sein soll. In diesen Predigten werden Bibelstellen in einen modernen Kontext gesetzt, was für mich dann wiederum anschlussfähig ist. Hier darfst Du für Dich einmal hinein spüren: Was spricht Dich an? Was berührt Dich? Neben den Predigten "funktioniert" für mich Musik besonders gut. Wenn ich christliche Worship-Musik höre, dann fühle ich eine starke emotionale Verbindung, die mir gut tut. Aus meiner Sicht ist es wichtig für sich selbst zu schauen, wo bzw. bei was spüre ich diese Verbindung und was spendet mir Trost, Hoffnung oder gibt mir Mut? Was ist mein Weg? Wie kann ich eine Verbindung zu Gott oder dem Göttlichen aufbauen? 

 

Die Inhalte bis hierher, lassen sich in folgenden Fragen zusammenfassen:

1) Wie kann Glaube für Dich aussehen? Was gibt es noch, neben dem was Du kennst? 

2) Was berührt Dich? Was holt Dich ab? Wie kannst Du Gott suchen und eine lebendige Beziehung zu Gott aufbauen?

 

Wenn ich über meinen Glauben spreche, werde ich häufig gefragt, ob ich nun sorgenfrei und/oder ohne Ängste wäre? Nein, das bin ich nicht. Zu diesem Thema habe ich auch einen sehr ehrlichen und offenen Blogartikel ("In tosenden Gewässern") geschrieben, über eine Krise, die ich Mitte des Jahres erlebt habe. 

Mein Glaube ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Gleichzeitig ist es vollkommen in Ordnung, wenn Menschen sagen: “Nö, Glaube is’ nix für mich.”

Ich selbst missioniere nicht. Grundsätzlich bin ich bereit für Fragen und Austausch, wenn jemand offen und neugierig auf mich zukommt. Früher hatte ich selbst Vorurteile gegenüber Christen und dachte: “Die wollen mich bekehren, die wollen mir erzählen, was richtig und was falsch ist. Und vor allem wollen sie mir erzählen, was ich falsch mache.”

 

Auf dem Weg meinen Glauben zu festigen, haben mir Vorbilder geholfen. Menschen, die über Gott sprechen, auch in ihrem Business. Ich selbst bin und will ein Vorbild sein. Glaube möchte ich auf eine erfrischende, unkomplizierte und positive Art und Weise teilen. Den eigenen Weg zum Glauben geht jedoch jede/r für sich selbst. Ich kann inspirieren, aber letztlich ist es eine sehr persönliche Entscheidung bzw. ein persönlicher Prozess. Interessanterweise geht es beim Thema Glaube oft mehr um Regeln, Verbote und Restriktionen. Da darfst Du für Dich einmal reflektieren: Was wurde Dir erzählt? Wo stehst Du in diesem Reifeprozess? Wo kannst du Vorbilder finden, die Glaube leben, wie Du es ansprechend findest? Ich spreche z. B. auf Instagram immer wieder über meinen Glauben. Ich erzähle, dass ich vor Events, Masterclasses oder Coachings ein kurzes Gebet spreche. Das ist ein kleiner Teil dessen, wie ich Vorbild sein möchte und eine neue Perspektive eröffnen will. 

 

Zum Abschluss will ich sagen: 

> Glaube darf Spaß machen und eine Beziehung zu Gott darf Spaß machen

> Gott darf ein guter Freund, eine gute Freundin für Dich sein

Aus meiner Sicht geht es darum, eine lebendige Beziehung, die sich immer weiterentwickelt, zu gestalten. In allen Höhen und Tiefen des Lebens dieses Leben mit Gott gemeinsam gehen. 

 

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Wichtige Anmerkung vorab: Diese Episode enthält keine medizinischen oder gesundheitlichen Ratschläge jedweder Art. Es sind meine Erfahrungen, die ich teile und es geht nicht darum, den moralischen Zeigefinger zu erheben. Ich bin nicht die Alkoholpolizei und Du triffst für Dich die besten Entscheidungen. Es geht darum zum Nachdenken anzuregen. Alkohol und Alkoholkonsum ist oft ein emotionales, vor allem schambehaftetes Thema. 

 

Von der BzgA gibt es die Kampagne „Kenn dein Limit“. Dort wird risikoarmer Konsum für gesunde Erwachsene (Stand Dezember 2022) folgendermaßen beschrieben:

Für eine Frau 1 Standardglas pro Tag, für Männer 2 Standardgläser pro Tag, plus 2 alkoholfreie Tage in der Woche. Das wären für eine Frau z. B. 5 Tage die Woche 0,3 Liter Bier.

 

Zu meinen eigenen Erfahrungen mit Alkohol, habe ich den Blogartikel „Es gibt immer ein Warum“ geschrieben. D. h. Anfang 2020 habe ich bewusst beschlossen ganz auf Alkohol zu verzichten. Dieses Experiment ging ca. 1 - 1 1/2 Jahre. Wie kam das? 

 

Ich habe erkannt, dass Alkohol eine Funktion übernimmt, z. B. Entspannung, Nerven beruhigen bzw. Emotionen dämpfen.

Der Auslöser war eine spezifische Situation, in der mir etwas klar wurde. Ich war in Berlin am Abend nach einem Termin auf dem Weg nach Hause. Dabei hatte ich den Gedanken: „Ach, holst Du Dir im Späti noch ein Bier, das hilft Dir zu entspannen.“ In dem Moment wurde mir sehr deutlich bewusst, dass Alkohol eine Funktion übernimmt bzw. dass ich bei einem geringen Konsum gezielt diese Funktion suche. 

 

Ein zweite Gegebenheit passierte, als ich im Supermarkt mit jemand in der Getränkeabteilung war und die Person sagte: „Ich hole mir jetzt ein alkoholfreies Bier.“ In dem Moment war mein erster Gedanke: „Hä?! Warum sollte ich ein alkoholfreies Bier trinken?“ Für mich war klar, Bier nur mit Alkohol. Das war eine interessante Erkenntnis. 

 

Für viele Menschen ist der erste Schritt, zu erkennen, dass Alkohol überhaupt eine Funktion übernimmt. Viele behaupten, dass Alkohol für sie keine Funktion übernehme. Erwähnen im gleichen Atemzug jedoch, dass es z. B. beim Sektfrühstück mit den Mädels durch die Prickelbrause einfacher lustiger wäre. Das ist eine Funktion. Es wird gezielt die enthemmende und lockernde Wirkung gesucht. 

 

Ganz wichtig: Es geht hier nicht um Abwertung. Es geht um Bewusstsein! Es geht darum, Motive aus dem Unbewussten ins Bewusste zu holen. Das Motiv, wie in diesem Fall, „Es ist dann lustiger“ wird von vielen Menschen gar nicht mehr hinterfragt, sondern ist ganz selbstverständlich. 

Aus meiner eigene Erfahrung habe ich festgestellt, dass ich manchmal das Gefühl hatte/habe, die „Kurve“ nicht zu kriegen. Nach einem Bier dachte ich: „Ach, kannst Du doch noch eins trinken.“ Dafür habe ich dann auch gute Gründe gefunden.

Eine wichtige Anmerkung ist, dass jede/r andere Grenzen hat bzw. setzt. Für die eine Person ist es in Ordnung auf der Geburtstagsparty lallend und torkelnd durch die Gegen zu laufen, für eine andere wäre das ein No Go. Was für einen Menschen akzeptmal ist, ist es für den anderen nicht mehr. Interessant dabei ist das Thema „Kontrollverlust“. Denn manche Menschen fürchten sich davor, manche wollen genau das. 

 

Aus dem Experiment eine gewisse Zeit ganz auf Alkohol zu verzichten, machte ich interessante, aber auch nachdenklich machende Erfahrungen. 

Zum Beispiel musste ich mich öfter erklären, warum ich keinen Alkohol trinke. In der Zeit als ich Alkohol trank, musste ich das nie erklären. 

Mein Appell an dieser Stelle: Mehr Akzeptanz für Nicht-Trinker*innen! Insgesamt ist es interessant, dass der Appell oft in diese Richtung geht. 

Zudem wurden immer wieder unangemessene Fragen gestellt, z. B. "Heute oder immer?", "Bist Du schwanger?", "Ach, ist das wegen Deiner Religion?"

 

In Deiner Beschäftigung mit diesem Aspekt geht es auch darum, Dich selbst zu beobachten, wenn Du auf eine Person triffst, der/die nicht trinkt: 

Was macht das mit Dir? Was löst das in Dir aus? Warum willst Du evtl. jemand zum Trinken animieren? Eine weitere Reflexionsebene ist die Frage: Wie und wann konsumierst Du? Alleine zu Hause? In einer Gruppe mit bspw. Freund*innen, Arbeitskolleg*innen? usw. 

Alleine zu Hause ist für viele Menschen z. B. eine Grenze. „Nein! Allein trinke ich nicht.“ Aber in Situation XY schon? Warum? Warum hast Du die Grenzen gesetzt, wie Du sie gesetzt hast?

 

Oft ist es sozial erwünscht oder es wird sogar erwartet, dass Alkohol konsumiert wird. Zum Beispiel zu bestimmten Anlässen wie: Weihnachten, Silvester, Geburtstag, Hochzeit, uvm. Warum? Es geht darum, Klarheit über Dich und Deinen Konsum zu gewinnen. Mir ist die Funktion von Alkohol auf mich bewusst. Nach meinem Experiment konsumiere ich gelegentlich wieder und das meist zu bestimmten Anlässen. Bspw. zu einer Geburtstagsfeier, auf der ich nur die Gastgeberin kenne. Dann nehme ich mir ein Bier, um z. B. ins Gespräch zu kommen und um mich locker zu machen. Mir ist das klar, dass es andere Wege gibt und ich wähle das bewusst. Das kann sich zukünftig natürlich wieder verändern. 

 

CW psychische Störung - Essstörung 

Viele Jahre litt ich an Bulimie, die einen hohen Suchtcharakter besitzt. Interessant war hier die Beschäftigung mit meinem Gene Key 24 in meinem Lebenswerk. Die 3 Frequenzen (Schatten - Gabe - Siddhi) sind: Sucht (Addiction) - Erfindung - Stille. 

Im Text zum Gene Key 24 ist von der Sucht bzw. der Abhängigkeit von bestimmten Denkmustern zu lesen. Hier beschreibt Richard Rudd eine schöne Analogie. Er schreibt darüber, dass ein Klavier 88 Tasten hat und somit fast unbegrenztes Potenzial an Melodien mitbringt. 

Es gibt so viele Kombinationsmöglichkeiten, doch oft spielen wir immer die gleiche Melodie. 

 

 

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In dieser Podcastfolge beantworte ich Eure Fragen. Dazu habe ich die 10 häufigsten Fragen herausgegriffen. Diese unterteile ich in 3 Gruppen: 

 

1. Entstehungsprozess (Idee und Schreiben)

2. Veröffentlichung

3. Buch 

 

Folgende Fragen werden beantwortet: 

 

Entstehungsprozess 

FRAGE 1: Woher kam der Impuls ein Buch zu schreiben? Wie hast Du dein Thema gefunden über das Du schreiben willst? 

FRAGE 2: Über welchen Zeitraum hast Du die 50 Fragen gesammelt und hast Du sie vorher für Dich schon gesammelt aufgeschrieben?

FRAGE 3: Hast Du im Entstehungsprozess an Dir und/oder dem Buch gezweifelt? Hattest Du Schwierigkeiten, Dich beim Schreiben zu motivieren? 

FRAGE 4: Wie hast du Deine Lektorin gefunden? Tipps?

 

Veröffentlichung 

FRAGE 5: Was hat Dich dazu inspiriert, es nicht nur als eBook (über KDP) zu verkaufen? (KDP = Kindle Direct Publishing von Amazon)

FRAGE 6: Wie läuft so eine Veröffentlichung ab? Was sind die Steps? 

FRAGE 7: Empfiehlst du Self Publishing?

FRAGE 8: Was würdest Du beim nächsten Buch anders machen?

 

Buch 

FRAGE 9: Hast Du das Buch jemand gewidmet? 

FRAGE 10: Was ist Deine liebste Frage von den 50?

 

 

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Gekürzte Zusammenfassung der Episode:

 

Teil 1: Deine Welt, Deine Beziehungen

Wir leben in einer lauten Welt; Ratschläge, Empfehlungen, Reize sehen, lesen, hören, Input, Input. Ja, und auch diese Folge ist Input ;)

 

Grundsätzlich: Was propagiert „die Welt“ in der Du lebst? Das ist natürlich Dein Social Media, aber auch Dein Umfeld, die Menschen, Familie, Partner*in, Arbeitskolleg*innen, etc. Was wirkt auf Dich ein? Was hörst, siehst, liest Du sehr oft? Passt das zu Dir? Ist das auch das, was Du willst? Was Du Dir wünschst? 

 

Sei wählerisch mit dem was Du konsumierst. Was willst Du konsumieren, um in Balance zu kommen bzw. zu bleiben? Wen lässt Du Dich inspirieren - inspire - in Spirit - in deinen Geist? 

Aufmerksamkeit ist heutzutage die wichtigste Währung mit der Du bezahlen kannst. Wem hörst Du zu? Wem schaust Du zu? Wen beobachtest Du? 

 

 

D. h. nicht, dass Du Menschen „austauschen“ sollst. Frage: Mit welchen Menschen verbringst Du in welcher Qualität Deine Zeit? 

Mit manchen übst Du ein Hobby aus, mit machen gehst Du zum Sport, mit manchen verbindet Dich das Spirituelle/Religiöse oder Du hast Menschen mit denen Du all das machen kannst. Gleichzeitig darfst Du Beziehungen auch beenden.

 

Ich dachte immer je länger eine Beziehung dauert, desto besser. Länger = besser. Länge bestimmt nicht die Qualität einer Beziehung. 

Manchmal ist diese Entscheidung einseitig, manchmal auch beidseitig.  Menschen sind eine zeitlang im Leben oder Du begleitest Menschen eine zeitlang und dann können sich Wege auch wieder trennen. Ich freue mich z. B. wenn mir Menschen entflogen und das bewusst für sich entschieden haben. Ich durfte sie eine zeitlang begleiten. 

 

Teil 2: Deine Mitte 

Manchmal ist es in der eigenen Welt: Zu laut, zu leise, zu viel, zu wenig, zu aufregend, zu langweilig, usw. Du bewegest Dich auf Spektren. 

 

Bild Nr. 1: 

Auf all diesen Spektren darfst Du Deine Mitte finden. Bestimmen was Deine Mitte ist. Was soll Deine Mitte sein? Und dann beobachten wie Du zwischen den Endpolen schwingst.

 

Bild Nr. 2: 

Stelle Dir ein Tacho vor (bspw. die Geschwindigkeitsanzeige in einem Auto). Dann ist doch die Frage, mit welcher Geschwindigkeit kannst Du nachhaltig in einem Lebensbereich unterwegs sein (auf einer Range von 0 - 250 km/h) ? Vielleicht 80 km/h? Welche Geschwindigkeit ermöglicht Dir viele Jahre z. B. im Lebensbereich "Beruf und Karriere" gesund und freudvoll zu arbeiten. Welche Geschwindigkeiten fährst Du vielleicht in anderen Lebensbereichen? 

Abgleich: Wenn Du für Dich sagst, dass Du mit durchschnittlich 80 km/h nachhaltig im Lebensbereich "Beruf und Karriere" unterwegs sein kannst - welche Geschwindigkeit fährst Du in der Regel? 

 

Nochmal zurück zu Bild 1 dem Spektrum: 

Sich von dem Wunsch und der Erwartung lösen, immer auf einer Seite sein zu wollen - das ist gut, z. B. es soll dauerhaft leicht und freudvoll sein. 

Manchmal klingt es auch sehr verführerisch, was Du hörst. Oder Du bist verliebt in eine bestimmte Idee. Da darf immer wieder der Abgleich folgen, passt das denn zu Dir? Passt das auch zu Deinen Werten?

 

Wenn Du bspw. (eine zeitlang) von Deinen Werten abgewichen bist, dann darfst Du wieder zu ihnen zurückkehren. Werte als Orientierung und Fundament. Wobei sich natürlich auch Werte ändern dürfen. Aber bei all dem was Du hörst, liest, siehst, gesagt bekommst - immer wieder einchecken: Ist das Deins? Passt das zu Dir?    

Gerade wenn Du auf der Suche nach Antworten bist, geht es immer um die Frage: Wie geht es für Dich? Wie kann xy für Dich funktionieren? Was bedeutet xy für Dich?  D. h. immer wieder einchecken und abgleichen, was bedeutet es für Dich - mit Deinen Erfahrungen, Deinem Hintergrund, Deinen Konditionierungen, etc. Gerade eben Systeme wie Human Design, Astrologie, Gene Keys zeigen ja die unterschiedlichen Wege.

Um zu wissen, was Du von anderen übernehmen kannst, braucht es zuvor ein Verständnis über Dich. Wenn Du Dich kennst, kannst Du wissen oder entscheiden, das nehme ich und das lasse ich weg. 

 

Selbsterkenntnis ist nicht gleichbedeutend mit ewiger Selbstoptimierung noch besser zu werden. Manchmal muss auch Schluss sein mit noch mehr verstehen, durchdringen, auflösen, usw. Was auch immer "besser" für Dich heißt. Auch bei Dingen, die vielleicht erst mal erstrebenswert scheinen, z. B. mehr Leichtigkeit und Gelassenheit. Das bedeutet für jede*n etwas anderes. In manchen Phasen braucht es mehr Ruhe und Gelassenheit, in anderen Phasen mehr nach außengehende Energie und Drive.

 

4 Phasen/Zyklen aus der Natur:

1) Saat - Es gibt zu Beginn eine Frage oder einen Impuls, dem Du nachgehen möchtest. Dir fällt etwas auf oder die Dringlichkeit einer Situation erhöht sich und Du wirst sozusagen gezwungen Dich damit auseinander zu setzen. 

2) Wachstum - Du untersuchst Deine Frage bzw. beschäftigst Dich mit Deinem Impuls. Du schaust Dir alles genau an, probierst aus und untersuchst. 

3) Reife - Du erkennst, was Dir die Situation sagen will. Du verstehst Deine Lektion. Die Puzzleteile fallen ineinander und Du hast die Möglichkeit Herausforderungen zu transformieren. 

4) Rückgang - Der Prozess ist abgeschlossen und es schließt sich eine Ruhephase an. „Die Wellen“ haben sich gelegt und es ist Zeit für eine Pause. Es gibt nichts zu tun und nirgendwo „zu graben“. 

 

Es kann auch sein, dass Du zwischen Phasen springst und es nicht chronologisch abläuft. In welcher Phase befindest Du Dich gerade? Tendierst Du dazu bestimmte Phasen zu überspringen? 

 

Reflexion zu Bild 1 "Spektrum": 

  • Auf welchem Spektrum bewegst Du Dich hin und her (z. B. in einem bestimmten Lebensbereich)? Wie benennst Du die Endpole? 
  • Wie sieht denn Deine Mitte aus?  
  • Was ist Dein „Normal“? Tendierst Du zu einem Endpol oder erwartest an einem Endpol zu verweilen? 
  • Wehrst Du Dich - bewusst oder unbewusst - dagegen zum anderen Ende zu schwingen? 

Reflexion zu Bild 2 "Tacho": 

  • Was wäre für Dich eine nachhaltige Geschwindigkeit?
  • Was bedeutet das für Dich genau? 
  • Welche Geschwindigkeit fährst Du wirklich - in den einzelnen Lebensbereichen?

Mit diesen Reflexionsfragen herausfinden: Wie kann ein Leben in Balance für Dich aussehen? Wie kann es für Dich funktionieren? 

 

 

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Gekürzte Zusammenfassung der ersten Episode: 

 

In dieser Serie hörst Du, was ich bisher gelernt habe, obschon es noch einiges zu lernen gibt.

Erwartungsmanagement zu Beginn: Kein Millionär Mindset Kurs oder Anlage-/Investment Tipps 

Dich erwarten solide, unaufgeregte und praktische Geld-Glaubenssatz-Impulse für jedermann/frau. Es geht um Dein Denken, Handeln und Fühlen. Du darfst erkennen, hinterfragen und analysieren. 

 

Es ist wichtig und macht einen Unterschied , welche (Lebens)Erfahrung ein Mensch gemacht hat.

Ich komme aus der Mittelschicht und konnte bspw. auf Klassenfahrt oder als Jugendliche auf eine Freizeit mitfahren. Mittlerweile bin ich mir über meine Privilegien sehr bewusst. 

 

Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, welche Erfahrungen jemand gemacht hat.

Trotzdem sind die Inhalte im Podcast für viele Menschen anschlussfähig und anregend.

Außerdem: Wenn früher (zu Hause) Geld da war, heißt das nicht, dass Du automatisch einen „guten Umgang“ mit Geld gelernt hast. Auch wenn Du kaufmännisch oder wirtschaftlich ausgebildet bist, heißt das nicht automatisch, dass Du Deine persönlichen Finanzen gut "handeln" kannst. 

 

Warum über Geld sprechen?

Geld ist ein Lebensbereich von vielen, genauso wie Beruf&Karriere, Gesundheit&Fitness, Freunde/Familie.

 

Was habe ich zu diesem Thema schon gemacht?

Systemisches Mindset Coaching, Bibel Finanzkurs und auch Spirituelle Money Kurse 

 

Geld ist oft ein sehr emotionales Thema!

 

Worum geht es in dieser Serie - ein Überblick:

  • Glaubenssätze/Konditionierungen
  • Eine Bestandsaufnahme/Money Tracking
  • Typische Verhaltensmuster
  • Verknüpfung von Geld und Emotionen 
  • Fülle und Mangel
  • Untergrenzen
  • Geldflüsse 

Was will ich Dir mitgeben? 

1. Erkenne, dass Umgang mit Geld ein Skill ist, den Du lernen kannst und solltest 

2. Erkenne, welche Beziehung Du zu Geld hast

 

In jeder Episode erhältst Du Reflexionsfragen und Aufgaben. Diese kannst Du Dir über das zugehörige Workbook downloaden. 

 

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Gekürzte Zusammenfassung der zweiten Episode:

 

Gib Dir genug Zeit und Raum für die Reflexion und Aufgaben! 

Sehr intensive und tiefgehende Episode bzw. Reflexionen.

Empfehlung mit der 1. Folge zu beginnen 

 

 

1) Glaubenssätze/Konditionierungen

Welche Beziehung zu Geld hast Du?

Hier können neben Glaubenssätzen und Konditionierungen auch (einschneidende) Ereignisse wichtige Hinweise geben, z. B. eine Freundschaft ist über Geld zerbrochen, Du hast schon mal Privatinsolvenz angemeldet, Du hast lange in einer Beziehung gelebt, in der Du von Deiner Partnerin/Deinem Partner abhängig warst, es gab Streit ums Erbe.

Auch: Streit in der Familie um Geld oder ein Elternteil hat viel gearbeitet/musste viel arbeiten und dadurch entstand die Verknüpfung „ich bin alleine, aufgrund des Geldes“, „durch Geld bin ich einsam“ oder es gab immer viel Drama um Steuern bzw. das „böse Finanzamt".

 

 

Emotion Flow als Ergänzung zur Mindset Arbeit

Unbewusste versteckte Emotionen über Körperarbeit loslösen 

Themen loslösen, die ich mit dem Verstand nicht greifen oder erklären kann, die aber trotzdem da sind.

An Themen rankommen, auf die ich mit dem Verstand keinen Zugriff habe 

 

2) Umfassende Bestandsaufnahme 

Bestandsaufnahme: Was kommt rein? Was geht raus? Was ist da?

Monatliche Abbuchungen, etc.? Jährliche Zahlungen?

Überblick verschaffen 

Anschließend, wenn Du etwas verändern möchtest, wo willst Du hin? 

Konkrete Schritte entwicklen, einen Plan entwickeln  

Exkurs: Hour of Power für Aufgaben, auf die ich keine Lust habe 

 

Die folgenden 2 Reflexionsimpulse und Aufgabe sind eng miteinander verknüpft: 

 

3) Money Tracking/Geldflüsse beobachten

Kümmerst Du Dich um Dein Geld? Schaust Du auf Dein Konto? Mit welchem Gefühl? Wie klar und übersichtlich ist Dein Kontensystem? Machst Du Rechnungen gleich auf oder lässt Du sie liegen?

Welchen Umgang pflegst Du mit physischem und virtuellem Geld? Gibt es da Unterschiede?

Welche Verhaltensmuster hast Du im Umgang mit Geld? Welche Gefühle gehen einher damit?

 

4) Was sind Deine typischen Muster (im Umgang mit Geld)?

Ich gehe online shoppen, wenn ich gestritten habe

Ich gehe einkaufen, wenn ich mich belohnen will

Ich kaufe aus Langeweile oder um z.B. Wartezeit zu überbrücken, etc. 

 

> Aufgabe: Verknüpfung Geld und Emotionen 

Beobachte (z. B. 7 Tage) wie Du Dich fühlst, wenn Du Geld ausgibst und Geld einnimmt (auf eine Emotions-Skala von - 10 über 0 bis +10)?

Übergreifend: Physisches Geld, digitales Geld (Paypal, etc.), Überweisungen, etc. 

In welchen Situationen fühle ich wie?

 

Das zugehörige Workbook zur Serie, mit allen Übungen und Aufgaben, kannst Du Dir hier downloaden:  Workbook 

 

 

 

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Gekürzte Zusammenfassung der dritten Episode: 

 

Gib Dir genug Zeit und Raum für die Reflexion und Aufgaben! 

Sehr intensive und tiefgehende Episode bzw. Reflexionen.

 

Empfehlung mit der 1. Folge zu beginnen 

 

Themen dieser Folge:

  • Fülle und Mangel
  • Finanzielle Untergrenze
  • Geldflüsse

Es geht darum, zu erkennen, welche Beziehung Du zu Geld hast. Was hat Dich geprägt?

Umgang mit Geld ist ein Skill, den Du lernen darfst und solltest. 

 

 

1) Fülle und Mangel 

Anmerkung bei diesen Begriffen: Vorsicht bei „Spiri Bullshit“. Unterscheide was für Dich - mit Deinen Erfahrungen und vor Deinem (Lebens-)Hintergrund- anschlussfähig ist und was nicht. Was sind Punkte, die nicht mit Dir räsonieren und für Dich nicht passen und was sind Punkte, die für Dich wichtig wären, die Du aber - bewusst oder unbewusst - ablehnst?

 

Bezug zu Aufgabe aus 1. Episode: Was ist wenig, ausreichend und viel Geld?

Um zu beurteilen, ob ein Geldbetrag viel oder wenig ist, brauchst Du einen Referenzpunkt. 5.000 € ist das viel oder wenig? Kommt auf den Kontext an. Was will ich damit kaufen? In welchem Rahmen? In Monaco sind 5.000 € wahrscheinlich nicht „so viel“, wie anderswo. 

 

Wann und wie ist Geld - für Dich - wirklich wertvoll? Könnte es sein, dass Geld erst wirklich wertvoll ist, wenn es in meinen Händen ist?

Gedankenexperiment: Wenn Geld existieren würde, es gäbe aber keine Menschen, wäre Geld dann wirklich wertvoll? 

 

Übung: Suche einmal alles zusammen, was Fülle für Dich repräsentiert. Alles. Vom Kleingeld in irgendwelchen Jackentaschen oder Auto, zu alten Sparbüchern, Gutscheinen jeder Art, Rabattcodes - also Geldwerte. Wo steckt virtuell noch Geld (Paypal Konto, etc.)?

Auch: Abos die noch laufen, die Du aber eigentlich nicht mehr nutzt, Versicherungen, die Du bezahlst, aber nicht mehr brauchst; das sind finanzielle Ressourcen, die frei werden können. Passend auch zur Aufgabe „Bestandsaufnahme“ aus der 2. Episode.  

 

2) Untergrenze

Jeder hat eine „Untergrenze“, was nicht in Frage kommt. Auch wenn Du das Gefühl hast, „Boah, also schlimmer als jetzt, geht nicht“, hat jeder Mensch eine Untergrenze. Beispiele: Ich gehe nicht unter 4.000 € Haben. Ich gehe nicht unter 0 €. Ich gehe nur 300 € in den Dispo. Was fühlt sich für Dich nach Mangel an? Auch auf Kaufverhalten achten: Auf Pump bzw. auf Kreditkarte kaufen, jetzt kaufen, später bezahlen, etc. Nutzt Du diese Dinge? 

 

3) Geldflüsse

  • Geld kommt rein (einnehmen)
  • Geld halten (sparen)
  • Geld geht raus (ausgeben) 

Was davon ist schwierig für Dich? Bzw. Was fühlt sich gut und nicht gut an?

Wie fühlt sich 1, 2 und 3 an?

Für viele: Geld kommt rein, klar ist das gut. Manchmal fühlt sich das aber nicht gut an und Mensch will das Geld schnell loswerden. 

Knüpft an die Aufgabe „Verknüpfung Geld und Emotionen“ aus der 2. Episode an.

 

Reflexion: 

Was zeigt sich? Auch auf körperlicher Ebene, wenn Du Fragen hörst/liest.  

  • Was ist Deine größte Angst in Bezug auf Geld? 
  • Was ist Deine größte Hoffnung in Bezug auf Geld?
  • Wie würde sich dein Leben verändern, wenn du mehr Geld hättest?
  • Was würde in Deinem Leben gleich bleiben, wenn Du mehr Geld hättest?
  • Machst Du - bewusst oder unbewusst - jemanden für Deine finanzielle Situation verantwortlich? 
  • Was glaubst Du sagen Deine Finanzen über dich als Person aus?
  • Was hält Dich davon ab, das Geld zu haben, das du gerne haben möchtest? 

Das zugehörige Workbook zur Serie, mit allen Übungen und Aufgaben, kannst Du Dir hier downloaden:  Workbook 

  

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Gekürzte Zusammenfassung: 

 

Teil 1 - Schattenanteile 

Schattenarbeit beschäftigt sich mit unterdrückten Anteilen und Themen in Menschen. 

Lebenshaltung kultivieren: Das ist ja interessant. Gerade auch - evtl. mit etwas Abstand - zu herausfordernden Themen. 

 

Erkennen von Schattenthemen oft vor dem Hintergrund von Situationen oder Interaktionen, die man blöd findet/fand. Für diese Arbeit ist oft auch ein Gegenüber erforderlich bzw. etwas im Außen. Dafür wird im Coaching wird ein sicherer Raum geschaffen, um diese Dinge zu entdecken bzw. herauszuarbeiten. Die Coach stellt eine Frage bzw. spiegelt mögliche Schattenthemen, die die Klientin ablehnt. Das kann auch mitunter unangenehmen/provokant sein. 

 

 

 

 

Situation aus meinem Coaching - Klientin sagte: „Oh, das kam jetzt so eingebildet rüber. So habe ich das gar nicht gemeint.“ 

Meine Frage: Was wäre denn, wenn Du das genau so gemeint hättest? 

 

Thema: Eingebildet/Arrogant sein 

Wie bewerte ich „eingebildet sein“? Viele bewerten es negativ. Interessant hinzuschauen wie unterschiedlich Menschen Charaktereigenschaften bewerten. 

Wertfreier Raum im Coaching - Blinde Flecken erkennen. 

 

Frage bei Schatten: Warum darf ich nicht so sein? Warum will ich nicht so sein? Warum erlaube ich mir das nicht? 

Wie wurde ich geprägt? Sei so und nicht so. 

Bild: Schattenanteile unterdrücken ist, wie Wasserbälle unter Wasser zu drücken und zu halten. Das erfordert für unsere Psyche sehr viel Energie, bestimmte Anteile nicht „nach oben“ kommen zu lassen. 

Frage: Was hat der unterdrückte Anteil mir mitzuteilen? Warum kommt dieser genau bei Thema X hoch? 

Anregung: Dir das unterdrückte Thema als Person vorstellen und ins Gespräch gehen. 

 

Teil 2 - Future Self 

Future Self - Wer will ich Zukunft sein? Wie will ich sein? Welche Eigenschaften will ich entwickeln? Wie will ich mich verhalten?

Ein lebendiges Bild vom eigenen Future Self entwickeln. 

 

Manchmal provoziert das eigene Future Self, dein heutiges Ich, Dich in diese Richtung zu entwickeln. 

Wenn Du mit Vorbildern arbeitest oder mit Menschen in Berührung kommst, die Dich bewegen, inspirieren, etc., kann es auch sein, dass sie Anteile/Qualitäten haben, die Dich aufregen. Diese Anteile/Qualitäten können z. B. Neid und Eifersucht auslösen oder Dich anderweitig emotional bewegen. Das ist eine spannende Einladung hinzuschauen. In dieser Arbeit (z. B. mit Vorbildern) geht es um Menschen, die für Dich anschlussfähig sind, mit denen Du Werte teilst, etc. Es geht hier nicht darum in allen Menschen diese Dinge sehen zu wollen.  

 

Auf der persönlichen Entwicklungsreise kann es sein, dass das eigene Future Self provoziert, z. B. durch Vorbilder, die einen höheren/„luxuriöseren“ Lebensstil führen. Das kollidiert bspw. mit dem Glaubenssatz: „Ich bin genügsam“. Sehr interessant dabei, dass dieser Glaubenssatz gesellschaftlich häufig als positiv bewertet und für gut befunden wird. 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Viele Menschen wollen das Thema Emotionen und Gefühle umgehen - bewusst oder unbewusst 

Das tun sie mit verschiedenen Methoden bzw. Verhaltensweisen, u. a. auch über pathologisches Verhalten, Suchterkrankungen, Essstörungen, etc. 

 

"When the heat is on, you learn". Menschen sind oft gewillt sehr lange - Jahre/Jahrzehnte - zu leiden bzw. Emotionen zu unterdrücken, um sich nicht mit ihnen auseinanderzusetzen. So lange bis es oft nicht mehr anders geht, als dass sie sich Hilfe holen. 

 

Der erste Schritt ist die „Bewusstwerdung“ und Selbsterkenntnis. Über Selbsterkenntnis wird letztlich alles andere klar - wer bin ich, was macht mich aus, wie verhalte ich mich, wie entscheide ich, was sind meine Werte, was sind meine Motive, was sind meine Schatten, etc?

 

Welche Verhaltensweisen hast Du Dir angeeignet, um Deine Emotionen zu „managen“?

Wie denkst Du über Emotionen? Unterteilst Du in „gute“ und „schlechte Gefühle“?

 

Wichtige Anmerkung an dieser Stelle: Psychische Erkrankungen bedürfen therapeutischer Begleitung.

Gefühle sind einfach Botschafter. Frage Dich: Wie begegnest Du Emotionen? Es geht darum, die Traurigkeit genauso zu umarmen, wie die Freude.

Emotionen begegnen ist nicht immer leicht. Es wird aber leichter. Emotionen und Gefühle als Weggefährten, die Du immer besser kennenlernst. Versuchen immer kürzer im Widerstand mit emotionalem Erleben zu sein. 

 

„Emotions-Management“ über z. B.

  • Flüchten - sehr viel arbeiten, immer beschäftigt sein, nicht zur Ruhe kommen oder z. B. in Alkohol, Tabletten, etc.
  • Kämpfen - in den Angriff gehen, Streitigkeiten mit anderen Menschen, sich immer wieder in bestimmten Beziehungsformen wiederfinden 
  • Erstarren - gar nichts mehr fühlen, weil die eigenen Gefühle früher nicht geachtet wurden 

Oftmals findet viel Drama hinter verschlossenen Türen statt, wo es niemand vermutet. Nach außen wird ein gesellschaftlich akzeptiertes Leben geführt, aber hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. 

 

Innere Kind Arbeit ist vielen ein Begriff. Interessant kann es sein, sich verschiedene Altersstufen anzuschauen, also, die/der „innere Teenager*in“.

Manche gehen als Teenager*in in eine von 2 Richtungen:

  • Zum einen Rebellion, Widerstand, dagegen sein, sich auflehnen oder
  • Zum anderen Angepasstsein, lieb sein, es-recht-machen-wollen. 

Drama ist ein guter Weg unterdrückte Emotionen auszuleben! Lies das nochmal. Es ist eine Möglichkeit den/die innere*n Teenager*in rauslassen.  

 

Interessant ist auch ein Blick ins Human Design - auf die emotionale Definition. Emotionen bzw. emotionale Wellen zeigen sich unterschiedlich -

z. B. hohe Hochs, tiefe Tiefs aus dem individuellen Schaltkreis. Die eigene/n Welle/n aus unterschiedlichen Schaltkreisen beachten. 

  • Hohe Hochs, tiefe Tiefs (individuell)
  • Kleine regelmäßige Auf und Abs (Stamm)
  • Langsamer Anstieg, Entladung, Abfall (kollektiv)

Erkenntnisse dürfen auch einfach nur Erkenntnisse sein. Es muss nicht sofort eine Handlung erfolgen. 

Auch wichtig: Emotionen und Gefühle sind keine Handlungsaufforderungen! Versuche mit Emotionen zu sitzen und wertfrei damit zu sein.

 

Emotionen mit Körper und Geist begegnen. Kognitive Herangehensweise - verstehen, erkennen, analysieren, etc. 

Aber auch über den Körper Emotionen ausdrücken. Musik als Unterstützung, um Emotionen zu bewegen und rauszulassen. Unterschiedliche Playlists anlegen für unterschiedliche Stimmungen. Viele Menschen haben das schon praktiziert - Emotionen über den Körper auszudrücken, z. B. in jungen Erwachsenen Jahren die ganze Nacht im Club zu tanzen und „alles“ rauszulassen. Daran kannst Du anknüpfen. Versuche zu Hause - in sicherer Umgebung - den körperlichen Ausdruck von Emotionen zu üben. Sich auf diese Art und Weise den eigenen Emotionen nähern. Intuitive Bewegung, jenseits der Kommentare des Verstandes. 

 

Identifiziere ggfs. ein „Dauerbrenner-Gefühl“, ein Gefühl bzw. ein Thema, das sich immer wieder zeigt, z. B. Wut oder Scham. 

Empfehlung zu dem Thema, ist die Arbeit von Brené Brown, z. B. ihr aktuelles Buch „Atlas of the Heart“. 

 

Oft wird der Wunsch: „Ich will besser mit Emotionen umgehen können“ geäußert. Was heißt das genau?

Woran merkst Du, dass Du besser mit Deinen Emotionen umgehst? Gib Dich hier nicht direkt mit der ersten Antwort zufrieden. Es geht darum Dich immer besser zu verstehen und emotionale Souveränität entwicklen bzw. einen souveränen Umgang mit Emotionen zu entwickeln. 

Was bedeutet es für Dich emotional souverän sein/handeln?

 

Impuls: Schaue Dir Dein Gene Keys Profil an, insbesondere Dein EQ Placement.

Hier kannst Du Dein Profil erstellen. 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Bestätigung für was? Bestätigung für Dein Ziel, das Du erreichen willst, die Veränderung, die Du vornehmen möchtest. 

 

Auslöser für diese Episode war die Aussage: "Zeichen setzen, statt auf Zeichen warten".

 

Veränderung kann sich auf viele Bereiche beziehen: Beruf & Karriere, Fitness & Gesundheit, Familie, Partnerschaft, Finanzen, etc. 

 

Frage: Was willst Du eigentlich verändern? Hast Du Klarheit über Deine Veränderung? Wo soll es hingehen? Anschließend Deine Reise antreten. Auf diesen Entschluss Handlungen folgen lassen. Oft fehlt Klarheit und Mensch sucht im Außen nach Bestätigung.

Problem: Unsicherheit im Inneren, wenig Vertrauen in sich und die eigene Intuition.

 

 

Aus dem Yoga: "Die Antworten sind in Dir". Oft kommt dazu der Gedanke: "Aber ich hab doch so viele Fragen!"

Es kann sich Druck und Verwirrung zeigen. Erklärungen sind i d R oft für den Verstand, z. B. Wissen aus dem Human Design. 

Sie lösen aber letztlich ganz oft die zugrundeliegenden Themen nicht auf.

 

Zeichen können empowern und unterstützen. Zeichen können z. B. über astrologische Informationen, Tarotkarten, Pendeln, uvm, erhalten werden. 

Ganz wichtig: Du macht das, was sich für Dich stimmig anfühlt. Es gibt kein "das ist besser, das ist schlechter".

 

Persönliche Erlebnisse: Entscheidungen, Projekte, Ausrichtung in meiner Selbstständigkeit - fragte ich sehr oft nach Zeichen. 

Anschließend jedoch Zeichen zerdacht und auseinander dividiert. Nach Zeichen fragen, brachte keine Erleichterung und Bestätigung.

Interessant: Erst nach Zeichen fragen und sie DANN in Frage stellen! 

Zeichen haben viel mehr Fragen aufgeworfen als Bestätigung gebracht. Das zugrundeliegende Problem wurde nicht adressiert:

Unsicherheit in mir, in meinen Entscheidungen. Mir selbst auf dem Weg vertrauen. Der Weg ergibt sich in dem ich ihn gehe. 

 

Alte Perspektive: Veränderungen sind anstrengend, langwierig und zäh. Auf Basis alter Erfahrungen wurde dieser Schluss gezogen. 

Frage: Kann Veränderung auch schnell passieren? Jederzeit passieren? Wäre das möglich? Ist das vielleicht schon mal in Deinem Leben geschehen?

 

Veränderung kann jederzeit und schnell passieren. Auch ohne, dass Du dafür Zeichen im Außen sehen musst, als Rückbestätigung „es passiert jetzt“.

Die Veränderung, die Du anstrebst, wird sich zeigen, unabhängig davon, ob Du Zeichen dafür siehst.

Frage: Was willst Du verändern? Entschluss fassen, evtl. Schritte benennen und dafür los gehen. Dabei kann der Weg immer wieder angepasst werden! Jedoch den Weg auch eine zeitlang gehen, bevor er angepasst wird. Einer Entwicklung Raum geben.

 

Neue Perspektive: Die Beschäftigung mit und Veränderung Deiner Gedanken, Überzeugungen, Glaubenssätze, etc. zeigt ab Tag 1 ihre Wirkung! Ab Tag 1. 

Alte Perspektive: Du musst erst lange und hart an Deinen Gedanken arbeiten, bevor sich Veränderungen zeigen. Mindset-Arbeit dauert lange. 

Frage: Ist das wirklich so? Kann es schneller passieren, als Du bisher angenommen hast? Sich für diese Möglichkeit öffnen. 

Auf neue Gedanken, Handlungen folgen lassen. Wenn ein Gedanke schwer wiegt, sehr kritisch ist,… frage Dich:

Ist das wirklich wahr? Was wäre ein besserer Gedanke?

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Gekürzte  Zusammenfassung:

 

Anstoß für diese Episode - Eine Coaching Klientin die fragte: "Ist denn die Familie an allem Schuld?"

 

Es gibt viele verschiedene Modelle von „Familie“. In meiner Arbeit ist Familie i.d.R. Mutter, Vater und evtl. Geschwisterkinder. Im Coaching wird ein spezifisches Thema bearbeitet. Oft Familien-Themen oder Situationen, die als überwältigend wahrgenommen werden bzw. belastende Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter nach sich ziehen. 

 

2 Pole (zugespitzt/schwarz-weiß formuliert!):

A) Menschen, die sagen: Ich hatte/habe eine gute Beziehung zu meiner Familie. Meine Kindheit war schön. B) Menschen, die sagen: Es sind viele belastende/einschneidende Dinge passiert. Wir haben nicht so guten Kontakt. Es gibt natürlich ganz viel grau dazwischen.

Egal aus welcher Richtung Menschen kommen, sie werden immer von der Familie geprägt. 

 

Auch wenn der Blick in die Vergangenheit schwer fällt, gibt es ganz oft auch schöne Erinnerungen. Frage Dich: 

  • Wie denkst Du und sprichst Du über Deine Familie?
  • Welches übergeordnete Gefühl hast Du, wenn Du in die Vergangenheit - auf Deine Familie - schaust?
  • Mit welchen Adjektiven beschreibst Du Deine Kindheit? Deine Beziehung zu bestimmten Personen? 
  • Mit welcher Qualität schaust Du zurück?

Für manche Menschen ist Familie ein sehr schmerzhaftes Thema. Hierbei auf eine mitfühlende Art solche Gespräche führen.

Manche Menschen wollen nicht über ihre Familie sprechen.Dass das einfach so sein darf.

Für viele Menschen ist die Frage nach der Familie kein leichtes Smalltalk Thema.

 

Familienthemen zu klären kann bzw. ist sehr oft ein wichtiger Teil der persönlichen Transformation. Your mess is your message. 

Durch diese „Familienarbeit“ ist so viel möglich, wie z. B. Selbstliebe, Vergebung, mit sich im Reinen sein.

Anregung sich mit der eigenen Familie und Prägungen auseinandersetzen, z. B. durch Online Ressourcen, Bücher, Kurse, Coachings, Therapie.

Bekannte Methoden: Internal Family System und Innere-Kind-Arbeit. 

 

3 kraftvolle Coachingfragen -

Nimm Dir genügend Zeit und Raum diesen Fragen nachzugehen.

 

1) Wie war Dein Wesen als Kind? 

- Was liebst Du an anderen Menschen? Was siehst Du in anderen Menschen? Das sind Qualitäten in Dir. Erinnere Dich daran.

2) Wessen Liebe wolltest Du am meisten? Von Deiner Mutter oder Deinem Vater? Ersetze Mutter/Vater gerne durch andere Bezugspersonen; was für Dich stimmig ist.

3) Wer musstest Du dafür sein? 

 

Hole Dir auf jeden Fall psychotherapeutische Hilfe, wenn Themen aus der Vergangenheit (zu) schwer wiegen. 

 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Aufhänger der Episode: "Mache jeden Tag zu Deinem Schönsten."

 

Menschen in einer (emotionalen) Krise denken oft: "Wenn ich mich nur genug anstrengen/bemühe, dann kann ich mich auch (wieder) gut fühlen."

 

Spannung zwischen dem wie sich jemand in einer Krisen-Situation fühlt und welche

Handlungsaufforderung aus solchen motivierenden Sprüchen abgeleitet wird.

„Den anderen geht es doch auch gut. Warum mir nicht?“

 

Menschen haben oft die Erwartung immer das Positive sehen zu wollen bzw. sich immer „positiv“ fühlen zu wollen. Es gibt jedoch Situationen, die Menschen nachhaltig - auch negativ - beeinflussen. Es kann herausfordernd sein, das erst einmal „da sein“ zu lassen.

 

 

Innerlicher Kampf von "Ich will (diese Situation, das Geschehnis) umdeuten!" Es wird kein Raum gelassen, um zu trauern, wütend zu sein, etc.

 

Oft hören Menschen in solchen Situationen gut gemeinte Ratschläge wie: Kopf hoch! Du brauchst nicht traurig sein. Dadurch fühlen sich viele Menschen  in ihrer aktuellen emotionalen Lage nicht gesehen.

 

Plädoyer: Gefühle zu erkennen und zuzulassen. Alle Gefühle sind berechtigt und wichtig. Es gibt keine „positiven“ und „negativen“ Gefühle.

Jedoch werden die Zustände, die mit bestimmten Gefühlen einhergehen, oft als angenehm oder unangenehm empfunden.

 

Der Anspruch immer glücklich und gut drauf sein zu wollen, schneidet Menschen von einem großen Teil ab, was sie wahrnehmen und lernen dürfen.

Gefühle sind keine Handlungsaufforderung sie „weg zu machen“. Gefühle sind zum fühlen da. Gefühle sind wertvolle Botschaften und Signale.

 

In Kontakt kommen mit den eigenen Gefühlen über Meditation und Yoga. Daneben gibt es natürlich noch andere Wege, wie z. B. journalen, malen, musizieren, tanzen, etc. Emotional Release z. B. über Musik; eine Playlist erstellen, die weinen unterstützt

 

Viele Menschen können gar nicht benennen, was sie eigentlich fühlen. Es geht darum zu lernen Gefühle zu erkennen, zu benennen und da sein zu lassen. Gefühle visualisieren und „einladen“ kann hilfreich sein. Gelassenheit und Leichtigkeit im Leben kreieren über die Auseinandersetzung mit Gefühlen. Finde einen Weg, der FÜR DICH funktioniert.

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Wann beginnst Du etwas zu hinterfragen? Oftmals wenn Du zweifelst. 

Zweifel auf „ungesunde Art“ einsetzen, z. B. gegen Dich selbst.

Immer wieder die Perspektive wechseln. 

 

Auslöser für diese Episode - Klientin, die sagte:

„Ich weiß nicht, ob mir diese Zweifel im Weg stehen werden.“

 

Gedanke: Du entscheidest doch, ob Dir diese Zweifel im Weg stehen werden. 

Frage Dich: Was bedeutet es, dass Du an dieser Stelle zweifelst?

Du hast die Macht Dein Leben zu lenken und zu führen.

Welche Bedeutung gibst Du diesen Zweifeln?

 

Wichtig: Auf die Interpretation der Umstände achten- Wie kannst Du etwas deuten?

Welche Botschaft haben Deine Zweifel? Reinhören. Zwischen den Zeilen lesen. 

 

Als allererstes kommt oft die Interpretation: "Okay, ich soll XY nicht machen/anfangen/weitermachen, etc. Es ist ein nein".

Natürlich können Zweifel ein Zeichen dafür sein, etwas nicht zu tun. Du darfst aber auch in die andere Richtung denken:

Könnte der Zweifel auch auf etwas anderes hindeuten? 

 

Zweifel als Guide nutzen; in Kontakt und Austausch gehen. Was will mir der Zweifel mitteilen und mich aufmerksam machen? Was kann es noch bedeuten? 

 

Blick in die Vergangenheit: 

Wo und wann hattest Du schon einmal Phasen des Zweifelns? Phasen in denen Du Dich anders erlebst oder verhalten hast, anders entschieden hast?

1.) Wie bist Du damals damit umgegangen? 

2.) Was war damals anders? 

 

In herausfordernden Phasen (z. B. bei Fehlern oder Rückschlägen) kann die Beschäftigung/Analyse/Auswertung schwierig sein.

Vielleicht ist es nach einer solchen Phasen eher möglich zu schauen, welche „Früchte“ Du ernten kannst.

 

Was ist aus dieser Phase/Zeit erwachsen? Was ist aus diesen Zweifeln entstanden?

Was wäre wenn diese Fehler Deine größten Ressourcen wären? Was entsteht daraus? 

Was erwartest Du zu finden?

 

Liebevoll auf Dich schauen. Dich nicht klein oder runter machen. Immer wieder üben, anders mit Dir zu sprechen.

 

Weiterer Impuls, frage Dich:

Wozu sage ich evtl. unbewusst „nein“?

Was lehne ich vielleicht unbewusst ab?

Was ist auf der anderen Seite des Zweifelns?

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Gekürzte Zusammenfassung: 

 

Anlass für die Episode war ein Blogartikel (zu den 12 universellen Gesetzen) in dem stand: Vergleiche Deine Probleme mit den Problemen anderer und relativiere sie somit („anderen geht es ja schlechter als mir“).

 

Bei diesem Thema ist die erste Frage: Warum vergleiche ich mich? 

Daran schließt sich die Frage an: Was ist der Nutzen meines Verhaltens? 

Auch wenn das Verhalten paradox erscheint, so versprechen wir uns doch ganz oft einen Nutzen davon. Verhalten ist ja oft über Jahre entstanden und läuft in vielen Situationen automatisch ab.

 

Wenn ich mich vergleiche (z. B. mit Menschen, die ein bestimmtes Leben leben) zeigt mir das auch auf, was für mich möglich ist. Die Frage ist doch: Mit was gehe ich in Resonanz? Jeder Mensch wird von unterschiedlichen Dingen aktiviert und vergleicht sich in unterschiedlicher Art und Weise.

 

Ich fühle mich von bestimmten Menschen angezogen, wenn ich z. B. bestimmten Menschen auf Social Media folge. Was von dieser Person zieht mich denn an? Was davon ist auch für mich bestimmt?

 

Unterschied: Ich will etwas vs. Ich verfolge etwas. Oftmals sind wir gefangen im Kreislauf des Sich-Vergleichens und machen nichts weiter daraus. Wir bleiben beim Vergleich stehen. Wir treffen keine Ableitungen für unser Leben. Was mache ich aus dem Vergleich?

 

Meiner Meinung nach funktioniert es nicht, sich mit anderen (wie im folgenden Bsp.) zu vergleichen und sich dadurch besser fühlen zu wollen - aka, wer hat mehr Sorgen als ich? Die Spirale dreht sich dadurch teilweise immer weiter nach unten. Wem geht es noch schlechter? Wem geht es am schlechtesten? Das ist keine nachhaltige Strategie. Es ist auch auch die Frage: Will ich mich so verhalten und so denken?

 

Außerdem hat jeder Mensch hat eine ganz unterschiedliche Lebensgeschichte, die es zu berücksichtigen gilt. 

Sich selbst als Referenzpunkt nehmen. Welche Entwicklungen habe ich bereits durchlaufen? Dabei jedoch darauf achten, mit welchen eigenen Lebensstationen will ich mein Heute/die jetzige Situation vergleichen? Welchen Referenzpunkt will ich nutzen? Das muss ich Relation zur heutigen Situation stehen. 

 

Welche Stimmen kommen hoch, wenn ich mich mit anderen vergleiche? Was ist die positive Absicht dieser Stimme? 

Wenn Du in den Vergleich gehst, Dich an einen höheren Standard halten, d. h. Abstand davon nehmen, schlecht über andere zu reden.

Gleichzeitig alle Gefühle zulassen, die dabei hochkommen, z. B. Neid, Eifersucht, Wut oder Traurigkeit. 

Immer mehr erkennen, was ist der Kern des Ganzen? Nicht aus dem z. B. Neid heraus handeln, sondern „einfach“ wahrnehmen. Aus diesen Gefühle etwas dienliches für Dich machen und immer mehr versuchen Dich nicht dafür zu verurteilen. 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Manchmal tätigen wir Aussagen, wie z. B. „Dein Ratschlag hat mir überhaupt nichts gebracht“ oder „Dieses Coaching hat mich nicht weiter gebracht“. Das kann sich dann auch auf Kurse/Seminare („Das hat nichts getaugt“) beziehen. 

 

Erwartungen! Was hast Du Dir erhofft und erwartet? Dir bewusst werden über (unbewusste) Erwartungen. Wie kannst Du Deine Perspektive wechseln? Wenn Du nicht das bekommen hast, was Du erwartet hast, was hast Du denn stattdessen bekommen? Du kannst immer etwas für Dich mitnehmen. 

 

Manchmal haben wir bestimmte Vorstellungen, was für uns der nächste Schritt sein soll/muss. Jedoch kommen diese Annahmen immer aus der eigenen, subjektiven Betrachtung der Situation. 

Die Coach übernimmt nicht Verantwortung für das gewünscht Ergebnis. Diese Verantwortung liegt bei der Klientin. Natürlich übernimmt die Coach Verantwortung an anderer Stelle, z. B. für den Prozess. Die Coach kann (darf) keine Versprechen über Ergebnisse abgeben. 

 

Wichtig (in Coachings, Kursen, etc.): Den eigenen Kopf nicht ausschalten!  Vorsicht bei Verallgemeinerungen; z. B. kann die Arbeit mit Affirmationen für verschiedene Menschen unterschiedlich wirksam sein. Es gibt immer verschiedene Perspektiven. 

 

Sich selbst immer hinterfragen. Verantwortung für das eigene Denken nicht abgeben, z. b. durch „Mein Coach hat das und das gesagt“ und das dann als (absolute) Wahrheit (an)nehmen. Es ist sinnvoll mit verschiedenen Menschen zusammenzuarbeiten, um verschiedene Perspektiven zu erhalten. Doch Vorsicht, das kann auch "Coach-Hopping" sein, weil jemand keine Verantwortung für sich übernehmen will oder eigentlich keine Veränderung möchte. 

 

Opfer-Denken (aus der Transaktionsanalyse): Wenn Du Dir ein bestimmtes Leben kreieren möchtest, darfst Du Verantwortung dafür übernehmen. Es wird niemand kommen und Dich retten. 

 

Weg kommen von: Verantwortung ist eine Bürde. 

Alle Gefühle fühlen und zulassen. Hilflosigkeit, Wut, Scham, etc. Raum geben. Anschließend aktiv wieder einen Weg in die eigene Kraft aufnehmen. 

Das ist nicht immer leicht, aber es wird leichter. Es ist Übungssache Gedanken zu stiften. Achte auf die Geschichten, die Du Dir ständig wieder erzählst. 

Du darfst für Dich herausfinden, was für Dich funktioniert. Es können mehrere Wahrheiten nebeneinander bestehen. Frage: Wann ist es eine Ausrede, wann ist es ein Grund?

 

Körper aktiv in Veränderungsprozesse einbeziehen.Wenn Du z. B. Yoga praktizierst, wie fühlen sich dann bestimmte Haltungen für Dich an (z. B. Krieger*innen Haltung). Was lässt Dich kraftvoll fühlen?

 

Was ist für Dich (D)eine Kriegerin? Wie fühlt sie sich? Was ist ihr Mindset? Wie handelt sie? Was ist ein Weg für Dich, in diesen Zustand zu kommen/daran anzuknüpfen? Du kannst Deinen Weg aktiv gestalten. Du steht für Dich auf. Du bist es Dir wert. 

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Gekürzte Zusammenfassung: 

 

Was verstehest Du unter Selbstführung? Hier in diesem Impuls ist gemeint: Eigene Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu lenken und zu beeinflussen (evtl. in Hinblick auf ein gesetztes Ziel). Oft denken wir bei "Führung" an Unternehmen oder Organisationsstrukturen, in denen Menschen Führungsfunktion haben und bspw. Abteilungen oder Teams leiten.

 

Die Frage an dieser Stelle ist: Was verstehst Du unter Führung? Was bedeutet „gute Führung“ für Dich und Dein Leben? Hier kann es hilfreich sein mit Menschen/Vorbildern zu arbeiten, die einen (Selbst-)Führungsstil zeigen, der Dir zusagt. Was sind Eigenschaften und Qualitäten, die Du an anderen schätzt und die Du ebenfalls kultivieren möchtest bzw. die in Dir wachsen sollen?

 

Wozu braucht es Selbstführung? 

Selbstführung kommt oft in herausfordernden (Lebens-)Situationen zum Tragen. Oft zeigen Menschen in herausfordernden Situationen gewisse Muster, z. B. sich selbst leid zu tun, sich als Opfer der Umstände zu sehen oder in den Angriff über zu gehen. Allein dadurch, dass Du Deine Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenkst, passiert schon etwas bzw. verändert sich schon etwas. 

 

Be - Do - Have (Sein - Tun - Haben) 

Oft sind Menschen darauf fokussiert, was es zu tun gilt. Das geht häufig in einen gewissen Aktionismus über. Manchmal versuchen Menschen auch zu viel und es „fruchtet“ nicht. Dann ist der Zeitpunkt gekommen innezuhalten. 

Der Prozess der Veränderung beginnt mit dem „Sein“. Wer möchtest Du sein? Wie möchtest Du sein? Ja, darauf hast Du Einfluss. 

Wenn Du beschließt, dass Du Deine Selbstführungskompetenz erhöhen willst, wer bist Du dann? Wie handelt eine solche Person? Hier kann es wieder  hilfreich sein mit Vorbildern zu arbeiten. 

 

Deine Wünsche und Träume 

Wie soll Dein Leben aussehen? Mit all Deinen Wünschen und Träumen, die Du hast. Diese sind nicht aus Zufall bei Dir. Auf Deinem Weg wird es wahr-scheinlich immer wieder Enttäuschungen und Niederlagen geben. Zweifel werden aufkommen. All diese Wünsche, die in Deinem Herzen sind, sind aus gutem Grund genau bei Dir! Erinnere Dich daran. 

Situationen, in denen Du z. B. Neid oder Eifersucht spürst, weil Du bei einer anderen Person etwas siehst, was Du auch gerne hättest, ist genau die Erinnerung an Deinen Herzenstraum. Interessant dabei ist, dass bestimmte Dinge, die Du bei Menschen siehst, etwas in Dir auslösen. Wohingegen andere Dinge, Dich „kalt lassen“ und Dich nicht in dieser Weise berühren. Kannst Du auf diese Weise Deine Wünsche erkennen? Du darfst reframen, was Du wahrnimmst und was Du fühlst, z. B. in Bezug auf Eifersucht. Welche Herzenswünsche räsonieren mit Dir und wie kannst Du Dich dorthin führen?

 

Elemente von Selbstführung 

  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Biografie Arbeit
  • Haltung + Werte
  • Mentale Agilitiät 
  • Energiemanagement
  • Selbstwahrnehmung (Körper, Geist und Seele) 
  • Sinnhaftigkeit 

 

Die Entwicklung, die Du durchläufst, ist nicht nur für Dich, sondern auch für andere. Wenn Du Dich veränderst, nimmt das auch Einfluss auf Dein Umfeld. Wichtig: Das einzige was Du verändern kannst, bist Du selbst. Frage Dich: Was kannst Du verändern? Welchen Beitrag kannst Du leisten? 

Selbstbeobachtung ist ein essentielles Element von Selbstführung.

 

Gedanken - Gefühle -Verhalten

Welche Gedanken hast Du? Welche Gefühle löst das aus? Welches Verhalten zeigst Du daraufhin? Wichtig: Als erstes ist der Gedanke da. 

Der Gedanke löst ein Gefühl aus. Das siehst Du z. B. daran, wenn 2 Menschen in derselben Situation unterschiedlich reagieren. Sie interpretieren die Situation unterschiedlich. 

 

Coachingimpuls durch das Bild eines Automotors, der Wartung und Inspektion benötigt.

  • Was ist die einfachste Maßnahme, die Du für Dich unternehmen kannst, um mehr Selbstführung zu entwicklen? 
  • In welchem Abstand möchtest Du „Deinen Motor“ zur Inspektion bringen? Wann/in welchen Abständen willst Du Deine Entwicklung überprüfen? Regelmäßige Abstände festlegen, um auch Erfolge nicht zu übersehen bzw. bewusst wahrzunehmen.
  • Wer kann Dich auf diesem Weg unterstützen? Auch um motiviert zu bleiben. 

 

Das ist ein Prozess, der Zeit und Raum einnehmen darf. Dein Entschluss darf immer wieder, gerade ggü alten Gewohnheiten, verteidigt werden.

Wenn Du in alte Muster gefallen bist, sei milde mit Dir. Was möchtest Du das nächste Mal anders machen? Immer wieder Schleifen drehen, bis Neues innerlich verankert ist und selbstverständlicher gelebt werden kann. Freue Dich, wer Du sein wirst. 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Grundlage dieser Episode ist die Frage: Muss ich viel leisten, um dann entspannen zu dürfen?

Viele Menschen verlangen sehr viel von sich, bevor sie sich „etwas gönnen“ oder entspannen. Oftmals bezieht sich das auch auf Dinge, wie z. B. ein komplett freies Wochenende.

 

Über viele Generationen wurde der Antrieb/Anspruch weiter gegeben, erst etwas leisten zu müssen, bevor Mensch sich entspannen darf. Das ist oft in uns verankert, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Hört und sieht man in Sprichwörtern wie: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. etc. 

 

Balance finden zwischen beruflichem Tun und Freizeit/Erholung. Glaubenssätze und Überzeugungen werden in der Regel in Phasen der Erholung und in die Freizeit mitgenommen. Das ist wichtig zu erkennen. Glaubenssätze unterscheiden nicht zwischen beruflichem und privaten Kontext. 

 

Ich muss erst die Wäsche machen, dann…

Ich muss erst die Steuer machen, dann…

Ich muss erst aufräumen, dann…

 

Es geht bei diesem Thema, um ein Gleichgewicht. Menschen geraten oftmals in ein Ungleichgewicht, so dass sie auch in ihrer Freizeit immer am Rennen, Tun und Machen sind. Wenn sie dann entspannen wollen, gelingt es nicht. Das hängt oft damit zusammen, dass Menschen einen Anspruch haben, der nicht zu bewältigen ist. 

 

Sich der eigenen Gedanken bewusst werden! 

 

Überarbeiten/sehr viel arbeiten wird oft sehr positiv bewertet. Überstunden machen, die Mittagspause durcharbeiten, etc. wird oft gelobt. Hierbei geht es um dauerhafte oder länger andauernde Phasen. Sicherlich ist manchmal der Workload höher, als in anderen Phasen. 

Kultur des Hustlens und Höher, schneller, weiter. 

 

Wichtig ist: Wenn sich Erholung nicht mehr einstellen will; was sind meine Motive, so zu handeln? Was sind die Ursachen? Was treibt mich an? Welche Gedanken stehen dahinter? Wie hat sich das entwickelt? Tiefer reinschauen und analysieren, z. B. auch mit einem Coaching.

Warum verhalte ich mich, wie ich mich verhalte? Gibt es vielleicht auch Muster, die immer wieder auftauchen? 

Für sich einen neuen Weg etablieren. Wie will ich arbeiten? Wie will ich mit mir umgehen? 

 

Manchmal ist es so, dass Menschen sich über Dinge, die ihnen leicht fallen gar nicht freuen können, weil sie sich dafür nicht anstrengen mussten. 

Dass Menschen sich selbst sabotieren, in dem sie es sich selbst schwer machen. 

Es zieht sehr viel Energie, dauernd diese Leistungsgedanken immer wieder im Kopf „abzuspielen“. 

 

Jeder Mensch braucht auch etwas anderes, um auszuruhen und zu entspannen. Manchmal geraten Menschen über Empfehlungen (z. B. "Probier doch mal Yoga") unter Druck, wenn es für sie nicht funktioniert, damit zu entspannen. Für jeden Menschen gibt es einen ganz individuellen Weg. 

Was ist Dein Weg Deine Batterie wieder aufzuladen? 

 

Bist Du erst zufrieden, wenn Du etwas geleistet hast? Fällt es Dir schwer Dich anzunehmen, ungeachtet dessen was Du leistest und Dich gut um Dich zu kümmern? Wichtig ist zu erkennen: Du bist immer wertvoll. Du bist nicht wertvoller, wenn Du mehr und/oder länger arbeitest. 

 

Frage: Bekommst Du viel Anerkennung über „viel arbeiten“? Wie kannst Du Dir selbst Anerkennung schenken? Welche Wege gibt es für Dich noch - neben der Arbeit?

 

Der wichtigste Schritt ist es, anzuerkennen, dass es gerade ist, wie es ist. Auch hier ist Vorsicht geboten, schnell eine Lösung finden zu wollen/sich anstrengen zu wollen. Erlaube Dir Hilfe anzunehmen und Dich mit Dir selbst auseinanderzusetzen. Das ist eine sehr wertvolle und nachhaltige Beschäftigung. Wie kann ein neuer Weg für Dich aussehen?

 

Mein Wunsch für Dich: Räume Dir Selbst, Deiner Gesundheit und Deinem Wohlbefinden die höchste Priorität in Deinem Leben ein. 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Was bedeutet es Grenzen zu setzen?

  • Grenzen setzen bedeutet, anderen Menschen ggü. klar zu kommunizieren, was für Dich geht und was nicht
  • In Situationen „Stop“ zu sagen, die für Dich zu weit gehen
  • Zu wissen, was Du bereit bist für andere zu tun und was nicht

Verschiedene Arten von Grenzen:

  • Intellektuelle, Emotionale, Physische, Spirituelle, Soziale

Warum kann es schwierig sein Grenzen zu setzen?

  • Angst vor Ablehnung
  • Angst verurteilt zu werden
  • Angst belächelt zu werden
  • Angst als egoistisch wahrgenommen zu werden 

 

Situationen in denen Grenzen überschritten werden, sind z. B. ungefragte Ratschläge und Kommentare zur Lebensgestaltung oder dass im beruflichen Kontext ein immer höheres Arbeitspensum verlangt/erwartet wird. 

 

Veranschaulichende Analogie: Du bist in einem Auto auf Deiner Lebensreise unterwegs und fährst ganz gemütlich Deinen Weg. Ab und zu kommen Menschen in ihren Autos dazu, fahren eine Weile mit Dir, biegen dann vielleicht wieder ab, etc. 

Manchmal kommen aber auch Menschen dazu , die Dich bedrängen. Sie fahren dicht auf, geben Lichthupe oder hupen akustisch. Vielleicht versuchen sie auch Dich vom Weg abzudrängen. 

 

Wie sprichst Du mit Dir?

Gerade in Situationen, wo eine Grenze überschritten wurde. Wo Du z. B. „Ja“ gesagt hat, aber eigentlich „nein“ sagen wolltest. Wo Du etwas zugesagt hast zu tun, was Du eigentlich nicht mehr übernehmen wolltest.

 

Wenn Du dabei sehr hart und kritisch mit Dir sprichst, sage laut „Stop“ zu Dir. Versuche folgende Affirmationen zu nutzen:

  • Ich rede mit mir liebevoll und mit Respekt. 
  • Ich beschränke die Zeit mit Menschen, die mir Energie rauben.
  • Ich erfülle meine Erwartungen und nicht die der anderen.
  • Ich lasse los, was nicht in mein Leben gehört. 
  • Ich bin ehrlich zu mir selbst.
  • Ich frage nach Hilfe, wenn ich sie brauche.
  • Ich bleibe bei mir. 

Erlaube Dir klein anzufangen. Fange in einem sicheren Rahmen an „nein“ zu sagen. Vielleicht mit einer vertrauten Person. 

 

Zusätzlich frage Dich: Wie wurden Deine Grenzen in Kindheit und Jugend geachtet?

Wenn Grenzen in Kindheit und Jugend nicht geachtet wurden, wird es später oft als "normal" angesehen, dass andere Menschen, die eigenen Grenzen nicht achten. 

 

Grenzen setzen ist letztlich ein Übungsprozess. 

Dass Du diesen Impuls liest/hörst/schaust, ist ja schon der erste Schritt etwas für Dich zu verändern.

 

Lerne DEINEN Gefühlen zu vertrauen. Spüre und nimm wahr was Deine Grenzen sind. Oft kommen Kommentare wie: "Ach, das war doch nicht so gemeint", "Das war doch nur ein Spaß. Nimm das doch nicht so ernst."

Wenn Dir aber Dein Gefühl sagt, das geht zu weit, dann achte dieses Gefühl. Werde Dir immer klarer darüber, was Deine Werte und Bedürfnisse sind. Das ist für jede*n unterschiedlich. Was ist mir privat wichtig? Was ist beruflich für mich wichtig? Was brauchst Du?

 

Übernimm Verantwortung! Es ist an DIR, Deine Grenzen klar zu kommunizieren. Erwarte nicht von anderen, dass sie Deine Gedanken lesen können. 

Eigenverantwortung übernehmen. Erliege nicht der Hoffnung oder habe die Erwartung, dass andere schon Deine Grenzen bemerken werden. 

Das einzige was Du verändern kannst, bist Du selbst. Du kannst Dich in Deinem (beruflichen, privaten) System anders positionieren bzw. verhalten und bewirkst dadurch Veränderung. 

 

Wahrscheinlich findest Du selbst es auch nur fair, wenn andere Menschen Dir sagen, was für sie in Ordnung ist und was nicht. 

Stichwort: Gesunder Egoismus. Es sollte doch Deine höchste Priorität sein, dass Du gut auf Dich acht gibst. Das macht niemand anderes für Dich.

Dich um Dein persönliches Wohlbefinden zu kümmern, das ist Deine Aufgabe. 

So respektvoll, wie Du mit anderen umgehst, so respektvoll gehst Du auch mit Dir selbst um. 

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Gekürzte Zusammenfassung:

 

Das Leben zu einem gewissen Anteil kontrollieren oder planen zu wollen, ist sicherlich verständlich. Manchmal wird das Thema jedoch übergroß und erdrückend. Dann wollen Menschen bspw. alles im Leben, alle Lebensbereiche kontrollieren, die Zukunft oder auch andere Menschen. Das geht oft damit einher sich Sorgen über die Zukunft zu machen oder sich für andere "mit zu sorgen", etc. 

 

Wunsch nach Planung und Überschaubarkeit ist nachvollziehbar. Hier geht es um einen übersteigerten Kontrollwunsch. Dieser Impuls richtet sich an Menschen, die grundversorgt sind (also Wohnung, Nahrung, sichere Lebensumgebung etc. haben) und trotzdem einen starken Wunsch nach Kontrolle haben bzw. sich Sorgen machen. 

 

 

 

 

Oftmals stehen folgende Glaubenssätze hinter dem Wunsch Kontrolle haben zu wollen:

  • Es könnte etwas schlimmes passieren
  • Ich muss stark sein
  • Ich muss es alleine schaffen
  • Ich muss mich anstrengen
  • Ich muss es gut machen 
  • Ich muss funktionieren 

Ganz oft geht damit das Gefühl, diesen Gedanken ausgeliefert zu sein, einher.

 

Wie zeigt sich Kontrolle-haben-wollen?

Es werden häufig (starre) Strukturen geschaffen und übermäßig analysiert. Darüber soll Sicherheit hergestellt werden und es soll von Sorgen befreien. 

Kontrolle haben wollen hat oft auch mit "kämpfen" zu tun, sich anstrengen, sich zusammenreissen, Aktionismus und hohem Perfektionsanspruch. 

Ganz oft erreichen Menschen mit diesen Mechanismen gerade nicht, was sie sich wünschen. Nämlich Leichtigkeit und Entspannung.

Zusätzlich führen Menschen sehr oft negative Selbstgespräche, wenn etwas nicht nach Plan gelaufen ist. Oder sie verlieren schnell die Fassung.

Ebenfalls tritt sehr häufig Wenn-Dann-Denken auf, z B. "Wenn ich XY erreicht habe, dann werde ich endlich Erleichterung spüren".

 

Das Thema Kontrolle führt nicht selten zu generellen Fragen an das Leben. Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte? Wie kann ich es steuern? 

Lass einmal folgende These auf Dich wirken: Auf manche Fragen im Leben gibt es keine Antwort.  Diese These fühlt sich oftmals unbefriedigend an. 

Im ganzen Bewusstwerdungsprozess geht es darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann die Gedanken aus dem Ruder laufen. Wann die Beschäftigung mit einer Frage eine Sackgasse ist. Vielleicht gibt es jetzt keine Antworten. Vielleicht später. 

Die zugrundeliegende Frage ist doch: Haben wir überhaupt Kontrolle über unser Leben?

 

Was steht hinter dem Kontrolle-haben-wollen? Ganz oft steht dahinter eine gewisse Angst bändigen zu wollen, bspw. die Angst vor dem Unbekannten.

Ganz oft ist es eine Herausforderung dem Unbekannten zu vertrauen. Es geht auch darum von gewünschten oder angestrebten Ergebnissen loszulassen.

Welche Erfahrung hast Du damit gemacht, bestimmt Ergebnisse erzielen zu wollen? Einzufordern? Von Dir und von anderen Menschen? 

Wo hast Du viel Energie reingesteckt und was ist letztlich dabei heraus gekommen?

 

2 Buchtipps zum Thema:

Pia Callesen, "Lebe mehr, grüble weniger"

Georg Lolos, "Du bist nicht, was Du denkst"

 

Was kannst Du tun?

Es geht überhaupt erst einmal darum Dir bewusst zu werden, was in Deinem Kopf vor sich geht. Ist Kontrolle haben wollen ein Thema für Dich?

Wenn negative Selbstgespräche Dich bedrücken, darfst Du schauen, wie Du einen positiveren inneren Dialog kultivieren kannst. Wie Du Abstand von innerer Kritik, Verurteilungen und Vergleichen nehmen kannst.

 

Was ist Dein Bedürfnis dahinter? Worum geht es Dir eigentlich? Oft geht es um Angst-Regulation. Was will Du klein halten?

Dieser Prozess darf Zeit, Raum und ggfs. Unterstützung in Anspruch nehmen. Schenke Dir diese Aufmerksamkeit, um mehr Leichtigkeit zu kultivieren und liebevoll mit Dir umzugehen. Es lohnt sich immer Dich mit Dir selbst zu beschäftigen. 

 

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Gekürzte Zusammenfassung: 

 

Das Thema Rhythmus sehen wir sehr schön in der Natur, z. B. durch den Wechsel der Jahreszeiten. Interessant zu beobachten, wie der Mensch sich vielleicht auch von natürlichen Rhythmen entfernt hat. Ein kleines Beispiel hierfür ist Elektrizität, die ermöglicht ungeachtet vom Sonnenlicht wach und aktiv zu sein.

 

Spannend ist auch der Blick zur Chronobiologie, die als Wissenschaftszweig, die zeitliche Organisation von physiologischen Prozessen und wiederholten Verhaltensmustern in Organismen untersucht. Sicherlich ist das Modell von "Lerche" und "Eule" ebenso ein Begriff. 

 

Das eigene Tempo zu finden und leben kann schwierig sein. Bei der Beschäftigung mit diesem Thema kann das Bild eines Baumes unterstützend sein. Der Blick kann auf unterschiedliche Aspekte gerichtet werden: (1) Zu den Wurzeln  - Woher kommt das? Wie ist das entstanden?

(2) Zur Baumkrone  - Woher kommt das Licht? Gibt es Knospen am Baum? Was kannst Du verändern? 

 

Die Erkenntnis darüber, wie Muster entstanden sind, kann zu großer Erleichterung führen und auch die Selbstannahme fördern. Wenn Du zu Deinen Wurzeln blickst, dann ergeben sich Fragen wie: Welches Tempo wurde zu Hause gelebt? Hatten Eltern, Geschwister oder andere Bezugspersonen vielleicht ein anderes Tempo? Vielleicht konnte der eigene Rhythmus oder das eigene Tempo nicht gelebt werden. Oder der eigene Rhythmus wurde nicht gerne gesehen oder kritisiert. Vielleicht gab es Aussagen wie: "Warum bist Du so langsam?" oder "Mach schneller". Vielleicht wolltest Du als Kind einen anderen Rhythmus, als Dein Umfeld leben und es war nur begrenzt möglich.

 

Die Frage, die sich anschließt: Was ist Deins und was ist das der anderen? Inwiefern kannst Du Dich mit Deinen Bedürfnissen abgrenzen? Durch Prägung kann es vorkommen, dass verlernt wurde, was der eigene Rhythmus oder das eigene Tempo ist. 

Das kann Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter haben, z. B. in dem es für Menschen schwierig ist, sich ggü. den (zeitlichen) Erwartungen anderer abzugrenzen. Oder es führt zu einer Art Rebellion (direkt/indirekt). Manchmal zeigt es sich dadurch, dass alles auf den letzten Drücker gemacht wird oder aufgeschoben wird.

 

Wie verhältst Du Dich in der Welt? Hast Du das Gefühl, Du musst etwas anders machen? Fühlst Du Dich vielleicht von Trends wie dem "5 am Club" angesprochen? Suchst Du nach Orientierung im Aussen? Es geht darum, Deine eigene innere Wahrheit zu ergründen und zu leben. 

Inwiefern kannst Du Vorbilder finden, bei und in denen Du Dich gesehen fühlst, so wie Du bist? Wie kannst Du Dir erlauben, Deinen Rhythmus und Dein Tempo zu leben?

 

Eine wichtige Frage ist auch: Was bringt Dich eigentlich aus Deinem Rhythmus? Wann hast Du das Gefühl, Du musst schneller machen? Wann langsamer? 

Wie viel Zeit brauchst Du für Dich? Wie viel Zeit mit anderen Menschen? Wie gehst Du insgesamt mit dem Thema Zeit um?

Über Deine Innenschau erkennst Du Muster, die oftmals über viele Jahre gewachsen sind. Oft braucht es, um diese zu erkennen, ein Gegenüber, das spiegelt und Fragen stellt. Dinge zeigen sich manchmal auf eine Art und Weise, so dass Du gar nicht merkst, dass sie auf das Thema Tempo oder Rhythmus zurück zu führen sind. 

 

Provokativer Coachingimpuls: Wann hast Du begonnen die Latte Deiner Ansprüche und Ziele so hoch zu hängen, so dass Du nicht mehr darüber kommst? Was versprichst Du Dir davon? 

 

Was ist das Nutzen von diesem Verhalten? Wir verhalten uns oft auf eine Art und Weise, weil wir uns einen Nutzen davon versprechen. Auch wenn es für Dich oder andere erst mal widersinnig erscheint. Erkenntnisprozesse können mit Schmerz verbunden sein. Vor allem wenn Du zurück gehest in eine Zeit, in der Du Dich vielleicht falsch gefühlt hast. Wo Du evtl. die Rückmeldung erhalten hast: "Das geht so nicht. Das darfst du so nicht".

 

Provokativer Coachingimpuls: Wenn Du das Gefühl hast, dass eine Situation besonders anstrengend ist; welchen Dünger führst Du zu? Wie erhältst Du die Situation aufrecht? Wichtig: Es geht nicht um Schuldzuweisung à la „Du bist selbst Schuld“ oder „Du machst das ja selber“. Diese Provokation soll ermöglichen in die Tiefe Deiner Muster und Überzeugungen einzutauchen.

Um wieder zur Baum Metapher zurück zu kommen: Woher kommt das? Wie ist das entstanden? Was hast Du über die Zeit gelernt, um Dein eigenes Selbstbild aufrecht zu erhalten? Auch, um wichtigen Personen in Deinem Leben gefallen zu wollen. 

 

Zum Abschluss: Gib auf Dich acht. Es ist wichtig, in Dich hinein zu spüren und Dein eigenes Tempo (wieder) zu entdecken. Wer bist Du, wenn Du Deinen eigenen Rhythmus lebst? Wie kannst Du das machen, in der Situation, in der Du gerade bist? Welche Möglichkeiten und Türen gibt es für Dich? Lass Dich weniger von Gedanken, wie „Das geht nicht, weil…“ abschrecken. Was darf sich verändern, damit es leichter wird? Mach Dich zur Priorität in Deinem Leben. Du darfst so leben! 


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